P. J. Tracy – Spiel unter Freunden

Rasant & beklemmend: Mörderhatz in Minneapolis

„Monkeewrench“ nennt sich die auf charmante Weise verrückte Fünfergruppe, die in einem Loft in einem abgelegenen Lagerhaus Computerspiele entwickelt. Gerade haben sie ihr neuestes Werk „Fang den Serienkiller“ für den Testbetrieb ins Internet gestellt. Doch ein Spieler dort draußen lässt die Morde detailgetreu und äußerst grausam Wirklichkeit werden.

Die Cops in Minneapolis und im verschlafenen Wisconsin erfahren: Das Spiel hat 20 Levels, und die Zeit drängt. In einem furiosen Showdown zeigt das Böse schließlich sein Gesicht. Und es war die ganze Zeit über beängstigend nah … (Verlagsinfo)

Die Autorinnen

P. J. Tracy ist das Pseudonym eines Autorenteams aus Mutter und Tochter, die in Minneapolis und Los Angeles leben. Sie haben als Drehbuchautorinnen begonnen und mit ihrem Krimidebüt „Spiel unter Freunden“ einen internationalen Überraschungserfolg erzielt, der von Lesern und Kritikern mit Lob überhäuft wurde. Seitdem ist P. J. Tracy laut Verlag eine feste Größe für Krimifans. „Memento“ ist ihr zweiter Roman, „Mortifer“ ihr dritter.

Der Sprecher

Burghart Klaußner, geboren 1949 in Berlin, absolvierte seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Berlin. Es folgten Engagements an verschiedenen Bühnen. Er war in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen, so u. a. „Good Bye, Lenin!“ „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Requiem“. 2005 wurde er mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. 2006 erhielt er den Goldenen Leopard in Locarno als bester männlicher Darsteller in „Der Mann von der Botschaft“.

Die Aufnahme erfolgte im März 2008 im Eimsbütteler Tonstudio, wo Margrit Osterwold Regie führte.

Handlung

PROLOG

In Calumet, Wisconsin, ist es erst fünf Uhr morgens und saukalt, als Father Newbury erwacht und einen Wagen auf dem Parkplatz vor seiner katholischen Kirche erblickt. Ach herrje, die Kleinfelds schon wieder. Er erhebt seine schweren Glieder in einen kalten Oktobermorgen und wankt in das Kirchenschiff. Die Kleinfelds sind solche Paranoiker, dass sie sämtliche Schwulen, Lesben und Transvestiten anzeigen, denn sie halten sie für „Verfehlungen gegen Gott“. Die Kleinfelds besitzen sieben Millionen Dollar, wie er von ihrem Buchhalter weiß, der stets pünktlich den Zehnten an Father Newbury zahlt. Der Pfarrer stutzt, als er das Kirchenschiff betritt: Die Kleinfelds rühren sich nicht. Auch dann nicht, als er direkt vor ihnen steht. Sie sind mausetot. Er kann das Loch an jedem Hinterkopf sehen.

Sheriff Mike Halloran und sein Deputy Boner Carson konnten die Kleinfelds auch nicht leiden, ohne sie aber deswegen gleich zum Teufel zu wünschen. Boner, dieser Anfänger, hält den Father für den Mörder. Schwachsinn, denkt Halloran. Er findet, mit den Leichen stimmt etwas nicht, kommt aber erst darauf, was es ist, als der Coroner Doc Hansen ihn darauf hinweist: Mary Kleinfelds Oberkörper wurde in Form eines Kreuzes aufgeschlitzt.

Als Halloran mit Deputy Danny Peltier das Haus der Kleinfelds aufsuchen, hat Halloran die Schlüssel vergessen. Das Tor kriegt er ja noch auf, aber dann muss er Danny schicken, um einen anderen Zugang zu suchen. Dann dröhnt ein Donnerschlag durch die Luft. Halloran hat in seinem Leben schon einige Schrotflinten gehört, und das war garantiert eine. Er eilt zur Hintertür, die sperrangelweit offen steht. Seine Hand fährt entsetzt zum Mund, als er seinen Deputy nur noch in Fetzen vorfindet. Die Kleinfelds hatten eine Schussfalle eingebaut. Wie paranoid waren diese Leute wirklich? Und wovor fürchteten sie sich dermaßen?

Haupthandlung

Grace McBride verlässt ihr Haus. Sie steckt wie immer eine ihrer sieben Pistole ins Schulterhalfter und aktiviert die Alarmanlage, dann geht sie zur Garage, besteigt ihren Wagen und öffnet das Garagentor nach einem scharfen Blick auf die Straße. Im Lagerhaus angekommen, öffnet sie die Tür zum Lift mit einer Schlüsselkarte, besteigt den Lift, aktiviert ihn mit einer Schlüsselkarte und fährt zum Loft, das sie ebenfalls mit einer kodierten Schlüsselkarte öffnet. Das Büro enthält nichts außer einer Menge Computern, eine Kaffeemaschine sowie drei ihrer fünf Kollegen. Annie Belinski, sehr übergewichtig, aber lebensfroh, ist ebenso da wie Harley Davidson, der Rockerverschnitt, und der dürre Roadrunner, der genialste Hacker seit dem Watchman.

Begeistert zeigt ihr Harley das neueste Detail an ihrem Online-Computerspiel „Serial Killer Detective“, kurz SkiD, nämlich ein Foto von ihrem zweiten Tatort: eine teils nackte Gestalt liegt oben auf dem riesigen steinernen Engel eines Friedhofs. Hey, das ist ja Roadrunner! Nun trifft auch Mitch Cross, Graces Ex-Freund, ein, der jetzt mit der Malerin Diane verheiratet ist. Er ist keineswegs ein Spiele-Freak und lehnt SkiD ab, obwohl er ein Partner ihrer aller Firma Monkeewrench ist. Aber als ihm Harley ein paar witzige Details zeigt, wird er neugierig. Das Spiel sei seit einer Woche online und habe bereits 587 Downloads erfahren, gut, nicht?

In Minneapolis hat der Tag für den Klosterseminarschüler Jonathan Blanchard schlecht angefangen. Eine 22er-Kugel in die Stirn stoppte seinen Dauerlauf abrupt mit fatalen Folgen. Lieutenant Leo Magozzi wird von dem Leichenbeschauer auf einen merkwürdigen Umstand hingewiesen: in Jonathans Munds befindet sich rote Lakritze. Am nächsten Morgen holt ihn sein Kollege und bester Kumpel Gino Roseth um vier Uhr morgens aus den Federn: eine Tote auf dem Friedhof. Nun, da gehören sie normalerweise hin, oder nicht?

Doch vor Ort wundert sich Magozzi dann doch, was das nackte tote Mädchen auf dem Kopf eines riesigen steinernen Engels auf dem Lakewood-Friedhof zu suchen hat. Einer der Studenten, der sie vor kurzem fand, reihert sich die Seele aus dem Leib. Der Leichenbeschauer findet auch bei dem toten Mädchen das Einschussloch in der Stirn, von einer Pistole Kaliber .22. Und noch etwas ist bemerkenswert: Sie lag schon dort oben, als sie erschossen wurde.

Monkeewrench

Grace McBride empfängt die beiden Bullen, die Mitch Cross angerufen hat, mit größtem Widerwillen. Good cop, bad cop, denkt sie. Sie wundert sich, als einer der beiden sofort die Pistole unter ihrer Jacke entdeckt. Sie muss ihm die Sig-Sauer zeigen. Neun Millimeter, meine Herrn, keine 22er. Nach der Prozedur mit den Schlüsselkarten kann sie Magozzi und Roseth dann ihrem Team vorstellen. Noch wichtiger sind jedoch das Spiel und ein ganz spezielles Foto, das Mitch dazu gebracht hat, die Mordkommission anzurufen: die Tote auf dem Engel.

Erst als sie Roseth und Magozzi darauf hinweist, entdecken diese Blindfische auch, dass es sich bei „der Toten“ um Roadrunner handelt. Erleichterung. Dann kommt die schlechte Nachricht: Das Spiel ist seit einer Woche online, hat bereits 587 registrierte Nutzer und verfügt über 20 Levels. Das heißt also, dass derjenige Killer, der das Spiel nachspielt, 20 Leute umbringen wird? Nicht ganz, wendet Grace ein. Niemand hat es bislang zu mehr als fünf Levels geschafft. Na, prächtig, dann brauchen sie ja bloß noch fünf Morde abzuwarten und der Spuk ist vorbei, oder wie?

Da sich das Monkeewrench-Team keinen einzigen weiteren Toten wünscht (wäre ganz schlecht fürs Geschäft), ist Warten keine Option. Grace zeigt den Cops den dritten Tatort: die Toilette eines Raddampfers. Zum Glück gibt es davon nicht mehr allzu viele. Der Haken dabei: Die Hochzeitsparty des mächtigsten Mannes der Stadt findet auf diesem Raddampfer namens „Nicolette“ statt. Das Aufkreuzen der Kripo dürfte nicht gerade zur Stimmung beitragen, fürchtet Magozzi, ganz zu Recht. Und sollte dann auch noch eine Leiche auftauchen, wäre die Stimmung wohl eher am Tiefpunkt. Deshalb muss seine Truppe gaaanz diskret vorgehen …

Mein Eindruck

„Spiel unter Freunden“ hat mich ebenso begeistert wie die anderen Monkeewrench-Krimis „Memento“ und „Mortifer“. Hier stellen die beiden Autorinnen zum ersten Mal ihr ungleiches Ermittlerpaar Detective Gino Roseth und Lt. Leo Magozzi vor. Ist Gino ein wahres Nervenbündel, vorlaut und ein wenig naiv, so spielt Leo praktisch den Walter Matthau zu seinem Jack Lemmon: langsamer, überlegter, einfühlsamer, aber nicht weniger energisch, wenn’s drauf ankommt.

Und in dem Fall des Game-Killers kommt es sehr darauf an, energisch zu sein – aber auch gewitzt. Immer wieder bringt Gino einen Verdachtsmoment nach dem anderen gegen das Monkeewrench-Team vor und besonders gegen die schweigsame, aber schwerstbewaffnete Grace McBride, Erfinderin des Serienmörderspiels. Doch Magozzi sieht noch etwas anderes unter der beherrschten Oberfläche McBrides durchscheinen, eine große Verletzlichkeit, die irgendwann mal ihre Ursache gehabt haben muss. Er braucht eine kleine Ewigkeit, bis sie ihn zu diesem Kern durchdringen lässt. Und dann ist es fast schon zu spät für sie – kann sie Magozzi endlich vertrauen?

Neben dem vordergründigen Handlungsstrang um den Serienmörder in Minneapolis ist eine gegenläufige Handlung zu verfolgen, die Grace Mcbride und ihrem Team ein Dutzend Jahre zurück in die Vergangenheit folgt, an die Universität von Atlanta. Auch dort trieb ein Serienmörder sein Unwesen, und ihm fielen Graces beste Freundinnen und Freunde zum Opfer. Das FBI konnte ihr nicht helfen – im Gegenteil: Es machte sie zum Köder in einer Falle, in die der Mörder zwar tappte, jedoch die FBI-Agentin, die Grace beschützen sollte, vor ihren Augen tötete. In der Folge verschwand sie nach Minneapolis und löschte ihre Vergangenheit in den Datenbanken der Behörden aus. Kein Wunder also, dass Grace sowohl Polizisten misstraut als auch von Serienmördern besessen ist. Das Spiel, das sie in 20 Levels entworfen hat, stellt ihre Selbstläuterung dar.

In einer weiteren Handlungsbewegung setzen Halloran, Magozzi und Roseth den Werdegang des Serienmörders zusammen. Und schließlich stellt sich ihnen – und Grace McBride – die Frage, ob Atlanta und Minneapolis, ja, sogar Calumet miteinander zusammenhängen. Die Vergangenheit droht Grace wieder einzuholen, und sie steht kurz davor, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen, zusammen mit ihrem Team. Standhalten oder flüchten? Sie zieht das Ausweichen vor, doch Magozzi macht ihr klar, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Doch was dann folgt, hat selbst er nicht vorhersehen können.

Unabhängig voneinander stoßen Sheriff Mike Hallorans Mitarbeiterin Sharon Mueller und Magozzis Team auf einen Verdächtigen. Um das FBI abzuwimmeln, das jeden länderübergreifenden Fall an sich zieht, beschwindeln die beiden Seiten die FBI-Agenten in einer der brillantesten Szenen des Romans. Man muss sich das Lachen verkneifen.

Doch dann vergeht ihnen das Grinsen. Der Killer hat bei Nummer vier zugeschlagen, eine alte Frau in der größten Shopping Mall der Welt. Doch das nächste Level sieht eine tote Lehrerin vor – der Gouverneur lässt alle Schulen schließen. Minnesota ist im Belagerungszustand. Der Verdächtige stellt Halloran, Mueller und Magozzi vor eine ganz besondere Schwierigkeit: Sie wissen nicht, welches Geschlecht er besitzt. Ich schreibe immer „er“, aber es könnte sich genauso gut um eine „sie“ handeln.

Das Baby der Bradfords alias Kleinfelds kam nämlich als Zwitter zur Welt, besaß also die äußeren Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter. Da sie diese „Abscheulichkeit“ ablehnten, ließen sie es nicht operieren, gaben ihm keinen Namen und sprachen nicht mit ihm. Magozzi kann es kaum fassen, als er das liest. Sollen sie nun nach einem Mann oder einer Frau Ausschau halten? Keiner kann es sagen. Außer vielleicht Sharon Mueller, die Psychologin mit dem Spezialgebiet Missbrauch an Kindern. Und was sie meint, soll hier nicht verraten werden. Denn der Mörder lebt in nächster Nähe zum Monkeewrench-Team.

Frauen-Power

Mit dem Kniff, einen Zwitter zum Schurken im Stück zu machen, hebeln die Autorinnen alle Vorurteile hinsichtlich der Geschlechter aus. Herkömmliche aufs Geschlecht bezogene Profile sind nutzlos. Bis ganz zum Schluss, dem furiosen Showdown, ist deshalb völlig offen, mit wem es Grace und Magozzi wirklich zu tun haben. Es könnte fast jeder sein, der in die Monkeewrench-Hardware eindringt und eine blutige Spur hinterlässt. Das hebt den Täter in den Rang eines Terroristen, der ja ebenso gesichtslos zuschlägt. In der Folge erlebt Grace den ultimativen Terror (Schrecken, nicht Grauen).

Dass der Serienmörder eine Frau sein könnte, mag für manche Zeitgenossen bereits einen gelinden Schock bedeuten. Aber nur für solche, die das schöne auch für das schwache Geschlecht halten, deuten die Autorinnen an. Auch Sharon Mueller ist nicht gerade ein Paradebeispiel für die Bestätigung männliche Vorurteile und Rollenerwartungen. Sie ist sexuell so aggressiv gegenüber Sheriff Mike Halloran, dass ich sie schon fast für den Serienmörder gehalten hätte. Was natürlich unmöglich ist, denn wie könnte sie an zwei Orten gleichzeitig sein?

Dass überhaupt dieser Verdacht aufkommen kann, ist weniger mein Fehler als eine Folge der erzählerischen Darstellung im Buch. Hier treiben die Autorinnen die Verunsicherung (besonders) des (männlichen) Lesers auf die Spitze, um noch mehr Verwirrung zu stiften. Vielleicht betrachten sie ihr Vorgehen teilweise als ein Spiel mit dem Leser und betätigen sich selbst als Serienmörder seiner Erwartungen und Vorurteile. Ob sie dabei auch 20 Levels schaffen, kann der Leser anhand ihrer anderen Romane nachprüfen. Wenn ich an „Memento“ denke, in dem eine kompetente Provinzpolizistin à la „Fargo“ auftritt, dann kommt mir das wie ein weiteres Level vor.

Der Sprecher

Burghart Klaußner verfügt über eine wunderbar flexible Stimme, mit der er in der Lage ist, sowohl mehrere männliche als auch eine Reihe von weiblichen Figuren wiedererkennbar zu charakterisieren, und zwar auch abhängig von Emotion und Stimmung. Dadurch erwachen die Figuren quasi zum Leben und der Hörer kann sich in sie hineinversetzen, um so an ihrem Schicksal Anteil zu nehmen.

Die drei Hauptfiguren sind sicherlich Gino Rolseth, Leo Magozzi und Grace McBride. Größere Gegensätze lassen sich kaum vorstellen. Gino, der typische hibbelige Joe-Pesci-Nörgler-Typ, wird stets von seinem Einsatzpartner Leo Magozzi auf Walter-Matthau-Art mit einem tiefen, ruhigen Tonfall wieder zur Besinnung gebracht, wenn Gino wieder mal aus dem Häuschen gerät. Und das passiert ganz besonders dann, wenn die Dinge nicht so laufen oder liegen, wie Gino sich das vorstellt.

Eine ganze Reihe tiefer Stimmen hat der Sprecher für kernige Typen wie Harley Davidson und Sheriff Halloran reserviert. Roadrunner hingegen klingt krächzend und hoch, wie der Pirat mit dem Holzauge in „Fluch der Karibik“. Jede Menge sanfter Stimmen voll Zärtlichkeit oder Besorgnis stehen neben heiserem Flüstern oder energischem Rufen. Der Sprecher schreckt auch nicht vor lautem Brüllen zurück, was aber den Mikros im Studio zum Glück nichts ausmachte, so dass auch dies einwandfrei wiedergegeben wird, ohne dass die Lautsprecher des Hörers Schaden erleiden.

Geräusche und Musik gibt es nicht, denn sie würden nur von der spannenden und witzigen Handlung ablenken. Darüber brauche ich also keine Worte zu verlieren.

Unterm Strich

„Spiel unter Freunden“ ist der optimale Thriller: schnell, actionreich und mit stetig wachsender Spannung, dabei aber voll überraschender Wendungen und einer gehörigen Portion Humor und Erotik. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten. Die Seitenhiebe der Autorinnen auf die Brustfixiertheit amerikanischer Männer kann ich ihnen ebenso verzeihen wie ihre kaum verhohlenen Vorurteile gegen strenge katholische Internate.

So mancher Leser mag vielleicht ein Problem mit der Vorstellung von einem Hermaphroditen haben, aber Tatsache ist, dass es diese Wesen gibt – die meisten werden gleich nach der Geburt operiert, um das gewünschte Geschlecht dominant werden zu lassen. Dass diese OP bei unserem Serienmörder unterblieben oder erst sehr spät durchgeführt worden ist, verunsichert den Leser ebenso wie die Behörden.

An dieser Stelle zeigt sich auch, wie leicht elektronische Datenbanken zu manipulieren sind. Sowohl Roadrunner als auch Tommy von der Kripo sind Meister im Knacken von Schutzbarrieren dieser Datenbanken. (Und wie der neueste Skandal um Datenhandel hierzulande zeigt, ist das Hacken eine sehr lukrative Sache – es geht um Milliarden.) Die Autorinnen entpuppen sich als kenntnisreiche und kompetente Schilderer dieser an sich recht komplexen Vorgänge, ganz so, als hätten sie selbst schon mal die Datenbank ihrer früheren Schule „bearbeitet“.

Ich warte ungeduldig auf den nächsten „Monkeewrench“-Thriller, vorzugsweise in Hörbuchform. Nach diesem Thriller weiß ich, warum die beiden Autorinnen von der Krimikritik in lobenden Worten landauf, landab auf Händen getragen werden. Sie haben als Drehbuchautorinnen die Kunst vervollkommnet, eine interessante Handlung so zu konstruieren, dass sie nicht nur stets mit Überraschungen aufwartet, sondern auch Ermittler und Publikum in die Irre führt.

Originaltitel: Monkeewrench, 2003
Aus dem US-Englischen übersetzt von Teja Schwaner
372 Minuten auf 5 CDs
ISBN-13: 978-3-89903-443-1
www.hoerbuch-hamburg.de

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