Way, Daniel / Texeira, Mark / Saltares, Javier – Ghost Rider 1 – Teufelskreis

_Story_

Johnny Blaze ist zurück auf der Erde, wird aber nach seiner Flucht aus der Hölle nach wie vor von Luzifer verfolgt. Doch bevor er sich für ein neues Leben außerhalb der Höllenfeuer rüsten kann, kehren die Flammen bereits in seinen Kopf zurück. An einer Raststätte begegnet er dem Teufel erneut und realisiert, dass er ihm nie entkommen kann. In Form des Ghost Riders gelingt ihm die kurzzeitige Flucht, die ihn sofort in die Arme von Stephen Strange führt.

Misstrauisch widersetzt sich der Ghost Rider den Angeboten seines Gegenübers und lädt ihn zum Kampf. Als er ihn dabei fast vernichtet, weil er ihn für eine weitere Inkarnation Luzifers hält, erkennt er erst den Fehler. Schließlich gelangt der Engel Numecet auf die Erde und öffnet Blaze die Augen: Der Teufel hat sich auf der ganzen Welt verstreut und sucht in 666 verschiedenen Gestalten nach dem Ghost Rider. Und für jede Inkarnation, die Blaze auf seinem Rachefeldzug tötet, werden die verbleibenden Geschöpfe stärker. Wiederum scheint für den stets Verfolgten kein Ausweg in Sicht.

_Meine Meinung_

Tatsächlich, |Marvel| haben ihn zurückgeholt, den legendären Ghost Rider, der nach einem kurzen Intermezzo auf den Kinoleinwänden und seinem Comic-Comeback in „100 % Marvel 26“ dringend wieder als Neuauflage herbeigesehnt wurde. „Die Straße zur Verdammnis“, die Geschichte aus besagtem Sonderband, legte schließlich den Grundstein für die Rückkehr des Flammenkopfs mit dem Höllenbike und setzte gleichzeitig die Basis für den ersten Teil der neuen Serie, die nun, zunächst halbjährig, in Sammelbänden auch den deutschen Markt wieder bereichern wird.

Mit „Teufelskreis“, der fünfteiligen Story des ersten Magazins, fällt das endgültige Comeback aber leider nicht ganz so spektakulär wie erhofft aus. Die sehr actionlastige Story kommt bei weitem nicht an die spannende Ursprungshandlung heran und abgesehen von einigen Duellen mit der satanischen Brut fällt die auf 124 Seiten verteilte Geschichte eher schwachbrüstig und unauffällig aus. Im Grunde genommen erhält man sogar am Ende den Eindruck, das hier Dargebotene sei lediglich die Einleitung zur richtigen Geschichte, doch nach der umfassenden Seitenzahl wäre diese Vermutung ja auch wieder ziemlich absurd.

Nun, dabei beginnt alles noch im angemessenen Rahmen. Der Ghost Rider entkommt der Hölle und sucht auf der Erde nach einem Unterschlupf. Luzifer höchstpersönlich macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung und jagt ihn durch das gesamte Land. Ein unausweichliches Duell bringt die wahre Person hinter Johnny Blaze nach Tagen der Abstinenz wieder ans Tageslicht, doch mit ein wenig Geschick entgeht er den Fängen des Teufels, gerät aber direkt in eine weitere Konfrontation. Doch sein scheinbarer Widersacher ist gekommen, um ihn über die Wahrheit zu unterrichten. Blaze jedoch fürchtet, dass auch hinter Stephen Strange Luzifer steckt und bekämpft ihn mit fatalen Folgen. Dennoch wird ihm die wahre Geschichte über die Streuung der teuflischen Ausgeburten auf der Erde offenbart und ihm die Aussichtslosigkeit seiner Lage bewusst. Doch der Ghost Rider ist besessen vom Willen, auch die letzte Teufelsbrut in die Hölle zu verbannen – und somit endlich freizukommen.

So weit, so gut – rein inhaltlich mag der Auftakt der neuen Serie sicher einiges hermachen, doch da der wohl entscheidende Part lediglich im Dialog zwischen Numecet und dem Ghost Rider erörtert wird und die Action fast schon zur überflüssigen Nebenerscheinung absinkt (zumindest bezogen auf die Entwicklung der Story), gelingt es kaum, das Potenzial der Geschichte über die gesamte Handlung auszuschöpfen. Es sind lediglich einige einprägsame Momente und kurze Highlights, mit denen der Plot voranschreitet, aber eben nichts, was den Leser irgendwie aus der Reserve locken könnte.

Zieht man da den Vergleich zur Story in der |Marvel|-Spezialausgabe, ist es schon fast erschreckend, wie simpel und plump „Teufelskreis“ aufgebaut ist. Die Spannung bleibt weitestgehend auf einem erstaunlich niedrigen Level und die Umsetzung der Ideen ist sowohl auf die Erzählung als auch auf die Zeichnungen bezogen bei weitem nicht mit so viel Liebe zum Detail gestaltet worden wie noch in „Die Straße der Verdammnis“. Dass dann auch noch die Original-Zeichner der 90er-Serie, nämlich Mark Texeira und Javier Saltares, an der Sache beteiligt sind, macht das Gesamturteil sogar noch vernichtender. Keine Ahnung, woher diese Lieblosigkeit rührt, aber der Würde und dem Status eines echten „Ghost Rider“-Comics wird dieser erste Teil keinesfalls gerecht. Bleibt zu hoffen, dass es eine Ausnahmeerscheinung ist und nicht wieder zur Folge hat, dass eine weitere Reihe um diesen Helden nach kurzer Zeit eingestampft wird.

http://www.paninicomics.de/

|Siehe auch:|

[„Ghost Rider – Die Straße zur Verdammnis“ 3598

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