Froideval, François Marcela / Ledroit, Olivier – Stunde der Schlange, Die (Die Chroniken des schwarzen Mondes Band 4)

Band 1: [Das Zeichen der Schatten]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1625
Band 2: [Der Flug des Drachen]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1638
Band 3: [Das Zeichen der Dämonen]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1697

Nach zweiwöchiger Pause darf ich endlich weiterschmökern und nach dem ungeheuer spannenden Ende des dritten Bandes „Das Zeichen der Dämonen“ in Erfahrung bringen, wie die Geschichte um das intrigenreiche Kaiserreich Lhynn fortgesetzt wird.

_Story:_

Nach dem erfolgreichen Kampf gegen den Succubus hat dieser sich auf die Seite von Wismerhill geschlagen und ihm einen Treueeid geleistet, doch weiterhin ist die verdammte Seele Wismerhills nicht sicher, wer nun ihr wahrer Meister ist. Währenddessen hat der Kaiser die verräterischen Pläne seines ehemaligen Untertanen Fratus Sinister durchschaut und ist sich der Tatsache bewusst, dass der Krieg nahe bevorsteht. Deshalb sucht er auch Unterstützung bei den anvertrauten Drachen, die jedoch aus Abscheu vor politischen Machenschaften ihre Hilfe verwehren.

Der schwarze Mond mit seinem Anführer Hazeel Thorn stattet dem jungen Ritter Wismerhill zur gleichen Zeit einen Besuch ab und bringt den Succubus erneut in Verführung, sich für den richtigen Meister zu entscheiden. Darauf bedacht, das Kaiserreich Lhynn in Stücke zu reißen, schart er weitere Leute um sich, um gegen den Kaiser in den Krieg zu ziehen. Als eines Tages ein wundersamer Dunkelelf nach Dis in die neue Heimat Wismerhills reist und sich als sein lange gesuchter Vater entpuppt, ist dieser außer sich vor Freude, doch bevor er ihn überhaupt kennen lernen kann, wird er hinterrücks vor den Augen seines Sohnes ermordet. Geblendet vom Hass auf den Kaiser, dem Thorn die Verantwortung für diese Greueltat zuschiebt, startet Wismerhill Seite an Seite mit seinen treuen Gefährten einen Rachefeldzug und verschont dabei kein einziges Dorf, das dem Kaiser untergeben ist. Die dabei hinterlassene Blutspur wird immer größer, und als die Intrigen sich nach und nach aufzudecken scheinen und die Macht des schwarzen Mondes kaum noch zu bremsen ist, beginnt der unvermeidliche Krieg …

Der vierte Teil dieser Reihe ist ein wenig verwirrend gestaltet, weil die Szenerie beständig wechselt und die einzelnen Handlungspunkte nur selten abgeschlossen werden. Immer wieder wechselt das Geschehen zwischen der kaiserlichen Feste, der Heimat Wismerhills, der Verschwörung von Hazeel Thorn und den verräterischen Intrigen von Fratus Sinister, und wenn man sich nicht entsprechend konzentriert, fällt es ziemlich schwer, Verfasser Froideval bei der weiteren Entwicklung seiner Geschichte zu folgen.

Der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch, denn nach wie vor fesselt uns die Story um das erschütterte Kaiserreich Lhynn, und bei den besonders in diesem Buch genialen Zeichnungen Ledroits kann man auch völlig in der Geschichte versinken. Der Zeichner, der nunmehr zum vorletzten Mal bei dieser Serie in Erscheinung getreten ist, verdient speziell bei den mehrseitigen Illustrationen lautstarken Beifall, denn je größer die Bilder werden und je mehr Details Ledroit darin unterbringen kann, desto genialer sind die Zeichnungen auch. Seine bisherige Meisterleistung hat er schließlich mit der doppelseitigen Darstellung des Totentanzes abgeliefert, die wohl nur schwer zu übertreffen sein wird. Ausgerechnet dieses Bild ist dann auch das mit Abstand düsterste im ganzen Band, wohingegen die meisten ansonsten doch recht bunt und hell geraten sind und die in diesem Fall äußerst lebhafte Handlung passend untermalen.

Eine weitere Darstellung, die mir sehr gut gefallen hat, ist die Kriegserklärung sämtlicher Parteien auf der letzten Seite, die wunderbar mit den Texten Froidevals harmoniert und ebenfalls zu den Top-5-Illustrationen dieser Serie zu zählen ist.
Alleine von den Zeichnungen her ist „Die Stunde der Schlange“ mein bisheriger Favorit, doch auch die Handlung, deren einzelne Charaktere in diesem vierten Teil stellenweise eine enorme Entwicklung durchmachen (ganz besonders die Hauptfigur Wismerhill), gewinnt trotz einiger komplexer Wendungen mehr und mehr an Farbe und macht erneut Lust auf mehr. Der Krieg ist angesagt, die Spannung wächst und die Rollen sind anscheind zum ersten Mal klar verteilt: Ich kann es kaum noch abwarten, den nächsten Band zu lesen und werde genau das jetzt auch tun!