Die drei ??? – Das Dorf der Teufel

Die Handlung:

Die drei ??? staunen nicht schlecht, als sie auf der Suche nach einem vermissten Freund des Chauffeurs Morton in Redwood Falls ankommen. Als wäre die Zeit stehengeblieben … denn die Bewohner des abgelegenen Dorfs lehnen jegliche Form der modernen Technologie und des Fortschritts ab. Doch dies ist nicht die einzige Überraschung für Justus, Peter und Bob, denn bereits nach kurzer Zeit überschlagen sich die Ereignisse und das Dorf der Teufel zeigt sein wahres Gesicht … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nein, dies ist kein Comic, sondern eine Graphic Novel. Der Unterschied? Na ja … der ist gar nicht so direkt zu sehen, denn im Grunde sind beides gezeichnete Abenteuer. Bei der Graphic Novel erzählen die aber meist komplexere Themen, die Zielgruppe ist älter und der Vertrieb geschieht hierzulande meist über den Buchhandel und nicht den Tankstellenkiosk.

Diese Graphic Novel hält bis auf das bekannte rote Fragezeichen des Firmenlogos der Jungs nur die Farben Blau und Grün bereit … die Nicht-Farben Schwarz und Weiß sind natürlich auch mit dabei. Der Rest vom Farbspektrum wurde weggelassen … wie auch der altbekannte Bauch von Justus, der erstaunlich schlank gezeichnet wurde. Reichlich gibts aber an Chemiegeruch, der von diesem Buch ausgeht. Die Geschichte ist zwar auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt, riecht aber wie fünf chinesische Billigspielzeugfabriken mit geschlossenen Fenstern … Teufel noch eins.

In diesen gezeichneten Fall gehts recht schnell, nachdem die Jungs im Rolls Platz nehmen, der von Morton gefahren wird und beim Langzeitfan sofort wohlige Erinnerungen an die Hörspielkindheit aufkommen lässt. Da war ja was, Morton und der Rolls, lange nichts mehr gehört. Dafür sehen ihn wir ihn jetzt … zumindest so, wie der Zeichner sich ihn vorstellt. Und in dessen Wagen finden wir den heutigen Fall … nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern an einer Kette hängend. Warum sich die Besitzerin des Schmuckstücks darüber freut, ist nachvollziehbar … wieso sie drei Kids, die sie gar nichit kennt, dann aber direkt ihr Herz ausschüttet, eher nicht so. Aber irgendwie brauchen wir ja auch einen Auftraggeber und so haben wir ihn dann halt. Wer sonst sollte uns ins „Dorf der Teufel“ schicken?

Auf dem Weg dahin … natürlich im teuren Auto mit Chauffeur … fassen die Jungs zusammen, was sie im Vorfeld recherchiert haben … und wieso sie überhaupt in dieses Dorf fahren wollen. Sie suchen da ürigens nach dem verschwundenen Mann der Kettenträgerin. Drei Teens … in den Wäldern … in einem seltsamen Dorf … endet das in einem klischeebehafteten Teenieslashermovie … in blau und grün? Eher nicht, das Grafikabenteuer ist ab 10 … puh.

Der Vater des Verschwundenen ist übrigens auch ziemlich lebendig … der sollte nämlich eigentlich tot sein. Wer weiß aber, wie lange der noch lebt … und die Jungs … denn ihre erste im Dorf ist zugleich „die Nacht der Teufel“. Huuuuuh! Wenns jetzt auch noch zum „Tanz der Teufel“ kommt, dann lese ich nicht mehr weiter …

Und dann kommt auf einmal ein Topf roter Farbe ins Spiel, den der Zeichner über der Story ausschüttet. Okulte Satanisten in abgedrehten Kostümen wollen irgendwen verscheiterhaufen. Gezeichnet und vor Augen geführt ist das ganz schön gruselig … und ab 10 ist das Buch?

Zum Glück bleiben die Jungs nicht in dem Dorf und machen sich auf die Rückreise … nur weil der Verschwundene sich nicht gemeldet hat, heißt das ja nix … Erwachsene dürfen auch ohne Erlaubnis einfach wegfahren. Wohin die Fahrt des Mannes der Amulettträgerin gegangen ist … das sehen wir dann auch auf der Rückfahrt …

Spätestens jetzt sind wir interessiert und wollen wissen, was hier abgeht. Dass die Leute im Dorf nicht ganz sauber sind … ok … ihre Sache, solange sie niemandem schaden … aber wo ist denn nun der Amulettverlierer abgeblieben?

All das wird aufgeklärt. Vorher aber wirds echt dramatisch und gefährlich für die Jungs. Und wer sich bis zum Schluss durchgruselt, der wird mit einem runden Abschluss belohnt, der dann alles wieder in einem ganz anderen Scheiterhaufenlicht erscheinen lässt …

Die Schöpfer:

John Beckmann hat als freier Autor u. a. fur die preisgekrönten Mystery-Serien „Darkside Park“ und „Porterville“ geschrieben.

Ivar Leon Menger ist Regisseur, Werber und Hörspielautor. Seine Kurzfilme, Werbespots und Hörspiele erhielten zahlreiche internationale Auszeichnungen.

Christopher Tauber ist Comiczeichner und lebt in Frankfurt am Main. Wenn er nicht gerade „Die drei ???“ in Szene setzt, arbeitet er an Büchern, Magazinen, Comics und Kunstprojekten. (Verlagsinfos)

Mein Fazit:

Mit wenigen Farben und wenig Detailverliebheit zeichnet uns das Team der Graphic-Novel-Schiene hier einen gruseligen und spannenden Fall aufs chlorfrei gebleichte Papier.

Die Jungs suchen einen Mann, der ein Amulett verloren hat, übernachten im Dorf der Teufel, fürchten sich zusammen mit dem Leser vor dem Schlimmsten und können das Rätsel mit viel Mut dann doch lösen.

Dass der Autor der Geschichte nicht regelmäßig an ???-Storys bastelt, sondern eher an Mystery-Grusel, das fällt schon auf und für mich passte die Vermischung von beidem auch nicht so ganz zusammen. Unterhaltsam und spannend wars dann aber schon und am Ende kommt alles zu einem runden Ende. Die Altersempfehlung hätte ich aufgrund der Teufelsmaskenzeichnungen aber etwas höher angesetzt, auch wenns hier keine expliziten Gewaltdarstellungen zu sehen gibt. Dafür aber ein nettes, kleines MAKING OF von Morton, dem Rolls und der Covergestaltung.

Klappenbroschur mit zwei Klappen: 128 Seiten
Illustrationen von Christopher Tauber
Vom Verlag empfohlen ab 10 Jahren
1. Auflage, September 2017
ISBN-13: 978-3440154717

www.kosmos.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 3,33 von 5)

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