Oprisko, Kris / Wood, Ashley – Metal Gear Solid (Band 2)

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_Story_

Solid Snake trifft im Labyrinth den gefangenen Baker und erhofft sich von ihm mehr Informationen über die Pläne zum Abschuss von Metal Gear, doch während des Gespräches stirbt der Wissenschaftler in den Armen des Einzelkämpfers – gerade als er dabei war, ihm ein wichtiges Geheimnis über seine Auftraggeber aus dem Pentagon anzuvertrauen. Diese wiederum verlangen von Solid Snake eine engere Zusammenarbeit mit der Söldnerin Meryl, auf die sich Solid Snake jedoch nur bedingt einlässt. Von ihr erfährt er, wo der Erfinder des Projektes, Dr. Emmerich, stationiert ist und wie man Metal Gear aufhalten kann. Meryl, zugleich Tochter von Colonel Campbell, hält die Stellung, während sich Snake noch tiefer in das Labyrinth hineinbegibt und schließlich Emmerich aufspürt. Doch auch hier scheint er zu spät zu kommen, denn ein brutaler Cyborg hat sich bereits einen Weg zum Metal-Gear-Urheber gebahnt und droht, ihn zu vernichten. Es kommt zum Kampf, in dem sich das wahre Gesicht des Kampfroboters offenbart, und in dem Snake von oberster Stelle erfährt, um wen es sich bei seinem neuen, übermächtig erscheinenden Gegner zu handeln scheint …

_Meine Meinung_

Der zweite Comic-Band zur vierteiligen Serie steckt voller Überraschungen für den Helden Solid Snake. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen, und es macht den Eindruck, als würden seine Auftraggeber ihm wichtige Informationen vorenthalten oder aber eingreifen, wenn Snake droht, zu viel zu erfahren. Es liegt eine Verschwörung in der Luft, die durch das Auftauchen eines alten Bekannten in der zweiten Hälfte noch mysteriöser wird, den Leser aber gleichzeitig auch ein bisschen (im positiven Sinne) verwirrt. Genaue Motivationen der Verbrecher sind zwar rein äußerlich erkennbar, aber wie die einzelnen Verstrickungen tatsächlich aussehen, bleibt weiterhin ein Rätsel, das es für den legendären Söldner aufzudecken gilt.

Wie auch schon im ersten Teil lebt die Geschichte vorrangig von ihrer Action. Solid Snake hat mehrere Gefechte zu überstehen, verfolgt aber eine sehr klare Linie, die sich aber generell auch durch die gesamte Geschichte zieht. Der Hauptcharakter und sein zielstrebiges Auftreten sind sinnbildlich für den sehr gradlinigen Verlauf der Handlung, die aber dank der verzwickten Rollenaufteilung – man weiß nach wie vor nicht mit Gewissheit, welche Person jetzt welchen Zweck erfüllt – niemals an Spannung verliert. Schade ist nur, dass das Ganze wieder so schnell vorbei geht. Rein quantitativ passiert in Band 2 jedenfalls nicht allzu viel, und auch wenn die Handlung sich weiterentwickelt hat, ist die Geschichte nur geringfügig vorangekommen. Kris Oprisko kommt schnell auf den Punkt, das ist auch gut so, aber ein bisschen mehr Inhalt hätte dem zweiten Teil letztendlich trotzdem sehr gut getan. Es fällt mir jedenfalls schwer, mir vorzustellen, dass die Sache nach ganzen vier Bänden bereits komplett rund sein soll. Es wäre zu einfach, wenn Solid Snake jetzt auf direktem Wege die Nuklearwaffen aufspürt und sie vernichtet. Wo bringt der Autor dann die Lösung der hier aufkeimenden Ungereimtheiten bezüglich der ‚bösen‘ Charaktere noch unter?

Aber gut, ich lasse mich überraschen und darf mich auch eigentlich nicht beschweren, schließlich war Band 2 am Ende auch wieder sehr unterhaltsam und konnte mit seiner düsteren Atmosphäre erneut echt begeistern. Mittlerweile habe ich mich auch an den Stil von Ashley Woods Skizzen gewöhnt, der mir von Bild zu Bild besser gefällt, gerade wenn der Mann mal etwas mehr Farbe ins Spiel bringt. Wer sich den ersten Teil bereits angeschafft und damit seine Freude gehabt hat, darf die aktuelle Ausgabe natürlich auch nicht verpassen und sich schon jetzt auf die im Mai folgende Fortsetzung freuen. Dann sollte aber neben der gewohnt rasanten Action auch die Rahmenhandlung ein wenig mehr vorankommen, denn wenn es von meiner Seite etwas zu kritisieren gibt, dann die meines Erachtens zu deutliche Fokussierung auf Dialoge und Kampfhandlungen, deren Inhalte nicht immer den gewünschten Fortschritt bringen – und dies war eigentlich einer der Punkte, die mir im Vorgängerband noch so positiv aufgefallen sind, sprich ein konsequenter Strang und kaum Nebenhandlung. Ein bisschen mehr Rahmen hätte es aber in der Fortsetzung schon sein können, und ich wäre rundum zufrieden gewesen. Ja, ja, wüsste ich nur manchmal selber, was ich genau will … Aber wie gesagt, alles in allem bin ich auch von Teil zwei überzeugt!

http://www.ehapa-comic-collection.de/

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