Koglin, Michael – Bluttaufe (Lesung)

In der Nähe Lüneburgs wird eine zerstückelte Leiche gefunden – die Körperteile sind abgetrennt und zu einem morbiden Gesamtkunstwerk drapiert. Wegen eines Kassenbons wird der Hamburger Kommissar Peer Mangold zu dem Fall hinzugerufen. Unterstützung erhält die Polizei darüber hinaus von einem ehemaligen Kriegsberichterstatter und von der Profilerin Kaja Winterstein. Mysteriös sind die frischen Samenspuren auf der Leiche, die einem Wachmann zugeordnet werden können, der bereits seit mehreren Monaten tot ist. Schnell wird der Polizei klar, dass der Täter einen berühmten Massenmörder nachgeahmt hat, nämlich Ted Bundy.

Bei der einen Leiche bleibt es nicht lange, schon bald darauf wird eine weitere grausam zugerichtete Leiche gefunden. Auch dieser Mann wurde noch zu Lebzeiten brutal misshandelt – und wieder hat der Täter nach einem berühmten Vorbild gehandelt.

Kurz darauf meldet er sich bei der Polizei und gibt ihr einige Hinweise, um sein perfides Katz-und-Maus-Spiel voranzutreiben. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Täter um einen so genannten Savant handelt, einen Inselbegabten mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten. Zur Unterstützung holt sich die Polizei einen anderen Savant, der innerhalb kürzester Zeit auf alle Rechner der Polizei einen Trojaner einschleust und der offensichtlich auch mit dem Täter Kontakt aufgenommen hat.

Immer wieder kann die Polizei kleine Hinweise entschlüsseln, die sie zum nächsten Opfer führen und auch dem Täter näher bringen. Doch offensichtlich verfolgt der Täter nur ein Ziel und hatte von Anfang an nur eine Person im Visier und der kommt er immer näher …

_Katz-und-Maus-Spiel_

„Bluttaufe“ beginnt fulminant – eine grausam zugerichtete Leiche wird aufgefunden – eine Tat, die dem Vorbild Ted Bundys entspricht. Schnell bringt Michael Koglin nicht nur sein gesamtes Ermittlerteam ins Spiel, sondern auch die nächste Leiche. Und früh nimmt der Täter Kontakt mit Mangold auf und schließlich auch mit den anderen Ermittlern. Mit diesen kleinen Hinweisen treibt er ein Katz-und-Maus-Spiel voran, wie es zunächst kaum spannender sein könnte. Man weiß nicht, worauf das alles hinauslaufen soll, welche Ziele der Täter verfolgt und um wen es sich eigentlich handelt.

Doch je länger das Hörbuch andauert, umso ermüdender wird der ganze Fall. Alles läuft nach dem immer wieder gleichen Muster ab: Der Täter gibt einen kryptischen Hinweis, die Polizei entschlüsselt ihn und findet die nächste Leiche oder eine Spur, die zum Täter führen könnte. Ziemlich abstrus wird es dann, als klar wird, dass es sich bei dem Täter um einen Savant handeln muss und die Polizisten die kuriose Idee haben, einen anderen Savant einzuschleusen, um dem Täter näher zu kommen. Doch mit einem Savant kommuniziert es sich nicht gut, und so kommt die Polizei nicht so recht voran.

Im weiteren Verlauf der Geschichte bewegen wir uns aus Norddeutschland fort, einige Hinweise führen nach Griechenland, andere nach Südspanien. So spaltet sich das Ermittlerteam auf und jeder verfolgt andere Spuren. Doch einige davon gelten natürlich nur der Ablenkung, und so verschwindet schließlich ein Mitglied des Ermittlerteams auf dem Weg nach Spanien …

Aus meiner Sicht zerfasert der Fall immer mehr, wird immer unübersichtlicher und abstruser. Ganz hanebüchen wird es, als die Theorie aufkommt, bei dem Savant handele es sich um einen ehemaligen Siamesischen Zwilling, der nun seinen anderen Zwilling wiedererwecken möchte – also bitteschön, wie weit hergeholt ist das denn? Mit dieser Auflösung konnte mich Michael Koglin beim besten Willen nicht überzeugen. Während der Fall zunächst vielversprechend beginnt, übertreibt es Koglin im weiteren Verlauf des Falles immer mehr, sodass ich am Ende ziemlich enttäuscht war, zumal in den letzten 10 bis 15 Minuten des Hörbuchs alles holterdiepolter geht, der Täter identifiziert, aufgefunden und ausgeschaltet wird, um sein letztes Opfer noch rechtzeitig zu retten. Ich war zwar auf der einen Seite ganz froh, dass wir hier zu einem Ende gekommen sind, aber bei all dem Vorgeplänkel vorweg, kam das Ende dann doch zu fix.

_Auf die Ohren_

Martin Kessler war mir bislang als Hörbuchsprecher völlig unbekannt, aber seitdem ich gelesen habe, dass er die Synchronstimme von Vin Diesel und Nicolas Cage ist, weiß ich auch, warum mir sein Vortrag nicht sonderlich zugesagt hat, denn ich mag beide Schauspieler nicht. Auf der einen Seite leiert Kessler seinen Text recht eintönig runter, aber wenn es darum geht, in den Dialogen in verschiedene Rollen zu schlüpfen, finde ich seine Stimminterpretation etwas zu übertrieben. Und wenn er in die Täterperspektive wechselt, ist dieser Wechsel schwierig nachzuvollziehen.

_Norddeutsche Morde_

„Blutaufe“ lässt sich zu Beginn sehr vielversprechend an, der Fall beginnt spannend und fulminant. Zwar bringt Koglin meiner Ansicht nach zu viele Personen ins Spiel – mehrere Ermittler, den Kriegsberichterstatter, die Profilerin und dann noch eine Nachbarin Mangolds, die immer wieder auftaucht, aber nie eine wirkliche Rolle spielt. Doch im weiteren Verlauf verpufft die Spannung immer mehr, weil Koglin es einfach übertreibt, noch mehr Personen ins Spiel bringt und seinem Fall eine sehr abstruse Wendung gibt. Die Auflösung ist dann auch gänzlich hanebüchen, sodass ich keine große Lust auf einen weiteren Fall von Peer Mangold habe. Auch der Vortrag von Martin Kessler konnte mich nicht überzeugen – schade!

|Download-Version mit 8:05 h Spieldauer|
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