Fiebelkorn, Ralf – Kick Off Rock-Gitarre (DVD)

Ähnlich wie vor kurzem zum [Schlagzeug]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2457 ist Anfang dieses Jahres via |Bosworth| auch ein Lehrvideo zur Rock-Gitarre auf den Markt gekommen, welches einem die ersten Schritte bzw. das Basiswissen zur Bedienung des Instruments näher bringt. „Kick Off Rock-Gitarre“ bringt die individuelle Zielgruppe aber auch schon ein ganzes Stück weiter, denn nach intensivem Studium sollte jeder Laie mit dem hier erworbenen Kenntnisschatz schon so manche Akkorde und Riffs problemlos spielen können. Und das kann ja jetzt nicht wirklich jedes Lernvideo für sich in Anspruch nehmen, glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung.

Musiklehrer Ralf Fiebelkorn erläutert in ganz kleinen Etappen zunächst einmal den Aufbau der Gitarre, sprich Bünde, Saiten, Korpus, etc., und die benötigten Hilfsmittel zum Spielen und Stimmen des Instruments. Es geht erst einmal darum, seinen neuen Schatz intensiv kennen zu lernen, bevor man erste Gehversuche wagt. Danach gibt Fiebelkorn mehrere Tipps zur Haltung von Gitarre und Plektrum, um so zu gewährleisten, dass man völlig entkrampft und entspannt an die Sache herangeht und so nicht schon Probleme bekommt, die gar nicht erst hätten auftreten sollen.

Erst dann geht’s ans Eingemachte, soll heißen an die grobe Notenlehre, bei welcher der Musiklehrer am praktischen Beispiel die einzelnen Saiten der Gitarre noch einmal näher aufgreift und Unterschiede deutlich macht. Schließlich dürfen die Saiten auch zum ersten Mal angeschlagen werden, dies aber zunächst in loser Form. Es folgen die ersten Rhythmen und Taktwechsel und schließlich die Stütze jedes Rock-Gitarristen, die Power-Chords, hier auch in der Basis- und auch schon in der Fortgeschrittenen-Version vorgeführt. Als Letztes gibt Fiebelkorn noch einmal einen Einblick in die Harmonielehre und vermittelt dem Zuschauer und Schüler auch schon einige Akkorde, auf denen die Rockmusik im Wesentlichen aufbaut.

Nach 120 Minuten Lehrstoff darf man dann selber an die Praxis heran und die beigefügten Jam-Parts einstudieren bzw. anhand dieser seine bis hierhin erlernten Kenntnisse erproben und trainieren. Sobald man dann das Gefühl hat, sich in den vorgegebenen Schemen sicher zu bewegen, wird es Zeit für die nächsten Schritte, doch die werden erst auf der aufbauenden DVD „One Step Beyond“ erklärt. Doch so weit sind wir ja auch noch nicht …

Nun, vom Aufbau her ist dieses Lehrvideo schlicht und einfach toll. Ich habe das Gitarrenspiel in meinem Leben schon selber mehrfach versucht, es aber meist wegen unbefriedigender Lehrmittel wieder ziemlich schnell aufgegeben, wobei ein gewisses Basiswissen sich während dieser Zeit schon manifestiert hat. Das alles hätte auch einfacher sein können, zum Beispiel mit dieser DVD, in der wirklich alles super-einfach erklärt wird, bei der man aber, gemessen am zeitlichen Umfang, auch schon binnen kürzester Zeit sehr große Fortschritte erzielen kann. Wo nämlich in den teuren Musikschulen erst mal zum Erbrechen Notenlehre und theoretische Kenntnisse erlernt werden und man die Sache eigentlich schon satt hat, bevor man die Gitarre das erste Mal in der Hand hatte, läuft bei „Kick Off Rock-Gitarre“ alles parallel. Fiebelkorn lehrt den Stoff sehr praxisorientiert und hat ein Händchen dafür, Theorie und tatsächliches Spiel für den interessierten Schüler treffend auszubalancieren. Seine lockere, unverkrampfte Art – selbst auf dieser DVD leistet er sich ein paar Versprecher – sorgt zudem für eine ziemlich lässige Atmosphäre, bei der man nichtsdestotrotz genügend Ehrgeiz entwickeln sollte, das Vorgezeigte recht schnell zu erlernen.

Sicher, es gibt viele Ansichten darüber, auf welchem Wege man das Gitarrespielen am schnellsten und einfachsten erlernen kann, und ich will jetzt auch nicht behaupten, dass diese DVD die Ideallösung ist. Als Opfer zahlreicher überkomplizierter, nervtötender Lehrbücher (die mich am Ende doch zu Peter Bursch gebracht haben) bin ich aber bislang auf noch keine bessere und schönere Alternative zu diesem zweistündigen Anfängerkurs getroffen, weshalb alles andere als eine klare Empfehlung totaler Humbug wäre. Und wenn man sich schlussendlich mal das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zum Musikunterricht an einer renommierten, sicherlich aber nicht immer besseren Schule anschaut, spricht sowieso nichts dagegen, die kostengünstigere, ebenbürtige Variante abzugreifen. Oder?

http://www.bosworth.de

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