Horst Hoffmann – Sternenkind (Titan-Sternenabenteuer 29)

Handlung:

Vanessa Modesta und die Crew der Titan machen sich mit Dorlog, dem Lariod der Cadschiden, und mehreren Cadschiden-Raumern auf den Weg nach Wythan, der Heimatwelt der Gefühlstoten.

Dort treffen die Terraner und ihre neuen Verbündeten auf mutierte Wythaner, die sofort zum Angriff übergehen. Mit knapper Not entkommen die Gefährten den Mutanten. Der Cadschide Arlog entdeckt dabei das Sternenkind, ein Wesen, in welchem Dorlog dasjenige erkennt, welches den Cadschiden die Gefühle wiedergeben kann. Denn vor langer Zeit wurden die Wythaner bzw. die Cadschiden ihrer Gefühle beraubt, die sich als Kollektiv zu einer unsichtbaren Entität zusammengefügt haben. Sternenkind ist die Einzige, welche diese Gefühlswolke aufspüren kann. Der Weg der |Titan| und ihrer Begleitschiffe führt zu einem geheimnisvollen Kristallplaneten, der ein grauenhaftes und tödliches Geheimnis birgt …

Mein Eindruck:

Mit diesem Band endet die Odyssee der |Titan| unter dem Kommando von Vanessa Modesta. Auch das Kapitel Cadschiden scheint zunächst einmal abgeschlossen zu sein. Leider ist dieses Finale allerdings nicht sonderlich gelungen. Der Autor konnte die gute Qualität seines „Titan“-Einstiegsbandes nicht einmal im Ansatz halten. Der Bruch innerhalb der Handlung wird dem Leser bei der Lektüre des Buches erst richtig bewusst. Kann [„Dorlog“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3866 noch als eingeschobene Episode akzeptiert werden, so wirkt „Sternenkind“ wie eine Geschichte aus einer vollkommen anderen Serie. Langatmig und ausschweifend erzählt der Autor eine vor Klischees und Logikfehlern nur so strotzende Geschichte. Spannung vermag nicht einmal ansatzweise aufzukommen, und die Handlung, die innerhalb dieser knapp 160 Seiten untergebracht wurde, kann am treffendsten mit dem Wort „kitschig“ umschrieben werden. Alle Probleme eines Volkes werden auf wundersame Weise gelöst, so dass am Ende Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung angesagt wäre, wenn nicht noch eine herzerweichende Sterbeszene anfiele.

Die Liebesgeschichte von Vanessa Modesta und Sebastian Blenkov, im Band 28 noch zart angedeutet, artet im vorliegenden Buch zu einer schnulzigen Gefühlsduselei aus, die einzig dazu beiträgt, dass dieser Roman noch langweiliger und unglaubwürdiger wird. Die Handlung wirkt darüber hinaus arg konstruiert und das titelgebende Sternenkind hat lediglich die Aufgabe, herumzustehen und auf wundersame Weise das Kollektiv zu finden, welches zum Schluss die Cadschiden errettet. Das Buch ist für den Leser umso ärgerlicher, da das durchaus interessante Thema der gefühlssuchenden Cadschiden derart unbefriedigend beendet wurde.
Dessen ungeachtet bleibt der Leser den zweiten Band in Folge über das Schicksal von Shalyn Shan und ihrer Freunde im Ungewissen. Auch die Handlung um Anake Takagawa, die in Band 27 mit einem fiesen Cliffhanger endete, wird nicht aufgelöst, sodass der Leser weiterhin in der Luft hängen bleibt.

Die Aufmachung schließt sich dem Gesamteindruck an. Die Darstellung der Protagonisten wirkt allzu unnatürlich, und dieses Mal wurde auch nur eine einzige Innengrafik in den Text eingefügt, die zudem sehr grobkörnig und vom Motiv her auch nicht sonderlich innovativ aussieht.

Fazit:

„Sternenkind“ ist ein überflüssiger Roman, der selbst für hartgesottene Fans eine Zumutung darstellen dürfte und eine Handlung aufweist, die auch für einen Science-Fiction-Roman unglaubwürdig ist.

Taschenbuch: 160 Seiten
www.blitz-verlag.de

Florian Hilleberg

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