Marc Elsberg – ZERO: Sie wissen, was du tust

Worum gehts?
Die vielbesuchte Internetplattform Freemee verspricht ihren Nutzern ein besseres, erfolgreicheres Leben. Es gibt nur einen, der vor dem Nutzen von Freemee warnt, der meistgesuchte Online-Aktivist, Zero. Als bei einer Verfolgungsjagd ein junger Mann ums Leben kommt, der ein reger Freemee-Nutzer war, gerät die Plattform in Verruf. Die Journalistin Cynthia forscht in diesem Sachverhalt nach und beginnt in Sachen Freemee genauer zu recherchieren. Schon bald gerät sie selbst in größte Gefahr.

Inhalt

London. Cynthia ist eine junge Journalistin, die für den Daily schreibt. Aktuell soll sie über eine gefeierte Internet-Plattform schreiben. Freemee hat weit über eine Million Nutzer und verspricht diesen durch die sogenannten ActApps ein besseres Leben. So gibt es entsprechende Apps, die dabei helfen sollen eine Diät durchzuhalten, zu sich selbst zu finden, einen optimalen Trainingsplan zu erstellen oder ein Instrument zu erlernen. Nahezu kein Wunsch bleibt den Nutzern unerfüllt. Jedoch gibt es einen, der vor der Aktivität bei Freemee warnt, Zero. Er ist der meistgesuchte Online-Aktivist. In regelmäßigen, überzogenen Videos, der er ins Netz stellt appelliert er an den Verstand der Menschen, die so viel von sich preisgeben.

Als bei einer Verfolgungsjagd ein junger Mann ums Leben kommt und sich herausstellt, dass dieser ein sehr aktiver Nutzer der besagten Plattform ist, gerät diese zum ersten Mal ordentlich ins Visier der Kritiker. Cynthias Chef Anthony setzt diese darauf an, eine Story über diesen Sachverhalt für den Daily zu schreiben. Zur Hilfe wird sie großzügig mit sämtlichen Datengeräten, wie Glasses, Smartphone und Smartwatch vom Verlag ausgestattet. Zunächst weiß sie nicht, auf was sie sich bei diesem Auftrag einlässt, doch die Gefahr soll ihr schon bald bewusst werden, denn sie selbst wird zur Gejagten und in einer Welt nahezu voller Überwachung gibt es so schnell kein Entkommen mehr.


Mein Eindruck

Der gläserne Mensch

Dieses Buch beschreibt das aktuelle Thema der Internetpräsenz. Es führt seinen Lesern sehr authentisch vor Augen, wie leichtfertig man heutzutage mit sämtlichen privaten Daten umgeht und was im schlimmsten Falle daraus resultieren kann. Wer kennt es nicht, das beliebte Smartphone mit all seinen Funktionen, die das Leben besser und schöner machen? Aber ist es wirklich nötig, immer seinen GPS-Empfang einzuschalten und für alle möglichen Dinge des Lebens eine App zu nutzen? Genau diese Fragen stellt man sich, während man dieses Buch liest.

Die ganze Geschichte beschreibt auf seinen knapp 500 Seiten nur eine einzige Woche, in der jedoch verdammt viel passiert. Menschen sterben, eine Journalistin wird gejagt und die Gründer der fragwürdigen Internetplattform müssen auf die Gefahr des Auffliegens reagieren. Seine Nutzer zu manipulieren ist schließlich ihre Hauptaufgabe und genau damit experimentieren sie an ihren Nutzern herum. Sollte diese Tatsache auffliegen, so würde dies zweifelsfrei das Aus für Freemee bedeuten.

Gleich zu Beginn der Geschichte findet man eine kurze Anmerkung des Autors, in der er sagt, dass man sich vielleicht im Laufe seiner Geschichte wie in einem Science-Fiction-Film voller Utopie fühlen wird, dennoch würden alle hier beschriebenen Technologien bereits eingesetzt werden. Ganz unrecht hat er damit nicht, also dass man sich wie in einem surrealen Film vorkommt. Teilweise wirkt die Story auf mich doch sehr strange und „amerikanisch“. Wobei ich keineswegs anzweifeln möchte, dass der Autor in seinem Vorwort nicht die Wahrheit gesagt hat. Sicherlich ist es so, dass die besagten Technologien bereits eingesetzt werden, dennoch empfand ich die Schilderungen teilweise als absurd.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es mir echt schwergefallen ist, mit den Figuren der Geschichte warmzuwerden. Sie bleiben überwiegend recht eindimensional und farblos, was nicht gerade förderlich ist, wenn man eh schon Schwierigkeiten hat, in die Geschichte zu finden.

Fazit

Nach „Blackout“ war ich recht gespannt auf den neuen Roman von Marc Elsberg. Leider wurde ich in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Zwar passt dieser auch perfekt in das für den Autor so typische Genre, dennoch fand ich sein erstes Buch um Längen besser. Ich denke aber auch, dass das eine ganz subjektive Ansicht meinerseits ist, da Elsberg mich mit diesem Thema in seinem aktuellen Buch nicht so richtig erreicht hat. Teilweise hatte ich echt Schwierigkeiten, dem komplexen Sachverhalt und den vielen Personen zu folgen. Ich wusste manchmal nicht wirklich bei wem ich gerade bin, bei den Reporten des Daily, dem FBI oder doch gar den Chefs von Freemee. Zwar findet man am Ende des Buchs neben einem Glossar auch noch ein Personenverzeichnis, doch auch dies hat mir nicht in allen Situationen weiterhelfen können. Mein Buch war dies leider nicht, obwohl es mit Sicherheit weniger am Schreibstil des Autors, als am Thema des Plots lag.

Über den Autor

Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard« sowie Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg. Heute lebt und arbeitet er in Wien. (Verlagsinfo)

Gebunden: 480 Seiten
ISBN-13: 978-3764504922

www.randomhouse.de/blanvalet

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