Shocker, Dan – Bluthände (Larry Brent, Band 5)

In diesem Buch sind die beiden Larry-Brent-Heftromane „Der Fluch der blutenden Augen“ und „Die Bestie mit den Bluthänden“ enthalten.

_Der Fluch der ‚blutenden Augen’_

Als Larry Brent im Zuge seines London-Urlaubes eine Fahrt mit einer Geisterbahn macht, ahnt er noch nichts Böses. Auch nicht, als eine schöne Inderin sich zu ihm in den Wagen setzt. Als die Inderin aber während der Fahrt scheinbar an einem Herzinfarkt stirbt, wird der Agent misstrauisch. Dass der Taxifahrer, von dem sich Larry zu seinem Hotel chauffieren lässt, einen Mordanschlag auf ihn verübt und der Agent in seinem Hotelzimmer von einem Inder überfallen wird, vergällt Larry endgültig seinen Erholungsurlaub. An einen Zufall mag der PSA-Agent nicht glauben und er behält Recht. Dummerweise ähnelt der Amerikaner einem Indienforscher bis aufs Haar und dummerweise hat eben jener Forscher aus einem Tempel der Blutgöttin Kali wertvolle Diamanten entwendet. Der Anführer einer Sekte, ein einflussreicher Londoner Geschäftsmann indischer Herkunft, überwältigt Larry und lässt ihn nach Indien überführen, um den vermeintlichen Frevler den Göttern zu opfern. Keine guten Aussichten für X-Ray-3 …

Der Roman beginnt sofort mit einer unheimlichen Szene in einer Geisterbahn und setzt sich fort in einer Aneinanderreihung rasanter Action-Sequenzen. Gekonnt schafft es Dan Shocker, dem Roman die nötige Portion Gruselatmosphäre zu verleihen, und schickt seinen Agenten in sein erstes Abenteuer ohne Auftrag. Über die Wahrscheinlichkeit, dass Larry gerade zu dem Zeitpunkt Urlaub in London macht, wo eine dämonische Sekte nach einem Forscher fahndet, der zufällig genauso aussieht wie Larry, sollte man sich nicht allzu viele Gedanken machen. Immerhin gehört die Serie zur Unterhaltungsliteratur und diesen Anspruch erfüllt der vorliegende Roman allemal. Die indische Mythologie bietet dabei ein interessantes Betätigungsfeld und Larrys Reise, eingeschlossen in einer engen Kiste, kann zarten Gemütern durchaus klaustrophobische Gefühle vermitteln, so eindringlich beschreibt der Autor die Misere seines Helden. Die Dialoge sind realitätsnah und die Charaktere glaubhaft. Rasmandah, der Sektenführer, ist ein interessanter und fieser Bösewicht, wie er im Buche steht, und ein würdiger Gegner des PSA-Agenten.

Insgesamt gesehen ein spannender, kurzweiliger Gruselromanen mit kleinen Schwächen.

_Die Bestie mit den Bluthänden_

PSA-Agent Mike Burtin, alias X-Ray-16, ist verschwunden. Der Spezialagent hatte den Auftrag, in Rostrenen, Frankreich, geheimnisvolle Morde zu untersuchen. Um nachfolgende Tötungen und das Verschwinden seines Kollegen zu klären, wird Larry Brent an den Ort des Geschehens geschickt.

Kurz nachdem X-Ray-3 die Ermittlungen Burtins übernommen hat, findet er in einem verlassen Gehöft ein weiteres Opfer der Bestie und eine Frau, die dem Wahnsinn anheim gefallen ist.

Bei zweien der Opfer wird ein so genannter Quipu entdeckt, eine Knotenschnur, welche die alten Azteken zur Übermittlung geheimer Botschaften nutzten. Die Spur führt zu dem Privatgelehrten Henry Blandeau, der sich sehr für die aztekische Kultur interessiert und sich in seinem abgelegenen Haus eine eigene Welt mit Artefakten und Skulpturen der Azteken und Inkas eingerichtet hat.

Was hat der alternde Franzose mit den grauenhaften Morden zu tun? Die Rätsel werde immer größer und der PSA-Agent muss alles Register seines Könnens ziehen, um Licht in das Dunkel zu bringen …

Der Roman lebt von der unheimlichen Stimmung, die Dan Shocker durch die gruselige Kulisse erzeugt. Der Killer bleibt die gesamte Geschichte über eine namenlose, unsichtbare Bedrohung und bekommt erst zum Ende hin ein Gesicht. Doch die Bestie mit den Bluthänden ist nicht der einzige Verbrecher und darüber hinaus bekommt es Larry mit den Abgründen der menschlichen Seele zu tun, als ein Geschäftsmann seine Frau in den Wahnsinn treiben will. Die Dialoge sind realistisch, auch wenn sie das eine oder andere Mal ein wenig lang und ermüdend ausgefallen sind. Ansonsten erwartet den Leser ein Gruselkrimi par excellence, mit einer undurchsichtigen Handlung. Der Autor schafft es, die Spannung trotz ausgedehnter Dialoge konstant aufrecht zu erhalten und den Leser bei der Stange zu halten.

Auffallend ist bei diesem Roman, dass die weiblichen Agenten beispielsweise die Bezeichnung X-G-C tragen und nicht wie in späteren Romanen X-Girl-C.

Pat Hachfeld hat hervorragende Arbeit geleistet und zwei stimmungsvolle Illustrationen zu den Storys entworfen, wohingegen das vielfarbige Cover, welches schon den Original-Roman „Die Bestie mit den Bluthänden“ zierte, ein wenig verloren vor dem schwarzen Hintergrund wirkt und das Motiv trotz Totenschädels und den blutigen Händen sehr klischeehaft rüberkommt.

Das Buch präsentiert zwei klassische Dan-Shocker-Romane, bei denen dem Fan der eine oder andere Schauer über den Rücken fahren wird. Den beiden Geschichten merkt man besonders das hervorragende Lektorat an, welches so manchen Patzer aus dem Original nachträglich ausgebügelt hat. Die alten Storys wurden so modernisiert, ohne dem Stil des Autors und dem Lesespaß zu schaden.

http://www.BLITZ-Verlag.de

_Florian Hilleberg_

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