Karen Perry – Was wir getan haben

Die Handlung:

Seit Jahren wollen Katie, Luke und Nick nur eines: vergessen, was damals am Fluss geschehen ist. Sie waren Kinder, sie spielten ein harmloses Spiel. Doch dann geschah etwas, das seit diesem Nachmittag ihr ganzes Leben überschattet. Jeder hat auf seine weise versucht, mit dem dunklen Geheimnis zu leben. Bis Luke eines Nachts aus seinem Haus verschwindet. Und auf seinem Schreibtisch das Foto liegt, das ihn zusammen mit Nick und Katie an jenem Nachmittag am Fluss zeigt. Jemand scheint zu wissen, was sie getan haben. Und macht vor nichts Halt, um späte Rache zu üben…
(Verlagsinfo)

Inhalt und Eindrücke:

Katies Leben ist ein wenig ruhelos: in ihrem Job in einer Redaktion gibt es Höhen und Tiefen, sie trinkt ein bisschen viel Alkohol und einen festen Partner will sie nicht so recht finden. Jugendfreund Luke Yates hingegen hat scheinbar alles, was ein Bilderbuchleben ausmacht: er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Charisma und dem nötigen Kleingeld und seine Frau Julia und er sind angemessen häufig auf Partys der Dubliner Society anzutreffen. Ganz im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Nick, der in Kenia lebt und etwas eigenbrötlerisch scheint. Immerhin gibt es für ihn neben der Musik einen neuen Lichtblick: Obwohl er Lauren erst kurz kennt, scheint sie für ihn die Frau fürs Leben zu sein. Kaum zu glauben, dass die drei sich einmal viel näher waren, als sie einen Teil ihrer Kindheit gemeinsam verbrachten. Damals, als die Eltern von Luke und Nick mit ihren Kindern die irische Heimat aufgegeben hatten, um in Nairobi in Kenia zu leben. Während Vater Ken einen guten Job hatte, kümmerte sich Mutter Sally um die ärmliche Bevölkerung und gründete eine Stiftung. Aus dem Besuch von Katie und ihrer Mutter in Nairobi wurde schließlich ein längerer Aufenthalt und die Kinder sollte es nicht weiter stören.Wie Geschwister spielten und lebten sie eine Weile in dem fernen Land, bis ihre Eltern nach einem rätselhaften Vorfall dort alle Zelte abbrachen und in die irische Heimat zurückkehrten.

Doch all das ist lange her, sehr lange. Katie und die Jungs gehen, abgesehen von sporadischen Kontakten schon länger eigene Wege. Sally und Jim und auch Katies Mutter sind inzwischen längst verstorben und nichts erinnert offenbar an die gemeinsame Zeit im fernen Afrika.

Als plötzlich Luke auf scheinbar unerklärliche Weise einfach verschwindet, kreuzen sich die Wege von Katie und Nick nach Jahren wieder. Die Kapitel sind abwechselnd aus ihrer und seiner Sicht erzählt und auf diese Weise kann der Leser zunächst nur erahnen, was in der Vergangenheit verborgen liegt. Eine furchterregende Entdeckung lässt die Beiden dann nicht mehr los und jeder muss sich auf seine Weise dem stellen, was damals geschehen ist. Die fünf Kapitel des Buches sind stark zeitlich versetzt und während die aktuellen Ereignisse in Dublin 2013 aus der Sicht von Katie und Nick erzählt werden, schildert das Autorenpaar die Vorkommnisse in Kenia 1982 aus der Sicht von Sally Yates, der Mutter von Luke und Nick. Auffallend ist, dass die Geschichte überwiegend im Präsens erzählt wird.

Die Autoren:

Hinter dem Namen Karen Perry verbirgt sich ein Autorenduo: Karen Gillesce und Paul Perry stammen beide aus Dublin und sind dort auch jeweils einzeln als Autoren von verschiedenen Veröffentlichungen erfolgreich. Nach dem Drama „Bittere Lügen“ aus dem Jahr 2014 ist „Was wir getan haben“ bereits ihr zweites gemeinsames Werk.

Mein Fazit:

„Was wir getan haben“ gehört eindeutig in die Liga der großen Psychothriller. Die Spannung kriecht beim Lesen der knapp 400 Seiten auf ganz subtile Gänsehaut-Weise empor und das Autorenduo versteht es meisterhaft, mit einer ergreifenden Geschichte um glaubhafte Protagonisten zu fesseln. Die Sprache ist oftmals malerisch und verträumt, aber auch dialogreich und stellenweise eher prägnant. Der neben Irland zweite Hauptschauplatz des Romans ist Kenia – nicht eben gewöhnlich aber dafür hochinteressant. Die Handlung in der heißen und staubigen Kulisse des afrikanischen Landes ist so toll beschrieben, dass man sich selbst dabei wähnt „Die Hitze hängt dick um uns herum, wie etwas Zähflüssiges, durch das man waten muss“ und sich den Schweiß von der Stirn wischen will. Auf jeden Fall ins Grübeln bringt diese tiefgehende und einfühlsam erzählte Geschichte über menschliche Verfehlungen, Schuld und Vergebung.
Dieses Buch sollten Sie sich unbedingt für ihren Osterurlaub vormerken!

Broschiert: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3651024687

www.fischerverlage.de

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