Markus Heitz – Exkarnation Seelensterben

Die Handlung:

Das dunkle Finale: Das Rätsel der Seelenwanderer steht vor seiner Auflösung.
Eine Seelenwanderin auf der Jagd nach einem skrupellosen Entführer. Eine uralte Vampirin auf einer Rettungsmission, die sie an Orte führt, von denen es kaum ein Entkommen gibt. Ein Mann ohne Gedächtnis, der versucht, die Schuldigen zu finden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wege dieser drei kreuzen… ( Verlagsinfo)

Mein Einruck:

Lange mussten die Fans nicht warten: nur ziemlich genau ein Jahr hat Markus Heitz für die Fortsetzung von „Krieg der Alten Seelen“ benötigt und mit „Seelensterben“ erneut einen mehr als 600 Seiten starken Thriller veröffentlicht.

Neben Marlene von Bechstein – aus dem ersten Band bekannt als die neue Gestalt der Protagonistin Claire – tauchen mit dem einflussreichen Gregor Dubois und dem unheimlichen Seelensammler Inverno hier eine ganze Reihe von Personen wieder auf. Heitz ergänzt in gewohnter Manier aber zusätzlich einige neue Charaktere und Kreaturen. Als Marlene von Bechsteins Mann Eugen spurlos verschwindet, vermutet sie eine Entführung und beginnt mit der Suche. Nach einem Zwischenfall in ihrer Leipziger Villa muss sie dabei ausgerechnet auf Fabian Vacinsky verzichten, mit dem Marlene inzwischen ein eingespieltes Team war.

Stattdessen erhält sie Unterstützung von ihrem Personaltrainer Ares Löwenstein sowie von einem weiteren Mann namens Konstantin Korff. Für Löwenstein, früher Krimineller und Rocker, erschließen sich nur langsam Details und Zusammenhänge zu Seelenwanderern, Vampiren und deren besonderen Fähigkeiten. Selbst sein Bekannter Korff, der ein Bestattungsunternehmen in Leipzig besitzt, ist für ihn nicht vollständig durchschaubar. Hat er doch als „Todesschläfer“ geholfen, als ein Serienmörder in Leipzig sein Unwesen trieb.Marlene und ihre beiden Begleiter beginnen in Leipzig mit der Suche nach Eugen. Schnell taucht der Name Gregor Dubois als mutmaßlicher Entführer auf und mithilfe von Marlenes Erinnerungen macht sich das Trio bald in Wien auf den Weg zu alten Unterschlüpfen von Dubois.

Heitz hat jedoch noch weitaus mehr zu bieten: Er lässt seine Leser gleichzeitig teilhaben an dem Treiben der Vampirin und Judastochter Sia, die auf der Suche nach Eric von Kastell und Ziehtochter Elena schier Unglaubliches erlebt und einige Umwege in Kauf nehmen muss. Sie vermutet Beide in den Fängen der Organisation Libra, die bereits aus dem Vorgängerroman bekannt ist. Im Dienste von Libra unterwegs ist übrigens auch die Gestalt Minamoto, der wiederum nebenbei zusammen mit einem Bekannten ganz andere Ziele verfolgt. Nicht zu vergessen Inverno, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität ganz eigene Waffen einsetzt. Haben Sie jetzt vollständig den Überblick verloren? Keine Sorge, dank Heitz klarer und strukturierter Sprache sollten auch die Vielzahl der unterschiedlichen Charaktere und actionreichen Kapitel beim Leser nicht zum Chaos im Kopf führen. Denn schließlich kreuzen sich einige Wege und knüpfen klar an „Exkarnation – Krieg der alten Seelen“ an: Als Letzte aus dem Dreigestirn findet auch Hochschmidt ein furioses Ende und steht Marlene nicht mehr zur Seite. Diese sucht indessen mit ihren Begleitern in Kanada weiter nach ihrem Mann. Als Schauplatz für das Finale hat Heitz aber wieder Deutschland ausgewählt: in einer der vielen Stätten der Organisation Libra kreuzen sich schlussendlich fast alle Erzähllinien des Thrillers und halten dabei mehr als eine Überraschung bereit.

Mein Fazit:

Das Beste am neuen Heitz-Thriller? Es wird eine Fortsetzung geben! Nachdem „Exkarnation – Krieg der alten Seelen“ für mich DER Überraschungserfolg im bis dato eher unbekannten Fantasy-Genre war, fieberte ich natürlich dem nächsten Werk des Autors entgegen. Während ich dort im Glossar von Extrusion über Necessarius bis hin zu Wandelwesen noch informatorischen Nachholbedarf hatte, hieß es dieses Mal eintauchen in ein spannendes Wiedertreffen einiger alter Bekannter. Heitz ist einfach ein Meister darin, mit klaren Worten eine Atmosphäre zu erschaffen und seine Leser zu fesseln. Die Vielzahl der Charaktere und Handlungsstränge sind dabei aber niemals unübersichtlich oder unüberschaubar, jede Erzählung für sich genommen, hat bereits das Zeug zum Thriller. Fein ausgearbeitete Charaktere statt klischeebeladener Stereotypen, reichlich Action und Spannung bis zur letzten Seite. Und damit nicht genug: mit Exemplum liefert Heitz als Bonus-Track noch zusätzlich eine Geschichte am Ende des eigentlichen Thrillers und lässt darin nochmal den Todesschläfer Korff auftauchen. Erwähnenswert ist allerdings auch die absolut stimmige Covergestaltung: auf dunklem Untergrund kommt das Libra-Symbol in leuchtenden feuerähnlichen Farben daher und wird von bernsteinfarbenem Nebel umhüllt – sehr fantasievoll und mystisch und damit wirklich passend. Also auch diejenigen, die ihre Kaufentscheidung aufgrund eines Covers treffen, werden hier gewiss nicht enttäuscht!

Broschiert: 656 Seiten
ISBN-13: 978-3426505939

www.droemer-knaur.de

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