_Eine höllische Weihnachtsgeschichte_

Ein exzellentes Comic-Book von Starautor Clive Barker, kongenial illustriert von Starzeichner John Bolton. Es ist die spannend-witzige Geschichte eines Duells, das am Weihnachtsabend seinen Höhepunkt findet. (Wer die Story nachlesen möchte, findet sie im ["1. Buch des Blutes"]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=538 unter dem Titel “Das Geyatter und Jack”.)

_Handlung_

Die Herren der Hölle haben das Geyatter, das auf den netten Namen Cuazzel hört, in das Haus des Essiggurken-Importeurs Jack J. Polo abkommandiert, weil Polos Familie sie um eine Seele betrogen hat. Rache ist Blutwurscht, ist die Devise – Polos Seele muss her!

Leichter gesagt als getan. Cuazzel hat den Job, Jack in den Wahnsinn zu treiben. Aber nicht einfach so, sondern es gibt Regeln zu beachten: Es darf Polos Haus nicht verlassen; es darf sich ihm nicht zeigen; es darf Polo nicht berühren. Das macht den Job schon schwer genug, findet es.

Aber auch Jack Polo kennt die Regeln, hat sich doch seine Familie mit Seelenkunde und Theologie beschäftigt. Und das macht Cuazzels Job zu einer Achterbahnfahrt des Grauens: Schon drei Katzen hat es abgemurkst, und Jack ist immer noch nicht wütend! Immer erklärt er alles mit diesem blöden Spruch: “Que sera sera.” (Was sein wird, wird sein.)

Doch als die beiden süßen Töchter Jacks, Gina und Amanda, ihn besuchen kommen, um mit ihm ein kuscheliges Weihnachtsfest zu feiern, sieht das Geyatter endlich seine große Stunde gekommen. Jetzt oder nie …

_Fazit_

Das Geyatter, dieser rote Dämon aus der Hölle, ist wirklich ein abgrundtief hässliches Kerlchen – mit Recht möchte man es um seine undankbare Aufgabe bedauern, Jack aus der Fassung zu bringen. Und seine Herren sind ja so was von gnadenlos! Und dann all diese Regeln … Wie soll ein ganz normaler Dämon wie Cuazzel da auf einen grünen Zweig kommen?

John Bolton hat in faszinierenden, ungewöhnlichen Bildern und Perspektiven das Treiben und Grimassieren des Dämons eingefangen. Dagegen sieht Jacks Miene abgrundtief … äh, langweilig aus. Wie gern würden wir diese stoische Ruhe aus der Fassung gebracht sehen! Doch dann verschiebt der Erzähler unsere Sympathie auf Jacks Seite, denn nun entsteht die Spannung, wie es ihm wohl gelingen wird, den Quälgeist in seinem Haus zu bezwingen.

Ein feines Comicbook, sauber produziert und übersetzt.

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