Andrews, Ilona – dunkle Flut, Die (Stadt der Finsternis 02)

_Stadt der Finsternis_
Band 1: [Die Nacht der Magie]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5963

Kate Daniels ist die Neue in den Reihen der jungen, toughen Dark-Fantasy-Heldinnen. In „Die dunkle Flut“ hat sie nun ihre Bewährungsprobe. Der erste Band war richtig gut, aber kann das Autorenduo dieses Niveau halten?

_Die Geschichte spielt_ in Atlanta. Allerdings sieht die Stadt etwas mitgenommen aus, da immer wieder Wellen von Magie über sie branden, die Elektronik außer Gefecht setzen und seltsame Wesen zurück lassen. Kate Daniels‘ Aufgabe ist es, diese ungebetenen Gäste, die häufig keine guten Absichten haben, zu eliminieren. Im Moment ist das allerdings ziemlich anstrengend, denn ein Flair, eine besonders starke Flut von Magie, kündigt sich an und alle sind durcheinander, sowohl die Menschen als auch die Gestaltwandler, die Untoten und die Hexen.

Kate hat alle Hände voll zu tun, als die Gestaltwandler an sie heran treten, weil man ihnen Landkarten gestohlen hat. Schnell findet sie heraus, dass dahinter ein komischer Mann steht, der sich quasi in Luft auflösen kann und deshalb schwer zu fassen ist. Als ob dies noch nicht genug wäre, trifft sie auch noch auf das Straßenmädchen Julie, dessen Mutter, eine Hexe, verschwunden ist. Die Hexe gehörte zu einem illegalen Hexenzirkel und als Kate weiter forscht, findet sie heraus, dass dieser Zirkel nichts Gutes im Sinn hatte. Im Gegenteil. Es scheint, als ob die Hexen durch ihr Treiben schlafende Gottheiten geweckt hätten, die den Magieüberschuss des Flairs nutzen, um sich Atlantas zu bemächtigen …

_Kate Daniels ist keine_ einfach zu verführende Blondine und Vampire sind keine erotischen Tausendsassa, sondern willenlose Kreaturen, die wie mumifizierte Leichen aussehen und auf vier Beinen laufen – die Autoren machen in ihrer Geschichte einiges anders. Während das Setting eher an einschlägige Vampirliteratur erinnert, spielt die Hauptrolle die Magie. Atlanta wird als düstere Großstadt beschrieben, die Dank der Magie voller Ruinen und merkwürdiger Gestalten ist und sich ständig ändert. Kein besonders schöner und sicherer Ort also, aber einer, der der Geschichte eine ganz eigene Note gibt.

Die Handlung beschäftigt sich vor Allem mit den unterschiedlichen Gruppen in der Stadt. Der Orden, der ehrenamtlich die Entsorgung magischer Lebewesen übernimmt, aber dabei nicht ganz uneigennützig handelt; die Söldner, zu denen Kate gehört und die sich diese Dienstleistung gut bezahlen lassen; die Untoten, die sich gerne in die Belange Atlantas einmischen; und schließlich die Gestaltwandler, mit deren Anführer Curran Kate immer wieder aneinander gerät. Sie alle haben etwas gegeneinander, müssen aber häufig zusammenarbeiten, was für Spannung und Machtspielchen sorgt. Jede dieser Gruppe hat ihre ganz eigenen Interessen, doch leider wird es im zweiten Band der Reihe etwas unübersichtlich, als auch noch die Gottheiten auf den Plan treten. Das Buch beginnt gradlinig, aber vor Allem zum Ende hin wird die Geschichte ziemlich konfus. Es ist unklar, wer jetzt genau was will, wer wen hasst und worum eigentlich gekämpft wird. Es ist ein bisschen zu viel von Allem. Der starke Anfang verliert sich in den zahlreichen Nebenhandlungen, die Geschichte flacht stark ab. Hinzu kommt, dass das Ende sehr dem aus dem ersten Band ähnelt.

Die Handlung macht es schwierig, „Die dunkle Flut“ so ins Herz zu schließen wie den Vorgängerband. Sicher, die Hauptperson ist die gleiche und sie ist immer noch gut, aber sie schafft es nicht, das Gewirr aus Ereignissen zu überstrahlen. Dabei hätte Kate durchaus etwas Besseres verdient, denn sie ist ohne Frage eine der interessanteren Charaktere des Genres. Sie besitzt immer noch Geheimnisse, die sie zwar erwähnt, aber nicht erläutert, und ihre kratzbürstige Art ist wesentlich authentischer als bei ähnlichen Romanfiguren. Ihre freche Schnauze und ihr Talent, mit Anlauf in Fettnäpfchen zu springen, reizen zum Lachen. Die sarkastischen Bemerkungen, die die Autoren immer wieder in ihren ansonsten sehr lebendigen und abwechslungsreichen Schreibstil einfügen, tun das Ihrige. Gleichzeitig hat die Protagonistin aber auch eine sehr düstere Seite, so dass die Reihe trotz des Humors nicht zu den komödiantischen Vampirgeschichten gehört. Außerdem ist es sehr erholsam, dass Kate nicht von einem Bett ins andere fällt, weil sie den Reizen irgendwelcher Untoter nicht widerstehen kann.

_Es ist schade_, dass „Die dunkle Flut“ trotzdem nicht richtig zündet. Schreibstil und Protagonistin sind nach wie vor auf hohem Niveau und dass der Fokus weniger auf Vampiren als vielmehr auf Magie liegt, hebt das Buch zusätzlich hervor. Die Handlung allerdings kann in diesem Fall nicht überzeugen. Etwas mehr Struktur und etwas weniger Verwicklungen hätten gut getan.

|Originaltitel: |Magic Burns|
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer
303 Seiten, Taschenbuch
ISBN-13: 978-3802582134|
http://www.egmont-lyx.de
[„Website der Autoren“]http://www.ilonaland.com

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