Brent Weeks – Sphären der Macht (Licht-Zyklus 3.1)

Licht-Zyklus:

Band 1: Schwarzes Prisma“
Band 2: Die blendende Klinge“
Band 3.1: „Sphären der Macht“
Band 3.2: „Schattenblender“

Gavin Guile sitzt tief in der Patsche! Nicht nur, dass er seine Fähigkeit zu wandeln vollständig eingebüßt hat, er ist auch noch vom durchgeknallten Piraten namens Kanonier an die Ruderbank gekettet worden!

Kip ist derweil von seinem Halbbruder Zymun aus dem Wasser gefischt worden. Der bedroht ihn sowohl mit einer Schusswaffe als auch mit Magie und zwingt ihn, das Boot in Richtung der Jasper-Inseln zu rudern. Aber Kip hat nicht vor, sich das gefallen zu lassen …

Teia wie Karris haben beide schwer daran zu knabbern, dass sie nicht zur Stelle waren, als Gavin und Kip über Bord gegangen sind, und beide weigern sich zu glauben, dass auch nur einer von ihnen nicht mehr leben könnte. Doch zum Grübeln bleibt beiden keine Zeit: während Karris von der Weißen ihres Postens bei der schwarzen Garde enthoben wird, muss Teia feststellen, dass ihre Freilassungspapiere gestohlen wurden … vom Orden des Gebrochenen Auges!

An charakterlicher Entwicklung hat sich bei Kip eindeutig am meisten getan. Er lernt allmählich, seinen Zorn und sein vorlautes Mundwerk im Zaum zu halten. Und aufgrund der Ereignisse verändert er sich auch körperlich. Das führt dazu, dass er etwas mehr Selbstvertrauen entwickelt.

Gavin seinerseits ist zum ersten Mal in seinem Leben nicht in der Lage, seine Situation in irgendeiner Form zu beeinflussen. Das macht ihm schwer zu schaffen. Dazu kommen einige ziemlich kryptische Gespräche mit seinem Banknachbarn. Zu einer Weiterentwicklung hat das allerdings nicht geführt. Vorerst …

Teias ehemalige Herrin ist entgegen meiner Erwartung in diesem Band nicht mehr persönlich aufgetaucht. Dafür ist mit der Figur des Meister Spitz der Orden des Gebrochenen Auges ein wenig aus dem Schatten getreten.Damit erfährt der Leser zum ersten Mal ein wenig über die Herkunft und die Gründe der geheimnisvollen Mörder, die nicht einfach die typische Assassinen-Gilde sind, die üblicherweise in der Fantasy vorkommt, sondern in den historischen und religiösen Kontext eingebunden wurden. Das macht die Sache doch gleich viel interessanter.

Und das ist ganz gut so, denn Spannung bot dieser dritte Band des Zyklus nicht allzu viel. Da Gavin handlungsunfähig ist, hat der Autor diesmal die Schlachten, die durchaus im Laufe der Ereignisse geschlagen werden, lediglich erwähnt, nicht beschrieben. Karris ist keine Schwarzgardistin mehr, ihre neue Aufgabe ist eher gehirn- als waffenorientiert, und so bleibt nur Teias Handlungsfaden für diverse Actioneinlagen, die aber eher kurz ausfallen.

Die stärkere Gewichtung des Ordens verleiht der Handlung jedoch genug neue Farbe und Abwechslung, nicht nur, weil der Orden selbst eine interessante, geheimnisvolle und damit ausbaufähige Idee ist, sondern auch durch seine Verstrickung in die aktuelle Politik, die damit eine weitere Facette erhält.

Insgesamt fand ich den dritten Teil, auch wenn er weniger spannend war als seine Vorgänger, trotzdem genauso interessant und kurzweilig. Meister Spitz ist ein vielversprechender Neuzugang in der ohnehin sehr gelungenen Figurenriege, und der Orden bietet eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten für unerwartete Wendungen innerhalb der Handlung. Selbst Gavins Gespräche sind völlig unvorhersehbar, zum einen, weil Kanonier so verrückt ist, zum anderen, weil Gavins Rudernachbar nicht bereit ist, Gavin Antworten auf dem Tablett zu servieren.

Leider hört der Text an einer extrem offenen Stelle auf, und wer  wissen will, wie die Geschichte weitergeht, der muss sich noch bis November gedulden. Denn Blanvalet hat den Band auf zwei Bücher verteilt!

Brent Weeks wollte schon als Junge Schriftsteller werden und hat sich deshalb nach dem College nicht mit dem Erlernen eines anderen Berufes aufgehalten, sondern gleich mit dem Schreiben begonnen. Bis jemand bereit war, ihm etwas dafür zu bezahlen, hielt er sich als Barkeeper über Wasser. Aus seiner Feder stammt außer dem Licht-Zyklus auch die Nachtengel-Trilogie, sowie „Perfect Shadow“, ein Prequel zur Nachtengel-Trilogie, das auf Deutsch noch nicht erschienen ist.

Broschiert 608 Seiten
Originaltitel „The Broken Eye“
Deutsch von Michaela Link
ISBN-13: 978-3734160295

www.brentweeks.com
www.randomhouse.de/blanvalet/index.jsp

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