Beth O´Leary – Love to share

Inhalt

Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt kein Problem, denn Tiffy arbeitet tagsüber, Leon nachts. Die Uhrzeiten sind festgelegt, die Absprachen eindeutig. Doch das Leben hält sich nicht an Regeln … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Tiffy und Leon klären Organisatorisches per Klebezettel, wobei die emotionale Tiffy ihrem Mitbewohner nebenbei auch ihr Herz ausschüttet. Sie ist traurig, unsicher sowie verwirrt ist, weil sie abserviert wurde. Tiffy backt Süßkram um sich von ihrem Kummer abzulenken, Leon revanchiert sich, indem er kocht. Ihre Nachrichten an ihn sind fünfmal so lang wie seine an sie. Sie lebt bunt opulent, überschäumend -er hingegen schlicht, weshalb er Tiffy etwas anstrengend findet. Die Beiden verstehen sich dennoch überraschend gut, zudem werden sie schnell miteinander vertraut, obwohl sie sich monatelang nicht begegnen.

„Love to share“ ist eine herausragende, lesenswerte Geschichte. Die Grundidee ist originell und die Autorin setzt sie optimal um. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive erzählt, abwechselnd aus der Sicht von Tiffy und Leon. Tiffy liebt ihren schlecht bezahlten Job als Lektorin, sie ist ein bisschen neurotisch, außerdem hat sie ein liebenswert zwanghaftes, Mitteilungsbedürfnis. Leon ist ein stiller, zurückhaltender Typ, er arbeitet als Palliativpfleger, zudem engagiert er sich für seinen Bruder Richi, der unschuldig im Gefängnis ist.

Tiffys Art mit ihrem ramponierten Ego umzugehen ist wundervoll skurril: Ihre Verzweiflung und die daraus resultierende selbstironische Genügsamkeit ist urkomisch. Ihre Gefühlswelt wird ungemein geistreich dargestellt. Die Autorin beweist mit ihrem Debüt viel Menschenkenntnis, Phantasie und britischen Humor, der nur so vor dem typischen Understatement strotzt.

Es ist natürlich reizvoll dem ersten Treffen der Beiden entgegenzufiebern (es lohnt sich), es bleibt jedoch auch danach noch spannend! Die Entwicklung der Protagonisten nimmt an Fahrt und Intensität auf: Tiffy stellt sich einer schmerzhaften Wahrheit, während Leon feststellt, dass seine Gefühle für Tiffy gar nicht so oberflächlich sind…

Der Autor

Beth O’Leary studierte Englische Literatur und arbeitete in einem Kinderbuchverlag. Auf der täglichen Zugfahrt zum Verlag schrieb sie ihren ersten Roman Love to share, der international Begeisterung auslöste und in über 35 Ländern erscheint. Heute ist Beth freie Autorin, und wenn sie nicht an ihrem Schreibtisch sitzt, macht sie es sich gerade irgendwo mit einem Buch, einer Tasse Tee und mit mehreren Wollpullovern (bei jedem Wetter) gemütlich. (Verlagsinfo)

Fazit:

Dieser Wohlfühlroman versüßt verregnete Frühlingstage und schließt den grauen Alltag aus. Ich habe ihn regelrecht inhaliert, wobei arbeiten, essen sowie schlafen zu lästigen Nebensächlichkeiten wurden, die mich nur davon abhielten, in der zauberhaften Welt von „Love to share“ zu verweilen. Die Geschichte ist herzerwärmend, interessant und klug – viel mehr als eine Lovestory.

Klappenbroschur: 480 Seiten
Originaltitel: The Flatshare
Aus dem Englischen von Pauline Kurbasik, Babette Schröder
ISBN-13: 978-3-453-36035-8

www.randomhouse.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)