Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

Worum gehts?

Dies ist die Geschichte von Lou und Will.

Louisa Clark, 26 Jahre alt, lebt gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester und deren Sohn, gemeinsam in einem kleinen Häuschen. Ihr Haupterkennungsmerkmal ist ihr etwas ausgefallener Modegeschmack, über den die Leute in ihrer Heimatstadt auch gerne schon einmal tuscheln.

Will Traynor, ein einst sehr aktiver, erfolgreicher Lebemann. Doch durch einen tragischen Unfall wurde aus ihm ein sogenannter Tetraplegiker, ein Mensch, der vom Hals an abwärts gelähmt ist. Also weder Arme noch Beine bewegen kann. Beide wissen noch nicht, dass sie sich schon bald begegnen werden.

Inhalt

Lou lebt gemeinsam mit ihrer etwas chaotischen Familie unter einem Dach. Ihr Vater ist erst neulich arbeitslos geworden und ihre Schwester, die bereits einen kleinen Sohn hat, nervt sie einfach nur noch. Lou arbeitet in einem kleinen Cafe in der Stadt. Die Arbeit und der Kontakt zu den verschiedenen Menschen bereiten ihr unheimlich viel Freude und außerdem ist sie zurzeit die einzige Person im Haushalt, die Geld mit nach Hause bringt. Jedenfalls bis zu dem Tag, als ihr Chef ihr völlig unerwartet offenbart, dass er das Café verkaufen und auswandern wird. Erst da wird ihr bewusst, wie viel ihr an der Arbeit gelegen hat und wie nervenaufreibend die Gänge zum Jobcenter sind.

Doch eines Tages landet sie in Grant House, einem luxuriösen Herrenhaus, in dem sie sich als Pflegerin vorstellt, einer Stelle, die ihr vom Jobcenter angeraten wurde. Ohne jegliche Vorkenntnisse in diesem Bereich und ziemlich unvorbereitet stellt sie sich bei Camilla Traynor vor. So tollpatschig, wie sie sich bei dem Gespräch verhält, so wenig Chancen rechnet sie sich auf den Job aus. Doch entgegen alle Erwartungen, möchte Mrs. Traynor, dass sie die künftige Betreuung ihres Sohnes übernehmen soll, zu Lous Erleichterung gibt es für den pflegerischen Part bereits jemand anderes, Nathan.

Bereits an ihren ersten Arbeitstagen stellt sich heraus, dass Lou und Will keine großen Freunde werden. Der durch die Situation unzufriedene und ziemlich depressive Will, der nur herumnörgelt und dem man es nicht recht machen kann und die doch zuerst sehr engagierte Lou, die so ziemlich alles versucht um Will den Tag zu verschönern, treffen aufeinander. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto vertrauter werden sie sich und der eine weiß, wie er mit dem jeweils anderen umzugehen hat.

Eines Tages bekommt Lou ungewollt ein Streitgespräch zwischen Wills Mutter Camilla und seiner Schwester Georgina mit. Das, was sie da hört, kann sie kaum fassen und macht sie derart fertig, dass sie sich nicht vorstellen kann, auch nur einen Tag länger in diesem Haus zu arbeiten und kündigt ihren Job. Doch so einfach gibt Camilla sie nicht auf, da sie deutlich merkt, wie gut sie ihrem Sohn tut und nach einem offenen Gespräch, in der Lou erzählt, dass sie alles mitbekommen habe und bei den Plänen nicht mitspielen will, einigen die beiden sich schließlich doch noch, so dass Lou, zur Erleichterung aller Beteiligten, wieder ihre Arbeit aufnimmt. Doch schon bald kommt es zum nächsten Eklat…


Mein Eindruck

Dieses Buch ist so wundervoll einfach und doch packend geschrieben, dass man es, hat man angefangen, kaum wieder weglegen kann.

Schon ein paar Seiten reichen aus, um zu glauben, dass man die beiden Protagonisten Lou und Will persönlich kennt. Sie werden von der Autorin so herrlich „normal“ und einfach beschrieben, so wie Leute, denen man im eigenen Leben begegnen könnte.

Das Buch ist ein typisches Frauenbuch, dass sehr ergreifend und packen geschrieben ist, dennoch gibt es auch einige Stellen, an denen man herzhaft lachen kann. Das Lesen des Buches gleicht einer Achterbahnfahrt. Witz, Alltagskomik, Trauer, Entsetzen und Schicksal wechseln sich stetig ab.

Das Buch besteht aus 27 relativ langen Kapiteln und einem kurzen Epilog. Es ist größtenteils in der „Ich-Form“ aus Lous Sicht geschrieben, abgesehen von einigen wenigen Kapiteln, die aus der Sicht einer anderen Person geschrieben sind, dies wird aber deutlich in dem der entsprechende Name neben der Kapitelzahl steht und ist dadurch auch keineswegs verwirrend.

Fazit

Ich habe selten ein so emotionales Buch gelesen, das nebenher auch noch so sehr zum Nachdenken anregt. Jedoch empfiehlt es sich nicht unbedingt, gerade dieses Buch zu wählen, wenn es einem selbst gerade nicht so gut geht, da es doch stellenweise schon sehr an die Substanz geht.

Durch den sehr flüssigen Schreibstil der Autorin lässt es sich sehr einfach lesen und bereitet seinen Lesern einen kompromisslosen Lesegenuss. Ob für einen selbst oder als Geschenk, dieses Buch ist in jedem Falle empfehlenswert und ich bin gespannt, wann und was man als Nächstes von der Autorin hören bzw. lesen wird.

Über die Autorin

Jojo Moyes ist in London aufgewachsen. Sie schreibt regelmäßig u. a. für den Daily Telegraph und die Daily Mail und hat bereits eine Reihe von Romanen veröffentlicht. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. (Verlalgsinfo)

Broschiert: 512 Seiten
Originaltitel: Me Before You
Ins Deutsche übertragen von Karolina Fell
ISBN: 978-3499267031

www.rororo.de
www.jojomoyes.com

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