Bajram, Denis – Universal War One 6: Der Patriarch

Band 1: [„Genesis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3694
Band 2: [„Die Frucht der Erkenntnis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3695
Band 3: [„Kain und Abel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3861
Band 4: [„Die Sintflut“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4119

_Story_

Mit großen Hoffnungen begeben sich Kate von Richtburg und die Besatzung ihres Schiffes per Zeitreise zurück in die eigene Jetztzeit, um die Vernichtung der Erde ungeschehen zu machen und vor allem Hilfe für den suizidalen Ed Kalish aufzutreiben. Doch die vermeintliche Rückkehr entwickelt sich alsbald zum Debakel.

Das Team der Rebellen landet unverhofft auf einem neu kolonisierten Planeten, der vor 30 Jahren noch unter dem Namen Mars bekannt war. Dort realisieren sie zudem, dass die Zivilisation nach dem Attentat auf die Erde in Angst und Schrecken lebt. Die |Industrial Companies of Colonisation| haben einen Kontrollstaat aufgebaut und somit die verbliebene Bevölkerung einer unbarmherzigen Diktatur unterworfen. Doch mit Kalishs Geheimwaffe, der Möglichkeit der Teleportation, scheint die Widerstandsbewegung nun endlich ihren lange erhofften Gegenschlag ins Rollen bringen zu können.

Unter der Führung des wieder genesenen Kalish und Kates lange verschollenem Vater startet die Schwadron Purgatory einen verzweifelten Überraschungsangriff auf die Raumstation der ICC. Allerdings werden die Widerstandskämpfer dort bereits erwartet …

_Persönlicher Eindruck_

Oh mein Gott, welches Genie verbirgt sich nur hinter diesem Denis Bajram! Mit dem Abschlussband seines innovativen Sechsteilers „Universal War One“ setzt der französische Comic-Autor noch mal gehörig einen drauf und inszeniert ein Finale, wie es brillanter und einfallsreicher kaum sein könnte.

Dabei hat Bajram die Überraschungen einmal mehr auf seiner Seite, indem er noch lückenhafte Puzzlestücke innerhalb der bemerkenswerten Entwicklungen in den Plot integriert und noch einmal einige Personen aus der Zeitschleife hervorholt, die man dort bereits auf ewig verschollen wähnte. Ohne dabei zu viel verraten: Was der Autor auf den letzten Seiten aufdeckt und wie er die gesamte Story rückblickend noch einmal in der Handlung analysiert, setzt der Komplexität, die „Universal War One“ bis dato sowieso schon auszeichnete, endgültig die Krone auf.

Dementsprechend ist es auch dieses Mal wieder eine echte Herausforderung, das Ganze näher zu beschreiben und zu erörtern, da das Phänomen der Zeitreisen auch in „Der Patriarch“ keinen festen Klammerpunkt aufzubieten vermag. Bajram beginnt einmal mehr stringent und zielgerichtet mit einem merkwürdigen, zunächst noch wenig aussagekräftigen Flashback, dreht den Kreisel der Zeit dann weiter in die Zukunft auf dem Mars und wendet den gesamten Verlauf ausgerechnet dann noch einmal um die eigene Achse, wenn der Leser sich schon auf ein durch und durch actionreiches Finale einstellt. Doch stattdessen wählt Bajram – der Philosophie seines bisherigen Vorgehens entsprechend – einen ruhigen Abschluss, in dem der Dialog das maßgebliche Element ist, die sich plötzlich offenbarende Brisanz dann aber auch wieder schnell entschärft, um dem Leser Zeit zum Verarbeiten des Unglaublichen zu gewähren. Somit gelingt es auch im entscheidenden Moment, den Fokus ausschließlich auf den Hauptakt zu legen, die Story nicht mit überflüssigem Bombast und vergleichsweise übertriebener Action zu überfrachten und insbesondere das wahre Herz der Science-Fiction in einer modernen, komplexen Inszenierung doch wieder zurück zu seinen Wurzeln des Genres zu führen – und dies, man vergegenwärtige sich dies noch einmal, in einer Comic-Serie!

Faszinierend ist letztendlich auch, dass Bajram die Geschichte zu Ende bringt, ohne dabei das gesamte Potenzial bis zum Exzess ausloten zu müssen. Auch nachdem die Reihe abgeschlossen ist, wäre es noch möglich, die Handlung zu erweitern und mit den Zeitreisen zu spielen, ohne dass dadurch zwangsläufig der Charakter der Erzählung verändert werden müsste. Allerdings hält Bajram ebensolche Ausschmückungen Gott sei Dank für unnötig und bleibt seiner zielstrebigen Arbeitsweise bis zuletzt treu. Gerade dieser Qualität ist es auch zu verdanken, dass „Universal War One“ zu einer der souveränsten Science-Fiction-Sagas der letzten Jahre, inhaltlich sogar zu einem der anspruchsvollsten Werke aller Zeiten geworden ist. Mit nur einer abgeschlossenen Serie ist der Autor auf dem besten Wege, sich innerhalb der anspruchsvoll illustrierten Kunst zu einer Legende zu entwickeln – und dies völlig verdient. Denis Bajram: Diesen Namen sollte man sich spätestens jetzt in seinen persönlichen Empfehlungslisten ganz dick anstreichen!

http://www.splitter-verlag.de

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