Brooks, Terry – Hexenzauber

Nach den Ereignissen aus „Das Zauberlabyrinth“ ist die Lage im Königreich Landover, wo Magie wirkt, wieder ruhig. Ben Holiday erfreut sich der Liebe seiner elfischen Frau Willow und seiner rätselhaften Tochter Mistaya. Auch die Hexe Nightshade scheint dorthin verbannt, wohin sie verschwand: in den Tiefen Schlund. Doch sie heckt einen teuflischen Racheplan aus …

Ein schwarzer Ritter taucht eines Tages vor Bens Schloss auf und fordert ihn zu sieben Zweikämpfen heraus, oder Ben werde sein Land verlieren. Ben muss die Herausforderung annehmen. Er schickt seine Tochter Mistaya in Sicherheit, zu ihrem Großvater, dem Flusself. Auf dem Weg dorthin wird aber ihre Reisegesellschaft, darunter Bens Freunde Questor Thews und Abernathy, von Nightshade überfallen, getötet und Mistaya von ihr entführt. Mistaya hatte währenddessen geschlafen, so weiß sie nicht, was aus ihren Begleitern geworden ist. Die Hexe erzählt ihr Lügen und bringt sie dazu, bei ihr in die Lehre zu gehen. Wie sich herausstellt, verfügt Mistaya über große magische Kräfte, besonders wenn es darum geht, Ungeheuer zu erschaffen.

Wenig später hat sich Ben gegen zwei Widersacher zur Wehr zu setzen: einen Riesen, den beim Verlust des Kontakts mit der Erde alle Kraft verlässt, und einen Ritter, der sich wie ein Spiegelbild verhält. Mit knapper Not kann Ben siegen. Er und Willow machen sich überall in Landover auf die Suche nach Mistaya. Selbst bei seinem ärgsten Feind und bei einem Drachen fragt er an. Doch bei Lord Kallendbor erfolgt der Angriff eines Roboters, und der Drache rettet ihn vor dem Rachen eines riesigen Wurms. Wieder zurück in seiner Burg, wird Ben von einem Zombie beinahe in Stücke gerissen. Unter all diesen Attacken leidet seine Selbstsicherheit ganz gewaltig und seine Liebe zu seiner Frau vertieft sich unter der Belastung. Es gelingt ihm, à la Sherlock Holmes zu kombinieren, wo sich Mistaya aufhalten muss: bei Nightshade, im Tiefen Schlund. Seine Armee macht sich auf, das Nest auszuheben und seine Tochter zurückzuholen.

Unterdessen auf der Erde: Abernathy und Questor Thews sind durch das Eingreifen von Erdmagie nicht getötet, sondern in unsere Dimension versetzt worden – nicht ohne Grund, wie sich zeigt, denn in einer historischen Burg in der Nähe Seattles finden sie ein Zauberbuch und erfahren, wie sie zurückgelangen können. Als ein weiteres Opfer Nightshades, ein Gnom, bei ihnen landet, wissen sie, dass es höchste Zeit für die Rückkehr ist, und erfahren, dass sie Mistaya bei der Hexe suchen müssen.

Showdown im Tiefen Schlund: Ein letzter Trick Nightshades mißlingt – Mistaya sollte ihren Vater umarmen und dabei ein vergiftetes Medaillon der Hexe an sein Herz drücken. Doch durch Questors Eingreifen wird er zum Opfer des Anschlags. Die getäuschte Mistaya erkennt die wahren bösen Absichten ihrer ehemaligen Mentorin und schlägt zurück: Nightshade findet sich in einer anderen Dimension wieder. Dann kümmert sich das Mädchen um den todkranken Questor. In Seattle aber wundert man sich über den boshaften Blick einer nachtschwarzen Krähe, die im Zoo aufgetaucht ist.

„Hexenzauber“ ist eine sehr unterhaltsame Weiterführung der Geschichten um Bens Königreich Landover, in weit leichterem Ton als die |Shannara|-Romane erzählt. Auch die Gestaltung der Charaktere, ihre Entwicklung und die Bewältigung ihrer Schicksale sind weit anrührender ausgeführt. „Hexenzauber“ lehrt den Leser sogar, in das Herz einer so bösartigen Frau wie Nightshade zu blicken. Und die Ironie, dass Bens eigene Tochter die Ungeheuer, die ihn fast umbringen, erschafft, ist von tragischer Größe.

|Originaltitel: Witches‘ Brew, 1995
Aus dem US-Englischen von Rainer Gladys|

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