Shocker, Dan – Vampirklinik, Die (Larry Brent, Band 33)

In diesem Buch erleben die beiden Grusel-Krimis „Die Vampirklinik des Dr. Satanas“ und „Nakor – Echse des Grauens“ aus dem Jahre 1983 ihre Neuauflage.

_Die Vampirklinik des Dr. Satanas_

Larry Brent und Morna Ulbrandson sollen in New York bei dem Auftritt eines Bauchredners anwesend sein, weil Arturo mit einer Puppe auftritt, die er „Dr. Satanas“ nennt. Die beiden Agenten sollen herausfinden, ob tatsächlich das verbrecherische Genie dahintersteckt. Als sie nach der Vorstellung den Künstler zur Rede stellen wollen, werden sie überwältigt. Satanas lässt sie nach Afrika bringen, wo sie in einem alten Gemäuer zu sich kommen, in dem der Erzverbrecher Experimente mit Menschen und Tieren vornimmt, um sie in Vampire zu verwandeln …

Endlich gibt es ein Wiederlesen mit dem durchtriebensten und bösartigsten Gegenspieler der PSA – Dr. Satanas. Die Romane mit diesem Verbrecher gehören zu den absoluten Highlights der Serie und ziehen den Leser von Anfang an in ihren Bann. Die Handlung ist meistens derart bizarr und abgehoben, dass man die Geschichten einfach mögen muss. In diesem Fall ist besonders die Entwicklung der Story faszinierend. Beginnend in New York, endet der Fall in Afrika, und was der Schriftsteller aus dem Vampirstoff herausholt, ist einfach genial. Den Roman kann man gut in einem Rutsch durchlesen, wobei dem fantasiebegabten Leser ein Schauder nach dem anderen über den Rücken laufen dürfte. Zu gefährlich, zu emotionslos und dabei trotzdem realistisch und lebensecht wird Dr. Satanas geschildert, der wieder einmal beweist, dass er seinen Doktor-Titel nicht umsonst trägt. Eine Szene prägt sich dabei besonders ein, nämlich als Dr. Satanas bei seiner Flucht sein Gesicht abzieht und es Larry auf die Scheibe seines Wagens schleudert. Horror-Action vom Feinsten.

_Nakor – Echse des Grauens_

Als Oliver Gadock von einer Reise in die Antarktis zurückkehrt, leidet er an einer mysteriösen Krankheit, die ihn mehr und mehr aufzehrt. Im Fieberwahn übergibt er der Krankenschwester Agatha Stancer einen Taschenkalender mit seinen privaten Aufzeichnung. Als sie eine geheimnisvolle Formel laut aufsagt, verbrennt sie bei lebendigem Leib. Diese Tat ruft Larry Brent, alias X-Ray-3, auf den Plan. Der findet heraus, dass Gadock eigentlich einen Japaner namens Tanaka erwartete, der auch erschien und mit dem Freund der verstorbenen Krankenschwester plötzlich abreiste, Richtung Antarktis. Brent vermutet Übles, denn ein Seemann hat im Zusammenhang mit Gadock den Namen einer Dämonengöttin vernommen: Rha-Ta-N’My!

Der PSA-Agent fliegt ebenfalls zum Südpol, kann aber nicht verhindern, dass Tanaka das Grauen erweckt, dem er schließlich selbst zum Opfer fällt. Nakor, die Echse des Grauens, erwacht aus ihrem Schlaf, beginnt mit einem Feldzug der Vernichtung und keine Waffe der Welt kann sie aufhalten …

Mit diesem Roman begibt sich Dan Shocker auf die Spur der alten Monsterfilme, wie „Godzilla“ und „Panik in New York“. Gerade im zweitgenannten Streifen erwachte die Bestie ebenfalls im ewigen Eis und begann danach ihr Zerstörungswerk. Dabei erscheint Nakor recht spät auf der Bildfläche. Den ersten Teil bestreitet eine geheimnisvolle, unheimliche Geschichte um Beschwörungsformeln, welche den Tod bringen. Die Ideen mit der „Vergessenen Stadt“, der Expedition sowie der grauenhaften Dämonengöttin und ihren echsenartigen Kreaturen erinnern an H. P. Lovecraft und seinen legendären Cthulhu-Mythos. Die Szene, in der Agatha zu einer unkenntlichen Mumie verschmort, ist ebenso schockierend wie spannend beschrieben. Ebenso wie Larrys Konfrontation mit den Geistern der Toten, welche der Dämonengöttin dienen müssen.

Das letzte Drittel der Story, in dem Nakor auftaucht, gehört dann ganz der Action und Dramatik. Der Vernichtungsfeldzug der Riesenechse ist nichts für schwache Nerven. Ein Roman, der durchzogen ist von einem Hauch des Wahnsinns, der sämtliche Menschen befällt, die sich mit der Göttin Rha-Ta-N’My einlassen.

Der Stil des Autors ist erfrischend und rasant, so dass der Leser gebannt an den Zeilen klebt, die nur so an ihm vorüberfliegen.

Beide Romane gehören zu den Sahnestücken der Serie und sind neben einer Menge Action auch durchzogen von einem Hauch des angenehmen Gruselns, welcher die Romane von Dan Shocker auszeichnet. Die Überarbeitung der Texte sorgt dafür, dass die Romane auch heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.

Pat Hachfeld hat sich mit seinen Innenillustrationen perfekt angepasst und surrealistische Darstellungen der Monstren angefertigt. Das Cover zeigt dieses Mal das Original-Titelbild zum Heftroman „Die Vampir-Klinik des Dr. Satanas“.

Fazit: Temporeiche Gruselabenteuer mit den ärgsten Gegnern der PSA. Jedem Larry-Brent-Fan ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.

http://www.BLITZ-Verlag.de

_Florian Hilleberg_

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