Salvatore, R. A. / Merlau, Günter / Elias, Oliver – Drizzt – Der Hüter des Waldes (Die Saga vom Dunkelelf 6)

Folge 1: [„Der dritte Sohn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2978
Folge 2: [„Im Reich der Spinne“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3055
Folge 3: [„Der Wächter im Dunkel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3082
Folge 4: [„Im Zeichen des Panthers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4458
Folge 5: [„In Acht und Bann“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4422

_Story_

Nach allzu langer Suche hat Drizzt Do’Urden nun endlich einen Verbündeten gefunden, der die Abscheu seiner bisherigen Wegbegleiter nicht teilen mag. Der blinde Waldläufer Montolio DeBrouchee ermöglicht dem Dunkelelfen zumindest für eine kurze Weile ein friedliches Dasein in der Oberwelt und weist ihn in die Künste des Waldläuferdaseins ein. Doch nach wie vor befindet sich der tapfere Do’Urden auf der Flucht vor dem rachsüchtigen, hasserfüllten Kopfgeldjäger Roddy McGristle, der ihn für den Tod der Bauernfamilie Distelwolle verantwortlich macht und in ihm seine größte persönliche Bedrohung ansieht.

Gemeinsam mit Montolio muss sich Drizzt immer wieder gegen die Schergen McGristles verteidigen, der inzwischen selbst Orks und Steinriesen an seiner Seite weiß. Durch das Bündnis mit dem Orkkönig Graul sieht sich Roddy schon am vorläufigen Ziel seiner finsteren Pläne, doch Drizzt und der Waldläufer stellen sich tapfer gegen die enorme Überzahl bösartiger Kreaturen. In einem beschwerlichen Kampf kommt Montolio daraufhin ums Leben und hinterlässt Drizzt erneut seinem alleinigen Schicksal. Der Dunkelelf eilt anschließend nach Zehnstädte und erwartet dort bereits die nächste Gefahr. McGristle gibt nämlich keine Ruhe, bis der Sohn des Hauses Do’Urden endgültig den Tod findet …

_Persönliche Meinung_

Im vorerst letzten Teil der „Saga vom Dunkelelf“ (2008 geht die Serie weiter) zieht der |Lausch|-Verlag noch einmal alle Register des effektreichen Ohrenkinos und beschert der Titelfigur Drizzt Do’Urden einen würdigen vorübergehenden Abgang aus dem auditiven Bereich. Das neueste Abenteuer um den flüchtigen Dunkelelfen ist ein regelrechtes Feuerwerk aus Action und konfliktreichen Szenarien, bietet das bislang vielleicht zügigste Erzähltempo und dazu auch noch einen ganzen Satz stark inszenierter Wendungen, die den Plot auf der Zielgeraden noch einmal mächtig vorantreiben. Die Entwicklung, die in der (bezogen auf die gesamte Handlung) relativ kurzen Zeit stattfindet, ist absolut bemerkenswert und liefert potenziell sogar Stoff für eine Doppelfolge. Die Dichte der Handlung erfordert jedenfalls zwischenzeitlich schon einmal einige Freiräume, um den immensen Batzen Fortschritt verdauen zu können, gerade in den Szenen nach dem Tod des Waldläufers, die das Geschehen vor dem vermeintlichen Finale noch einmal gehörig auf den Kopf stellen.

Dabei beginnt „Der Hüter des Waldes“ vergleichsweise harmonisch und ruhig; Drizzt entdeckt nach jahrelanger Suche einen Verbündeten, der seiner persönlichen Gesinnung gerecht wird und moralisch und allgemein gedanklich mit ihm auf einer Ebene liegt. Als angehender Waldläufer fühlt er zum ersten Mal seit seiner Flucht aus der Unterwelt so etwas wie Zugehörigkeit und Frieden. Sein neuer Mentor unterweist ihn und verändert in kürzester Zeit das Leben des Dunkelelfen. Gänzlich neue Instinkte prägen seine Wahrnehmung, und aus dem ehemaligen Kämpfer scheint ein friedfertiger, dementsprechend auch ungewöhnlicher Vertreter seines Volkes geworden zu sein. Dann jedoch wird er erneut mit seinen alten Feinden konfrontiert und durch Montolios Tod in alte Ambitionen zurückgedrängt. Sein Naturell wird ein weiteres Mal erweckt und schürt auch in ihm den Hass auf Roddy McGristle und die Schar seiner neuen Helfershelfer. Wieder einmal ist die Flucht der einzige Ausweg, und wieder einmal weiß der Dunkelelf nur allzu genau, dass er sich alsbald der Gefahr stellen muss. Als er jedoch feststellt, dass die Kriege an der Oberfläche fast noch erbarmungsloser sind als all die Gefechte unter den Kriegern seiner Rasse, wird ihm erst bewusst, dass die härteste Prüfung erst bevorsteht.

Die Geschichte schreitet in allen Phasen stringent und zügellos vorwärts, nimmt zwar kleine Umwege, die den Verlauf ein wenig komplexer machen, lässt sich aber vor ihrem zielgerichteten Aufbau nicht abbringen. So ist es fantastisch gelungen, den Weg des Dunkelelfen mit Bestimmung nachzuzeichnen, ihn aber gleichzeitig pompös und mit wiederholten bombastischen Effekten zu strukturieren. Die Geräuschkulisse ist atemberaubend, die Atmosphäre ebenfalls und an Spannung mangelt es „Der Hüter des Waldes“ auch beileibe nicht. Keine Frage also, dass man bei diesem begeisternden Werk ohne Einschränkungen vom krönenden Abschluss einer bis hierhin meisterhaften Fantasy-Hörspiel-Serie sprechen muss. So dicht, so packend so stimmungsvoll – „Die Saga vom Dunkelelf“ ist eine Blaupause des modernen Hörspiel-Entertainments und als solche die neue Referenz in diesem Bereich.

Nach den gewaltigen Eindrücken der sechsten Episode werden die Rufe aber auch immer lauter, man solle sich dem Stoff Salvatores noch intensiver verpflichten. Die Zustimmung des Rezensenten hat der Verlag auf alle Fälle …

_Inszenierung:_

Drizzt Do’Urden: Tobias Meister
Tephanis: Robert Missler
Bruder Jankins: Peter Woy
Cattie Brie: Joyce Sanha
König Graul: Helmut Gentsch
Roddy McGristle: Wolf Frass
Montolio DeBrouchee: Günther Kütemeyer
Bruder Matthäus: Helmut Gentsch
Bruenor: Uwe Hügle
Hephästos: Klaus Dittmann
Kellendil: Stefan Brentle

In weiteren Rollen:

Konrad Halver
Robert Missler
Andreas Wilken
Martin Schließ
Günter Merlau
Udo Baumhögger
Frederik Bolte
Jens Pfeifer
Janet Sunjic
Patricia Nigiani

Drehbuch: Oliver Elias, Günter Merlau nach einer Geschichte von R. A. Salvatore
Regie & Produktion: Günter Merlau
Produktionsassistenz: Udo Baumhögger
Lektorat, Disposition, Regieassistenz: Patricia Nigiani
Sounddesign: Udo Baumbögger, Günter Merlau
Musik: Günter Merlau / BMG Zomba Production-Music
Layout & Gestaltung: Oliver Graute
Coverillustrationen: Tim Seeley / Blond
Innenillustrationen: William O’Conner

http://www.merlausch.de

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