Andreas Winkelmann – Die Lieferung

Worum gehts?

Die Wohnung der jungen Frau ist nicht verriegelt und auf dem Wohnzimmertisch steht der unangetastete Pappkarton einer Pizzeria. Von der Bewohnerin jedoch fehlt jede Spur.

Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald stehen unter Druck. Denn nur durch Zufall finden sie heraus, dass es sich hier um mehr als nur einem harmlosen Vermisstenfall handelt. Stattdessen haben sie es mit einem brutalen, perfiden Menschen zu tun, der seine Opfer listig aus ihren Wohnungen lockt und sie dann jahrelang gefangen hält.

Einige Frauen sind spurlos verschwunden – die Gemeinsamkeit: alle waren allein zuhause und wurde von einem Pizzaservice beliefert. Danach verliert sich jede Spur…



Inhalt

Viola hat seit einiger Zeit das ungute Gefühl beobachtet und verfolgt zu werden. Sie öffnet sich nach anfänglichen Zweifeln ihrer besten Freundin Sabine an. Diese nimmt die Ängste ihrer Freundin sehr ernst und möchte ihr helfen, dem Stalker das Handwerk zu legen. Doch eines Abends verliert sich Sabines Spur.

Violas Ängste haben sie so weit getrieben, dass sie ihre Wohnung nahezu nicht mehr verlässt. In ihren eigenen vier Wänden fühlt sie sich am sichersten. Sogar zum Einkaufen im Supermarkt fehlt ihr die nötige Überwindung, so dass sie auf den Lieferservice einer Pizzeria zurückgreifen muss. Doch die Lieferung bleibt unangetastet und plötzlich verschwindet auch Viola spurlos.

In einem Hamburger Waldgebiet macht eine Jägerin eine gespenstige Entdeckung. Eine bleiche, fast kahlköpfige Frau irrt umher und wirkt verstört. Bevor Jens Kerner sie ausreichend verhörend kann, beendet sie ihr Leben durch einen Suizid.

Rebecca und Jens ermitteln auf Hochtouren. Sie gehen allen möglichen Spuren nach und hoffen, dass diese sie schnellstmöglich zu dem perfiden Täter führen. Doch dieser ist gewieft und macht es den beiden verdammt schwer. Als das Ermittler-Duo langsam aber sicher weiß mit wem es zu tun hat, droht ihnen die Zeit davonzurennen.

Mein Eindruck

Das Buch im handlichen Taschenbuchformat beginnt mit einer grausigen Beobachtung einer Frau, die sich Sorgen um ihre Nachbarin macht und sich in deren Wohnung umsieht. Dies ist der Anfang der Vermissten-Serie. Das Buchcover entspricht nicht so ganz meinem Geschmack und wirkt auf mich eher ein wenig billig.

Die einzelnen Kapitel sind von der Seitenanzahl her recht überschaubar und eher kurz gehalten. Geschrieben wird ausschließlich in der Erzählform. Man geht sowohl an der Seite der Opfer, der Ermittler und des anonymen Täters durch den Thriller.

Obwohl man mit den Beweggründen des Täters bekannt gemacht wird, bleibt dieser bis zum Schluss ein Rätsel. Durch die vielen Auszüge seiner Kindheit fühlt es sich jedoch anders an, man baut eine Beziehung zu diesem geisteskranken Menschen auf. Auch die Opfer geben einiges von sich preis. Ebenso die Ermittler, die durch ihr geschildertes Privatleben einen unterhaltsamen Nebenschauplatz bieten.

Das Tempo und der Spannungsbogen der Geschichte sind atemberaubend. Winkelmann nimmt keinerlei Rücksicht auf die Nerven seiner Leser und fährt mit ihnen Achterbahn, nur dass es hierbei kaum Zeit der Erholung gibt. „Die Lieferung“ ist ein typischer Titel, den man fast konstant mit beschleunigtem Puls liest.

Über den Autor

Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas. (Verlagsinfo)

Fazit

Das neue Buch von Andreas Winkelmann hat mich durchaus (komplett) überzeugt. Die Spannung und den Nervenkitzel habe ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt.

Wie es sich für einen namhaften Thriller-Autor gehört, wurde selbstverständlich die ein oder andere falschen Fährte ausgelegt. Der Überraschungseffekt war dabei teilweise so groß, dass es mir die Schuhe ausgezogen hat, richtig gut konstruiert.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen sollte, so wäre dies die für meinen Geschmack stellenweise etwas zu brutale, perverse Schreibweise bei den Tathergangsbeschreibungen. Da hätte es für mich gern ein bisschen weniger Blut sein dürfen.

Taschenbuch: 400 Seiten
ISBN: 3499275171

www.rowohlt.de
www.andreaswinkelmann.com

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