Schlagwort-Archive: Ian McDonald

Ian McDonald – Sternenträume. Phantastische Erzählungen

Originelle und stilsichere Erzählungen

Bevor dieser erfolgreiche nordirische Autor mit Romanen wie „Chaga“ und „Kirinja“ weithin bekannt wurde, war er bereits als origineller, engagierter und stilsicherer Autor von Erzählungen und Novellen anerkannt. Hier sind seine besten Arbeiten bis 1988 versammelt, wenn auch ohne die Chaga-Novelle „Toward Kilimanjaro“, die erst 1990 erschien.

Die Story-Sammlung enthält die Erzählungen:

Sternenträume
Szenen aus einem Schattenspiel
Christian
König der Dämmerung, Königin des Lichts
Das Rad der Katharina
Van Goghs unvollendetes Porträt des Königs der Schmerzen
Die Insel der Toten
Radio Marrakesch
Reisen in einzigartige Städte
Vivaldi.

Der Autor
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Ian McDonald – Rebellin des Glücks

Gescheiterte Utopie

Am Ende des 21 Jahrhunderts: Dank der allmächtigen Computer ist die Welt perfekt; keine Kriege, keine Krankheiten bedrohen die Menschheit. Jedermann hat glücklich zu sein — oder er macht sich eines Verbrechens gegen die Gesellschaft schuldig. In der Megalopolis Yu lebt die Zeichnerin Courtney Hau ihr verordnetes glückliches Leben, bis einer ihrer Cartoons der allgegenwärtigen Glückspolizei missfällt. Courtney muss fliehen und lernt plötzlich die andere Seite ihrer Schönen Neuen Welt kennen. In einem düsteren Labyrinth unter der Stadt kämpfen die Ver­rückten und Verbannten von Yu ums Überleben — und träumen von einer Rebellion der Freiheit, die plötzlich Wirklichkeit werden kann. (verlagsinfo)

Der Autor
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Ian McDonald – Chaga oder das Ufer der Evolution (Chaga 1)

Faszinierender Job: als Reporterin im Alien-Dschungel

Die ersten Sporen des Chaga fallen im Jahr 2004 auf den Kilimandscharo – und breiten sich von dort mit einer Geschwindigkeit von 50 Metern pro Tag in alle Richtungen aus. Ständig fallen neue Sporenpakete, überall auf der Südhalbkugel. Der Lebensraum wird knapp, und die Verdrängten finden das gar nicht witzig. Eine gigantische UNO-Hilfsmission wird weltweit gestartet, und die Reporterin Gaby McAslan berichtet darüber in Kenia. Sie wird Zeugin eines Verschwindens der Erde, einer Transformation durch das Chaga. Aber können Menschen in dieser außerirdischen Vegetation leben? Und was passiert mit den vom Chaga Infizierten?

Der Autor
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Ian McDonald – König der Dämmerung, Königin des Lichts

Drei Frauen im Kampf mit der irischen Vergangenheit

Eines der überraschendsten und schönsten Leseerlebnisse der neunziger Jahre hat mir der phantastische Roman des Nord-Iren Ian McDonald beschert. Es ist eine rätselhafte, poetische Geschichte von drei wunderbaren Frauen. Sie beginnt 1913, als die junge Emily mythische Figuren zum Leben erweckt, die fortan sie und ihre Nachkommen Jessica und Enye begleiten. Die drei Frauen dringen in das dunkle, lebendig gewordene Reich ihres Unterbewusstseins ein, das ihre reale, hektische Welt des 20. und 21. Jahrhunderts überlagert und verändert.

Auf unterschiedliche Weise versuchen Emily und ihre Nachfahren sich der Mächte der eigenen Traumzeit zu erwehren. Während die eine den mythischen Wesen nachgibt, versucht die andere, ihnen zu entkommen. Die dritte, Enye, hingegen bekämpft sie mit Drogen, Wut und einem Samurai-Schwert.

Der Autor
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McDonald, Ian – Narrenopfer

_Engagierter Alien-Detektivthriller_

Eine Mischung aus Detektivroman und Asylantendrama, erinnert „Narrenopfer“ mitunter an den Hollywoodstreifen „Spacecop L. A. 1999“. Da ermittelte ein Polizist gegen Alienmörder. „Narrenopfer“ ist ebenfalls spannend, aber das macht nicht seine Stärke aus. Die liegt in der bewegenden Darstellung der fremdartigen Lebensweise der Aliens auf der Erde.

|Der Autor|

Ian McDonald ist ein hoch angesehener und bekannter nordirischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor („Chaga“, „Kirinja“), der sich jedoch eher als Spezialist für Kurzprosa und Novellen einen guten Ruf erworben hat. Seine Romane kann man an zwei Händen abzählen.

_Handlung_

In naher Zukunft (2004) ist es so weit: Außerirdischer Besuch klopft an unsere Tür. Die Shian kommen allerdings nicht als Forscher, auch nicht als glubschäugige Eroberer, sondern mit der Bitte um Siedlungsraum. Acht Millionen Aliens wollen also Asyl beantragen. Na schön: Die Erde bekommt dafür technisches Know-how.

Sie werden hienieden auf etliche Länder und Kommunen verteilt, darunter Irland. Allerdings sind sie natürlich Wesen mit eigenartiger Biologie und Kultur, geschlechtslos außer in der Zeit der Brunst (wie Ursula LeGuins Gethenianer), und mit einem radikal anderen Glauben. Da dürften interrassische Reibungen vorprogrammiert sein.

Um selbige auf ein Mindestmaß zu verringern, benötigt man Vermittler, einer davon ist Andy Gillespie, der nach einer mäßig erfolgreichen Karriere als national-irischer Gelegenheitsterrorist (IRA) sich nun Saulus-Paulus-mäßig um die Belange der Shian-Kommunen in und um Dublin kümmern darf. Seine Bekehrung fand im Gefängnis statt, wo er einen Shian kennen lernte. Mit den Moralvorstellungen der Shian kann er selbst viel anfangen, entdeckt er.

Problematisch ist jedoch, dass die Shian auch Mord als Mittel nicht ablehnen, um ihre eigenen Kinder zu schützen. Er arbeitet nun für das Belfaster Welcome Center, das u. a. reisende Shian in Kommunen unterbringt und für die Probleme zwischen den Menschen und Aliens zuständig ist.

Viele Iren jedoch sind der Ansicht, das Willkommen für die Shian werde zu wörtlich umgesetzt. Auch die Aliens haben mit ihren überrumpelten Gastgebern Schwierigkeiten. Doch Andy betrachtet seine Mitarbeiter im Welcome Center bald als seine „Familie“. Als diese seine Familie eines Tages bestialisch ermordet wird, schlagen die Wogen hoch. Es gibt keine Zeugen, die Polizei hat keine Anhaltspunkte, dafür aber einen Sündenbock: Als Vorbestrafter selbst verdächtigt und in Gewahrsam genommen, gehen die Morde jedoch weiter: Er muss unschuldig sein.

Fortan macht sich Andy zusammen mit einer Shian-Anwältin daran, die wahren Täter zu überführen. Dabei versinkt er immer tiefer in ein Netz von Lügen und Vertuschungen und Gewalt. Allerdings kommt er den Shian und ihrer Lebensweise näher, als er je zu hoffen wagte – und auch näher, als gut für seine Überlebenschancen ist. Schließlich muss selbst er erkennen, dass niemand die Shian wirklich verstehen kann.

_Meine Meinung_

Ian McDonalds frühere Romane wie „Rebellin des Glücks“ oder „Herzen, Hände, Stimmen“ waren noch gleichnishaft auf den Nordirlandkonflikt zugeschnitten. Dieser Roman aus dem Jahr 1996 spielt erstmals auf der grünen Insel selbst. Die Probleme der christlichen Erdlinge mit den Shian und ihrem bizarr anmutenden Glaubenssystem sind dabei eine kaum verhüllte Metapher für die scheinbar unüberwindbaren Religionsdifferenzen zwischen Süd- und Nordiren, zwischen Katholiken und Protestanten. Immer wieder betont der Autor auch die Frage der Zugehörigkeit und vergleicht die Situation von Andy Gillespie, der zwischen Menschen und Aliens vermittelt, mit dem Problem, sich zwischen den Gegensätzen England (= Nordirland) bzw. Irland aufzuhalten.

Dass das Ganze dabei nicht zur religiös-politischen Fabel verkommt, ist dem erzählerischen Geschick des Autors anzurechnen. Die Figuren sind sauber gezeichnet, die Handlung trotz einiger Längen spannend, die fremdartige Kultur der Shian und ihre Gemeinsamkeiten mit den Menschen überzeugend und mit guten Einfällen dargestellt. Allerdings ist der häufige, wohl als Realismus konzipierte Gebrauch von Flüchen und Fäkalausdrücken nicht sonderlich erbaulich. Auch mit dem schrägen Humor des Sarkasmus weiß nicht jeder Leser viel anzufangen.

Einen Höhepunkt in McDonalds beeindruckendem Werk stellt „Narrenopfer“ also nicht dar. Dafür ist der Roman wohl zu einfach gestrickt, es fehlen die überbordende Sprachgewalt und der Ideenreichtum seiner sonstigen Werke. Allerdings schreibt hier McDonald fast mit Herzblut und höchstem persönlichem Engagement (für das er sich zum Teil bei seiner Frau bedankt).

Er sieht auf der einen Seite abgrundtiefe Verbohrtheit bei Menschen wie auch Aliens, dass man schier verzweifeln könnte (man erinnert sich an Bilder aus Belfast, in denen kleine Mädchen Spießrutenlaufen müssen, um zur katholischen Schule zu kommen). Andererseits gibt es immer wieder kleine Heldentaten und Mut zur Toleranz, die das kleine Lichtlein Hoffnung doch wieder aufleuchten lassen. Da spürt man die Sorgen, die Wut und die Hartnäckigkeit eines Autors, der seiner wahrlich nicht einfachen Heimat Nordirland tief verbunden ist.

Schriftstellerisch kein Glanzstück, dafür aber ehrlich und engagiert – für „Narrenopfer“ wird McDonald mehr für sein Anliegen als für seine Kunst gelobt, und daran ist ausnahmsweise nichts verkehrt.

|Die Übersetzung|

Nicht unterschlagen werden sollen die zahlreichen Anmerkungen, die Übersetzer Jakob Leutner eingeflochten hat. Sie klären den nicht-irischen Leser über Bräuche, Sprichwörter, Redewendungen und wichtige Daten der Insel auf und tragen sehr zum Verständnis der Denkweise der Bevölkerung bei.

|Originaltitel: Sacrifice of Fools, 1996
Aus dem Englischen übertragen von Jakob Leutner|

Ian McDonald – Kirinja. SF-Roman

Die Chaga-Welt: Frauen als Agenten des Wandels

„In der Nacht des 22. Dezember 2032 hörte das Universum, wie wir es kennen, auf zu existieren: Die Menschheit hat es nur noch nicht bemerkt…“ (Verlagsinfo) Die Fortsetzung von Ian McDonalds SF-Klassiker „Chaga oder Das Ufer der Evolution“ spielt 15 Jahre nach jenen Ereignissen, in denen die halbe Welt unter der außerirdischen Vegetation der Chaga begraben wurde. Die irische Exreporterin Gaby McAslan tritt ebenso wieder auf wie die sibirische Pilotin und Schamanin Oksana Michalowna.

Eine Hauptrolle spielt natürlich die Chaga sowie die menschlichen Staaten, die sich darin entwickelt haben: die Harambee. Chaga-Technologie hat sich global verbreitet, und das weckt Begehrlichkeiten. Über allem schwebt jedoch das Große Dumme Objekt (GDO), und immer wieder schaut Gaby McAslan hinauf zu den Ringen des Saturn: Dort oben ist im GDO Shepard, der Vater ihrer Tochter Serena, verschwunden. Eines Tages werden sie oder Serena dort nachschauen…
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[NEWS] Ian McDonald – Drachenmond (Luna 3)

Einhundert Jahre in der Zukunft: Die fünf Drachen, die einflussreichen Familienclans, haben die Herrschaft über den Mond unter sich aufgeteilt. Aber jedes Haus will noch ein wenig mehr Macht, ein wenig mehr Einfluss an sich reißen – und dazu ist ihnen jedes Mittel recht: Eheschließungen, Verschwörungen, Erpressung und sogar Mord. Doch dann taucht ein neuer Spieler auf dem politischen Parkett der Mondgesellschaft auf – und aus im Verborgenen geführten Scharmützeln wird offener Krieg … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 576 Seiten
Heyne

[NEWS] Ian McDonald – Luna. Wolfsmond

Auf dem Mond ist der Mensch die tödlichste aller Gefahren

Achtzehn Monate sind seit dem Tod Adriana Cortas vergangen. Die Corta Helio Corporation ist zerschlagen und die mächtigste Familie des Mondes ruiniert. Die vier verbliebenen Drachen, wie die einflussreichen Clans auf dem Mond genannt werden, wittern ihre Chance und liefern sich einen erbitterten Kampf um die Vormachtstellung in der High Society des Mondes – es ist ein Machtspiel voller Verführung, Lügen und Intrigen. Ein Spiel, das die Menschen auf dem Mond schon bald an den Rand eines Krieges bringen wird … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 496 Seiten
Originaltitel: Luna – Wolf Moon
Heyne

[NEWS] Ian McDonald – Luna

Kampf der Fünf Drachen

Die Zukunft: Schon lange ist der Mond den Menschen zu einer zweiten Heimat geworden. Doch auf dem Erdtrabanten geschieht nichts, ohne dass die dort ansässigen, rivalisierenden Wirtschaftsgiganten – die sogenannten Fünf Drachen – davon erfahren. Einer davon ist die Corta Helio Corporation unter dem Vorsitz der Patriarchin Adriana Corta. Als junge Frau musste sich Adriana in der brutalen Mondgesellschaft nach oben kämpfen – und hat sich dabei eine Menge Feinde gemacht. Feinde, die Adriana und ihren Clan nun zu Fall bringen wollen … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 512 Seiten
Originaltitel: Luna – New Moon
Heyne