Lini, Jana – Filly Unicorn – Gaias unendliche Träumerei (Hörspiel) (Folge 6)

Ganz weit oben im Himmel schwebt das Inselland Chrystalia. Hier wohnen die Filly Einhörner – auf jeder der Inseln eine Familie. (|Covertext|)

Insgesamt sind es deren Sieben, die von der Zentralinsel „Iridia“ aus tagsüber mit Regenbogenbrücken miteinander verbunden sind. Diese können sie nur überqueren, wenn sie ihre Kristallkronen auf dem Haupt tragen, die den Einhörnern auch ihre individuellen magischen Fähigkeiten verleihen, deren speziellen Ausrichtungen zudem davon abhängig sind, von welcher der Inseln sie stammen.

Die Einhörner Chrystalias sind jedoch nicht die einzigen Fillys im gesamten Feenland. Neben ihnen existieren noch die (Boden-)Königreiche der „Princess“, „Ice Fairys“ und „Fairys“ – allesamt haben inzwischen nicht nur ein beachtliches Merchandise zu bieten, jedes von ihnen hat auch eigene Hörspiele beim |EUROPA Mini|-Label. Zielgruppe sind Mädchen ab 4 Jahre. Bei allen Filly-Folgen sind stets zwei abgeschlossene Geschichten zu finden:

|Gaias unendliche Träumerei|

Einhorn-Mädchen Gaia soll eine besondere Ehre zuteilwerden, Prinzessin Sparkle hat sie ausgewählt die Frühlingsbotin zu sein, die eben jenen in ganz Chrystalia verkündet, wenn es endlich soweit ist, dass der Winter nicht noch einmal zurückkehrt. Dieses Amt erfordert genaue Beobachtung der Sterne und des Wetters, damit die Einhörner nicht zu früh mit der Bepflanzung beginnen und plötzlicher Frost ihre Bemühungen noch einmal zunichtemacht. Allerdings ist Gaia eine unverbesserliche Tagträumerin, die diese wichtige Aufgabe nicht mit dem gebührlichen Ernst angeht. Die Vorboten eines aufziehenden Unwetters übersieht sie. Damit sie weiter in Ruhe vor sich hinträumen kann, verkündet sie den Frühling leichtfertig auch etwas zu früh. Der folgende nächtliche Hagelschlag hat Konsequenzen für das Reich der Einhörner. Das anstehende Frühlingsfest droht diesmal weitaus weniger harmonisch zu werden, als sonst üblich.

|Romeos wundervolles Gedicht|

Der jungendliche Romeo ist der Poet unter den Einhörnern, der jeden Tag ein schönes Gedicht schreibt. Nicht immer ist dies eine leichte Aufgabe, doch meist gelingt es ihm intuitiv, doch die richtigen Worte zu finden. Nur bei einem „Problem“ scheint ihm genau diese Fähigkeit zu versagen: Er ist Feuer und Flamme für das Einhorn-Mädel Kirina. Das weiß nur keiner, die Angebetete am allerwenigsten. Bis sich Romeo gegenüber seiner Cousine Rose unfreiwillig outet. Diese Plappertasche kann nie ein Geheimnis für sich behalten, gerade dann nicht, wenn sie um Stillschweigen gebeten wird. Rose zieht ihn ein wenig mit seiner Verliebtheit auf und drängt, sich Kirina zu offenbaren. Derart in Zugzwang gebracht, versucht Romeo alles Mögliche Kirina ein Zeichen seiner tiefen Zuneigung zukommen zu lassen, bevor Rose etwas herausrutscht. Eine denkbar schwierige Aufgabe – schon ohne die permanent nervende Cousine im Nacken.

_Eindrücke_

Eingedenk des Publikums, welches mit der Filly-Serie angesprochen werden soll, verwundert die recht einfache Struktur der Geschichten und Figuren nicht wirklich. Grundsätzlich wirkt schließlich auch dieses Hörspiel eher so, als würde aus einem Märchenbuch vorgelesen (was Erzählerin Isabella Grothe auch sehr schön ruhig wie einfühlsam gelingt) und die Handlung mit entsprechenden Dialogen, Geräuschen und sanfter Hintergrundmusik weiter aufgewertet – ein „ausgewachsenes“ Hörspiel klingt sicherlich anders, da es mit weitaus weniger verbalen Erklärungen auskommt und mehr auf subtile (Geräusch-)Effekte setzt. Doch wie gesagt: Diese Produktion richtet sich schließlich an ein weitaus jüngeres Klientel, da ist es absolut legitim, dass sozusagen durch die Handlung hindurch moderiert wird – solange für die eigene Fantasie noch genug Raum übrig bleibt. Das ist, auch durch Beschreibungen scheinbar unwichtiger, kleiner Details, gegeben.

Als Erwachsener muss man sich selbstverständlich schon ein wenig daran gewöhnen, dass Einhörner (als verwandte Vertreter der paarhufigen Gattung Equus) mit Geschirr hantieren und sogar die hohe Kunst des Töpferns praktizieren, doch OK, das gelingt ziemlich problemlos. Auch die stets leicht verkitschten Geschichten, sind immer wieder dazu angetan dem leidlich erwachsenen (außerdem erschwerend hinzukommend: männlichen) Rezensenten ein mehr oder weniger gequältes „Oh, bitte! Nicht doch!“ zu entlocken. Das hielt sich bei Folge 6 aber in Grenzen, wobei es noch erstaunlicher ist, dass ausgerechnet die zweite Story mit der Liebesgeschichte überraschend realistisch präsentiert wird. Niedlich, aber nicht zu schmalzig. Allerdings dürfte diese, von Verständnis und Problematik her, schon fast etwas zu sehr in Richtung Teenager pendeln. Die jüngsten Zuhörer können sich mit Gaias Geschichte und die darin enthaltene Botschaft wohl besser und leichter identifizieren. Oder um es professioneller auszudrücken: Die titelgebende Geschichte ist zielgruppengerechter.

_Die Produktion_

Buch: Jana Lini
Regie: Thomas Karallus
Sounddesign: Christoph Gruder
Musik: CallasDesign / Titelsong: Jose Infiesta
Redaktion: Maike Nagel

_Sprecher und Figuren_

Isabella Grothe (Erzählerin), Leonie Landa (Gaia), Anne Moll (Prinzessin Sparkle), Tammo Kaulbarsch (Karkadan), Heidi Berndt (Ashia), Mathilda Charisius (Samba / Kirina), Mareike Fell (Rose), Flemming Stein (Romeo), Tim Knauer (Agnix), Thomas Karallus (männliche Stimme)

_Fazit_

Warum Prinzessin Sparkle im Hörspiel fast schon schwäbisch ausgesprochen wird (nämlich „Spark-le“) und nicht – wie phonetisch eigentlich naheliegend – Englisch (Immerhin ziert auch ein höchst anglikanisches „Unicorn“ die Titelzeile), ist zumindest diskussionswürdig. Viel mehr kann man der inzwischen sechsten Folge der Hörspielserie kaum ankreiden. Klar sind hier reihenweise Klischees am Werk, angefangen beim quietschbunten Setup mit grundguten, magischen Mini-Einhörnern aber auch allem anderen Pipapo, auf den die Zielgruppe so steht. Also kleine Mädchen ab Vier. Die haben nachweislich ihren Spaß an „Gaias unendliche Träumerei“ und auch die allerlei Kummer gewohnten Eltern konnten, bei exzessiv wiederholter (Zwangs-)Beschallung, bislang der Versuchung widerstehen den kindlichen CD-Player entweder endlich mit schalldichten Kopfhörern auszustatten oder ihn gar dezent in der Badewanne zu ertränken. Das heißt schon was, nämlich dass die CD eigentlich so übel nicht ist.

|Audio CD mit einer Spielzeit von ca. 60 Minuten
mit 2 Geschichten aus der Filly® Unicorn Welt
EUROPA Mini / Sony Music Entertainment, Februar 2012
EAN 886919220520|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Die Fillys® bei |Buchwurm.info:|_

[Folge 05 – Fairy: Oberon und das Zauberkraut]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7772
_Folge 06 – Unicorn: Gaias unendliche Träumerei_

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