Warren, Earl – Fluchtpunkt Amazonas (Gentec-X Nr. 3)

Nr. 1: [„Das Ende der Menschheit“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2952
Nr. 2: [„Der Untergang von Chicago“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3017

_Story_

Die Gencoys sind kaum noch aufzuhalten. Nachdem sie große Teile der Vereinigten Staaten besetzt haben, holen sie zum großen Schlag aus und bedrohen die Menschheit weltweit. Ihr Ziel: Die menschliche Rasse zu unterjochen und zu eliminieren, um statt ihrer in die Kosmische Förderation aufgenommen zu werden. Selbst die Aussicht auf Hilfe seitens dieser Förderation ist kaum gegeben, weil die Wächterin der Menschheit auf ihrer Reise zur Andromeda-Galaxis mehr Zeit als erlaubt zu benötigen scheint und ihre Überzeugungsarbeit nicht dringend ein positives Resultat erzielen muss.

Während die Vorsitzenden der brutalen Maschinen in Tokio über das Schicksal der Menschheit beraten und Schritt für Schritt die Zerstörung planen, stecken Nita Snipe und Nick Carson weiterhin im Zentrallager des Gentec-Konzerns fest und können auf die ständig brisanteren Entwicklungen auf der Erde kaum noch Einfluss nehmen. Der Planet und seine Rasse stehen am Ende, es sei denn, es geschieht noch ein unverhofftes Wunder.

_Meine Meinung_

Bereits nach dem zweiten Heftroman „Der Untergang von Chicago“ waren meine Hoffnungen geschrumpft, dass Autor Earl Warren mit seiner Serie „Gentec-X“ noch einmal die Kurve bekommen und die Geschichte wieder in die richtigen Bahnen lenken würde. Zu unglaubwürdig war der Aufbau der Handlung, selbst für eine Science-Fiction-Story, und zu schwach die Weiterentwicklung der mit viel Pathos beschriebenen Charaktere.

Der letzte Funke Hoffnung, der nach dem unerwartet spannenden Ende des letzten Teils noch bestand, wird jedoch leider in „Fluchtpunkt Amazonas“ gänzlich ausradiert. Ein wichtiger Punkt hierbei ist sicherlich, dass die Überraschungseffekte aufgrund der durchweg vorhersehbaren Handlung komplett ausblieben. Selbstverständlich greifen die Gencoys weltweit um sich, und selbstverständlich ist die Lage mit einem Male so aussichtslos, dass sie nur noch von einem (sich bereits ankündigenden) Wunder gewendet werden kann. Diesen Aspekt nimmt man ja dann auch noch gerne hin. Fragwürdig wird das Ganze dann allerdings, als Nita Snipe und ihr Ex-Gemahl Nick in äußerster Lebensgefahr plötzlich wieder ihre alte Liebe aufleben lassen, denn das gehört – zumindest an dieser Stelle – definitiv nicht in einen thematisch so bedrohlichen Heftroman. Man stelle sich das mal vor: Überall auf der ganzen Welt werden Menschen abgeschlachtet, für jedes einzelne reale Lebewesen droht bereits in den kommenden Stunden die endgültige Vernichtung, und die beiden vom Autor auf die Position des Weltretters vorbereiteten Protagonisten haben nichts Besseres zu tun, als die Dinge mit teils selbstironischen, zynischen Kommentaren zu belegen und dann auch wieder einige ach so romantische, von Pathos durchtränkte Worte zu wechseln. Ist das etwa die angemessene Vorbereitung auf die Apokalypse?

Nun, damit wäre aber nur |eine| wesentliche Schwäche von „Fluchtpunkt Amazonas“ dargestellt, nämlich die fehlende Glaubwürdigkeit. Ein weiteres Problem, das sich bereits zuletzt abzeichnete, ist der Mangel an neuen Ideen. Es gehört sicherlich auch weiterhin dazu, die bestialischen Übergriffe der Gencoys in aller Ausführlichkeit zu beschreiben, jedoch kann man den Konflikt doch nicht nur darauf beschränken. Ein Versuch besteht darin, die Konferenz der Gentec-Oberhäupter ins Geschehen aufzunehmen, doch zu welchem Zweck geschieht dies? Schließlich wird auch hier nichts anderes dargelegt, als das, was der Leser eh schon weiß bzw. erwartet. Wo bleibt da der Fortschritt?

Man mag meinen Zeilen sicher anmerken, dass bei all dem auch einige Enttäuschung mitschwingt. Ich hatte mir nach dem gelungenen Auftakt von dieser Serie nämlich eigentlich recht viel versprochen, kann die negative Entwicklung aber jetzt weder verstehen noch nachvollziehen. Warren hatte sicher gute Voraussetzungen für ein überzeugendes SciFi-Konstrukt geschaffen, sie dann aber Stück für Stück wieder ihres Potenzials beraubt – bis nun schon mit dem dritten Roman das Interesse langsam aber sicher verloren geht. Mal sehen, was der Autor noch aus der Story um die Gencoys und ihre Jägerin Nita Snipe macht. Die Hoffnung, dass hier noch einmal alles ins Lot kommt, habe ich allerdings bereits aufgegeben.

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