Adrian, Lara – Gebieterin der Dunkelheit (Midnight Breed 4)

Die |Midnight Breed|-Romane:

Band 1: [Geliebte der Nacht]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4775
Band 2: [Gefangene des Blutes]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4781
Band 3: [Geschöpf der Finsternis]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4902
Band 4: Gebieterin der Dunkelheit

Der Orden der Stammesvampire findet die Überwinterungskammer des Alten, des gefährlichen Vorfahren der Gen-Eins-Vampire, verlassen vor. Rio, der sich nach seinem schweren Unfall eine Auszeit vom Orden nehmen möchte, erklärt sich bereit, bei der Höhle zu bleiben und diese zu sprengen. Doch bevor er dazu kommt, die Höhle zu zerstören und sie dadurch vor den Augen der Zivilisten zu schützen, findet die junge Journalistin Dylan Alexander sie, macht einige Schnappschüsse davon und möchte aus ihrem Fund eine Story machen. Rio nimmt deshalb ihre Verfolgung auf und entführt die junge Frau kurzerhand, um den Schaden einzugrenzen und dafür zu sorgen, dass die Fotos und die Story nicht an die Öffentlichkeit geraten. Durch Zufall entdeckt Rio, dass Dylan eine Stammesgefährtin ist, und obwohl Dylan ihrem Entführer erst entkommen möchte, kommen sich die beiden dennoch schon bald näher …

Währenddessen wird der Orden von neuen Problemen aufgemischt. Immer wieder werden geköpfte Gen-Eins-Vampire aufgefunden, und die ohnehin schon geringe Anzahl direkter Nachkommen der Urvampire sinkt noch weiter. Auch immer mehr Stammesgefährtinnen verschwinden. Erst mit Dylans Hilfe, deren Gabe es ist, die Geister verstorbener Stammesgefährtinnen sehen zu können, löst der Orden das Rätsel – und entdeckt ein lang gehütetes, schreckliches Geheimnis …

_Eindrücke:_

Nachdem in „Geschöpf der Finsternis“ der Kampf gegen Lucans Bruder Marek und die Rogues, wilde Blutjunkies, endlich beendet und Marek besiegt wurde, wird es für den Orden vorerst etwas ruhiger. Doch das ist letztendlich nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn in „Gebieterin der Dunkelheit“ steht der Orden vor einem wesentlich größeren Problem als je zuvor – und dabei sind geköpfte Gen-Eins-Vampire und verschwindende Stammesgefährtinnen nur der Anfang. Damit bringt Lara Adrian mal wieder etwas frischen Wind in ihre Reihe, auch wenn man deutlich merkt, dass der Orden in diesem Band eher im Hintergrund steht.

Im Vordergrund steht nämlich ganz klar die sich anbahnende Liebe zwischen Rio und Dylan. Bisher wurde in allen vier Teilen einer der Stammesvampire des Ordens mit einer Stammesgefährtin verkuppelt, und dieses Mal ist Rio an der Reihe, der schon im ersten Teil seine frühere Stammesgefährtin Eva verloren hat. Seine Geliebte hat ihn verraten und verursacht, dass Rio bei einer Explosion in einer Lagerhalle beinahe ums Leben gekommen wäre. Übrig geblieben sind davon noch Narben, die seinen ganzen Körper entstellen, Blackouts und Wutausbrüche, die er nicht kontrollieren kann. Bald schon entwickelt er einen enormen Selbsthass und steht kurz davor, sich das Leben zu nehmen – bis Dylan Alexander in sein Leben tritt. Dylan ist eine junge Reporterin, die für ein Schundblatt arbeitet und deshalb ständig auf der Suche nach interessanten Storys ist. Als sie schließlich Rio kennen lernt, wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Nicht nur, dass sie von ihm entführt wird, nein, sie wird auch noch in das Geheimnis der Stammesvampire eingeweiht, welches geradezu aus einem dieser Schundblätter, für die sie arbeitet, entsprungen sein könnte. Dennoch verlieben sich die beiden.

Im Prinzip läuft die Geschichte in den Büchern der „Midnight Breed“-Reihe immer nach dem gleichen Schema ab. Einer der Stammesvampire trifft zufälligerweise auf eine Stammesgefährtin. Beide verlieben sich ineinander, doch aus variablen Gründen denkt vor allem der Vampir, dass eine Beziehung mit der Angebeteten nicht möglich sei. Ein beliebter Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass die Krieger des Ordens glauben, der Kampf gegen das Böse und ein Liebesleben ließen sich nicht gut kombinieren. Später allerdings, nachdem einer der beiden Verliebten in Gefahr geraten ist, wendet sich doch alles zum Guten und das Paar kann zusammen sein.

Zwar gibt sich die Autorin Lara Adrian alle Mühe, etwas Abwechslung und neue Ideen in ihren Roman einzubringen, und im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen der Reihe erkennt man dabei ganz klar eine Besserung, doch letztendlich bleiben das Grundgerüst der Geschichte und einige der Details immer gleich. Vor allem die Liebesgeschichte läuft in jedem Teil in etwa gleich ab. Das kann nach einer Weile durchaus stören, und es bleibt zu hoffen, dass in den noch folgenden Teilen noch ein bisschen mehr Abwechslung vorhanden sein wird.

Eine besonders wichtige Rolle spielen in „Gebieterin der Dunkelheit“ natürlich die Erotikszenen zwischen Rio und Dylan. Diese kommen im vierten Teil der „Midnight Breed“-Reihe allerdings relativ selten und auch eher am Ende des Buches vor. Das ist allerdings gar nicht mal so schlecht, denn dadurch gerät die Erotik nicht so sehr in den Vordergrund, wie es bei anderen Büchern aus dem Bereich Fantasy Romance oft der Fall ist. Die Erotikszenen werden dabei sehr ausführlich und entsprechend leidenschaftlich erzählt, wenn auch an manchen Stellen für meinen Geschmack etwas zu übertrieben und kitschig. Das stört allerdings kaum.

Der Schreibstil, den ich bei den anderen Bänden häufiger bemängelt habe, hat sich auch etwas verbessert. Zwar gehören „Oh Gott“ und in Rios Fall auch „Cristo in cielo“ zu den häufigsten Ausdrücken des Buches, doch diese sind mittlerweile wieder ein wenig zurückgegangen und stören nicht mehr allzu sehr. Und neben reduziert auftretenden Wortwiederholungen hat sich auch der Schreibstil eindeutig verbessert, sodass sich „Gebieterin der Dunkelheit“ nun etwas angenehmer lesen lässt.

Im Gegensatz zu den anderen drei Teilen ist „Gebieterin der Dunkelheit“ nicht mehr einzeln lesbar. Zwar werden oft einzelne Umstände aus den früheren Büchern noch einmal aufgegriffen und erklärt, doch mittlerweile gibt es zu vieles aus den ersten drei Teilen, worauf „Gebieterin der Dunkelheit“ aufbaut und das für ein gutes Verständnis des Buches wichtig ist.

Etwas schade war aber, dass das Ende im Gegensatz zu den drei früheren Teilen stark gerafft und recht unspektakulär verlief. Erst auf den letzten paar Seiten wurde noch schnell eine passende Szene für das Finale des Buches beschrieben, die allerdings sehr kurz und auch nicht besonders spannend geraten ist.

_Fazit:_

Neben „Geschöpf der Finsternis“ ist „Gebieterin der Dunkelheit“ eindeutig einer der besseren Teile der Reihe. Die Geschichte sowie der Schreibstil haben sich im Gegensatz zu den Vorgängern verbessert, auch wenn hier und da noch das eine oder andere Manko zu finden ist.

_Die Autorin:_

Zusammen mit ihrem Mann lebt Lara Adrian an der Küste Neuenglands, die von uralten Friedhöfen und dem Atlantik umgeben ist. Schon in ihrer Kindheit entwickelte sie ein Faible für Vampirromane und verschlang Bücher von Bram Stoker und Anne Rice. Der Auftaktband „Geliebte der Nacht“ war ihr erster eigener Vampirroman.

|Originaltitel: Midnight Rising
Ins Deutsche übertragen von Katrin Kremmler
398 Seiten, kartoniert
ISBN-13: 978-3-8025-8173-1|
http://www.egmont-lyx.com

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