Diociaiuti, Walter & franc´O´brain (Hrsg.) / Gruber, Andreas / Koch, Boris / von Aster, Christian / – Psycho Ghost

|Diese Anthologie mit Horrorgeschichten deutscher und italienischer Autoren hat es in sich. „Psycho Ghost“ vereint einige der wohl bekanntesten und vielversprechendsten Schriftsteller aus diesem Genre mit zum Teil exklusiven Geschichten in einem Buch.|

Die Anthologie „Psycho Ghost“ war der erste Titel, den ich von |UBooks| unter die Lesefuchtel bekam, und ich muss sagen: Er ist sehr ordentlich geraten! Diese Horroranthologie mit deutschen und italienischen Autoren ist besser als manch andere, die ich in letzter Zeit lesen „durfte“. Dafür verbürgen sich vor allem die deutschen Autoren wie u.a. Andreas Gruber, Boris Koch, Jörg Bartscher-Kleudgen, Thomas Wagner, Christian von Aster, Malte S. Sembten, Eddie M. Angerhuber, frank’O’brain …

Allzu häufig denke ich beim Rezensieren einer Anthologie, in der der Herausgeber auch als Autor auftritt: „Hätte er sich das doch erspart“ (und den Lesern!). Da mache ich künftig auch bei meinen selbst herausgegebenen Anthologien keine Ausnahme. Aber auch hier ist „Psycho Ghost“ eine Ausnahme. Die Story „Villa Süßertod“ des Herausgebers frank’O’brain brilliert mit dem interessantesten Plot über eine sehr sexhungrige und mordlustige Pipi Langstrumpf. Aber auch „Nachtfalter“ von Christian von Aster weiß zu faszinieren. „Geistzeit“ von Jörg Bartscher-Kleudgen, ein Meister des filigranen Grusels, ist zwar nicht unbedingt der pure Horror, aber die Story bringt eine melancholische Stimmung und Aura herüber, die mich an den „Schimmelreiter“ erinnerte.

„Ein Wurm namens Ewigkeit“ von Thomas Wagner ist vielleicht die beste Story des Bandes. Da stimmt einfach alles: Stil, Plot, Atmosphäre … „Kein Netz“ von Jörn Zander war die erste Story, die ich von dem Autor gelesen habe, und sie ist wirklich gelungen und macht Lust auf mehr. „Rock the Road“ von Malte S.Sembten erinnerte mich zwar ein wenig an „Christine“ von Stephen King, aber die Story ist grandios erzählt! Hier beweist Sembten einmal mehr, dass er zu schreiben versteht. „Die Enthüllungen des Raupenwolfs“ von Eddie M. Angerhuber verdeutlicht die morbide Erzählkunst der Autorin.

Die Geschichten der italienischen AutorInnen sind teilweise vom Plot her interessant, aber hier hätte bei einigen ein strengeres Lektorat gut getan. Positiv dabei: Das Lektorat ist zwar nicht fehlerfrei (aber welches Buch ist das schon?), aber im Vergleich mit Titeln anderer Kleinverlage, die ich in der letzten Zeit rezensiert habe, deutlich sorgfältiger. Dennoch hätte aus den ausgezeichneten Storys ein strengeres Lektorat noch mehr gemacht. Dazu kann ich |UBooks| für zukünftige Veröffentlichungen nur raten – es würde sich bezahlt machen!

_Unterm Strich_: Ein lesens- und kaufwertes Buch, das manch andere Horror-Anthologie locker in den Schatten stellt.

_Übersicht:_

„Krähenschreie“ von Kathleen Weise
„Superbaby“ von Walter Diociaiuti
„Medusa“ von Andreas Gruber
„Durchsichtige Welten“ von Riccardo Coltri
„Der Tote im Maisfeld“ von Boris Koch
„Unendliche Liebe“ von Gianfranco Nerozzi
„Geistzeit“ von Jörg Bartscher-Kleudgen
„Bissige Küsse“ von Andrea G. Colombo
„Kein Netz“ von Jörn Zander
„Yuri“ von Massimo Perissinotto
„Ein Wurm namens Ewigkeit“ von Thomas Wagner
„Komm mit uns!“ von Gaetano Ristretta
„Nachtfalter“ von Christian von Aster
„Ein Kinderspiel“ von Nicola Lombardi
„Der Pool“ von Ulla Schill
„Beghy“ von Massimo Ferrara
„Rock the Road“ von Malte S. Sembten
„Die Graue“ von Barbara Becheroni
„Der Auftrag“ von Thomas Gleich
„Villa Süßertod“ von franc´O´brain
„Die Enthüllungen des Raupenwolfs“ von Eddie M. Angerhuber
„Der Würmertanz“ von Paolo Di Orazio

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