Williams, Rob / Badeaux, Brandon – Star Wars 57: Rebellion 1

_Story_

Auf dem eher unbedeutenden Planeten Jabiim spielen sich derzeit einige eigenartige Ereignisse ab. Ein unscheinbarer Rebell namens Tal Hesz, der einst als tapferer Kämpfer gegen die Besetzung seines Planeten durch das Imperium vorging, hat die Rebellen kurz vor ihrer Ankunft auf Jabiim verraten und Darth Vader einen wichtigen Verbündeten Skywalkers ausgehändigt: den Ingenieur Jorin Sol. Erst als es viel zu spät und Sol längst Opfer von brutalen Folterungen der imperialen Truppen geworden ist, setzt sich Hesz‘ schlechtes Gewissen durch, und in einem letzten Rachefeldzug befreit er einen Teil des gefangenen Volkes von Jabiim.

Währenddessen ist sich Luke Skywalker darüber im Klaren, dass ein Wiedersehen mit seinem Kindheitsfreund ‚Tank‘ nicht mehr die Harmonie alter Zeiten bieten wird. Tank steht auf der anderen Seite und empfindet es als seine Bestimmung, Skywalkers Rebellion zu zerschmettern und dem Kampf gegen die dunkle Seite der Macht aufzuhalten. Er reflektiert seinen Werdegang und all die erbitterten Schlachten, die er an der Seite der imperialen Mächte gefochten hat. Doch noch während er wichtige Informationen weitergibt und damit die Rebellion verrät, zweifelt er an seinem Vorgehen. Hat er tatsächlich den richtigen Weg eingeschlagen? Oder hätte er doch besser Luke und den Rebellen folgen sollen?

_Meine Meinung_

Die 57. Ausgabe der „Star Wars“-Comics ist gleichzeitig der Auftakt einer neuen Mini-Serie mit dem Titel „Rebellion“, die in der Chronologie zwischen den Film-Episoden IV und V angesiedelt ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht jedoch zunächst keiner der bekannten Helden, sondern ein verräterischer Anhänger des Imperiums, der einst gemeinsam mit Luke Skywalker auf Tattooine lebte und dort auch Teil der Rebellion gegen das Imperium wurde. ‚Tank‘, so sein Name, zweifelte jedoch nach und nach an der Richtigkeit des aufmüpfigen Widerstands gegen den Imperator und dessen Gefolgsmann Vader und glaubte, dass er den wahren Frieden nur an der Seite der Männer des Imperiums finden würde.

Überzeugt von seinem Vorgehen, schließt er sich den skrupellosen Truppen der Rebellenfeinde an und überliefert schließlich auch wichtige Informationen über Mittels- und Hintermänner sowie den genauen Standort ihres Anführers Luke. Doch die Überzeugungskraft seiner Verbündeten lässt immer mehr nach; er entwickelt eine Skepsis gegen die moralisch zweifelhaften Aktionen seiner Streitkräfte und wird während einer brutalen Materialschlacht gegen seine alten Freunde von schrecklichen Gewissensbissen geplagt. Immer wieder vergleicht er sich dabei mit Luke und will scheinbar nicht wahrhaben, dass all sein Handeln lediglich darauf fußt, dass er einem großen Irrtum unterliegt, den er sich aus lauter Verzweiflung nicht eingestehen kann. Also bleibt er standhaft, treibt seinen Verrat auf die Spitze und … dann ist der Comic vorerst zu Ende.

Die ersten Eindrücke, die man bis hierhin von der neuen Mini-Serie bekommen hat, sind wirklich überwältigend. Die Vorgeschichte ist stimmig, verbirgt jedoch noch einige Geheimnisse, die es zu lüften gilt, leitet dann aber sehr schön in den Haupt-Plot über, der sich zunächst recht komplex gestaltet, weil das Erzähltempus lange Zeit nicht erkennbar ist, dann aber schon die ersten Sinnzusammenhänge offenbart und schließlich in einem spannungsgeladenen Cliffhanger ein vorzeitiges Ende findet. Absolut genial geschrieben und illustriert und quasi schon mit dem Versprechen ausgestattet, hier erneut einen wirklich reizvollen Event im Rahmen dieser Comic-Reihe zu etablieren.

Dies kann man leider aber nicht für den zweiten Mini-Plot zu Beginn des Comics behaupten. Die Kurzgeschichte mit dem Titel „Routine-Tapferkeit“ ist weder spannend noch inhaltlich in irgendeiner Form berauschend und im direkten Vergleich zu dem, was später noch kommen soll, in allen Belangen total unterlegen. Da hätte man vielleicht doch den Platz besser für eine noch detailliertere Ausschmückung der Hauptgeschichte nutzen sollen.

Nun, stören sollte man sich daran höchstens geringfügig, weil der erste Teil der „Rebellion“-Saga dafür umso mehr überzeugt. Für Fans des Science-Fiction-Mega-Epos eine unverzichtbare Ausgabe dieser bereits fünf Dutzend starken Serie.

http://www.paninicomcis.de

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