Die drei ??? Kids – Die Musikdiebe (Band 77)

Die Handlung:

Aus dem Tonstudio des Popstars Modena wurde ein Song gestohlen. Kann Modena ihrem Team nicht mehr vertrauen? Als Chorsänger getarnt begeben sich die drei ??? Kids auf die Spur des Diebes.
Die Geschichte gibt es auch als Musical. Partituren beim Carus Verlag erhältlich. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie jetzt? Ein KIDS-Fall zum Mitsingen? So was gibts? Gibts! Und laut Verlagsinfo kann man sogar die Noten kaufen, damit man die Töne auch trifft und in die nächste Runde kommt … Ob das Justus, Peter und Bob wohl auch gelingt? Die Idee, undercover zu agieren, ist ja clever … aber, können sie auch gut genug singen, damit das Ganze nicht sofort auffliegt? Aber hey, es geht hier um Popmusik, da wird doch eh am Mischpult-Computer so lange an den Aufnahmen rumgepitcht, bis es stimmig klingt. Wirklich klassisch singen können muss da im Grunde kaum noch einer.

Apropos Singen … die auf dem Cover angekündigten Musical-Noten gibts übrigens ganz am Ende des Buches zum Nachblättern. Zwei Songs finden wir da … mit Text … der ist allerdings so klein gedruckt, dass der eine oder andere ältere Leser (also ich jetzt) schon Probleme beim Lesen bekommen könnte. Und ob man die Texte selbst nun cool, lustig oder einfach nur mit dem Hammer gereimt findet, darüber kann sich jeder Leser selbst ein Urteil … rappen.

Ok, und was passiert vor dem Fragezeichen-Song-Contest so?

Alles beginnt mit einem Flügel, aber keinem mit Federn dran, sondern mit Tasten. Und schwer ist der auch … und wer soll den wohl bewegen, während er den „Wertstoffhof“ von T. Jonas aufräumt? Genau, Justus … und Peter … und Bob auch. Dass das Instrument eine sehr berühmte Besitzerin hatte, ist zwar interessant, aber eigentlich im Reich der Drei Fragezeichen nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist schon, dass der Besitzer noch lebt … und sogar mit Kommissar Reynolds auf dem Schrottplatz (ja, sorry, ich habe das schlimme Wort mit „S“ benutzt) vorbeischaut.

Gut konstruiert bekommen die Jungs nämlich so ihren neuen Fall und wir die Aufklärung dazu, wie zur Hölle die Detektive unerkannt in einem Tonstudio ermitteln sollen, wo sie doch gar nicht (gut genug) singen können. Es geht um Diebstahl geistigen Eigentums. So was gibts, auch so was ist was wert … und manchmal gar nicht mal so wenig.

Irgendwer hört und schneidet heimlich im Tonstudio von Modena mit. Egal, was die Frau aufnimmt, es dringt eher nach draußen, als sie möchte. Warum sie sich aber damit erpressen lässt und nicht einfach das Tonstudio wechselt, um zu testen, obs da genauso ist? Keine Ahnung, vielleicht weil der Fall dann zu schnell zu Ende gewesen wäre? Auch die Art und Weise wie das Ganze passiert, ist zwar lustig ausgedacht … die Umsetzung aber, halte ich für ein One-Trick-Wonder.

Auch die Drohung, alle ihre zukünftigen Songs schrecklich klingen zu lassen … äh, und? Solange auf der Masterfestplatte alles ordnungsgemäß gespeichert ist, was soll da schiefgehen? Und … nur, weil etwas „im Internet“ auftaucht, heißt es noch lange nicht, dass es sich verkauft, geschweige denn von vielen Leuten überhaupt wahrgenommen wird. So ein YouTube-Video müssen die Leute erst mal finden, bevor sichs rumspricht. Na ja … vielleicht kenne ich mich mit der ganzen Thematik auch einfach nicht gut genug aus, um diese Bedrohung verstehen oder gar nachvollziehen zu können …

Die Jungs jedenfalls nehmen die Ermittlungen auf und wollen zumindest erst mal rausfinden, wie da einer überhaupt unerkannt mithören konnte. Das hat mich dann aber auch interessiert … wobei ich da schon die eine oder andere Idee hatte. Justus auch, seinen Einfall fand ich aber wesentlich abwegiger, nur fürs Protokoll! Aber der passte … im ersten Versuch schon … na ja …

Und mit Gewalt in die richtige Richtung gedrängt und einfach strukturiert gehts dann leider auch weiter bis ans Ende der Spurenreise.

Der Autor:

Boris Pfeiffer wurde 1964 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er machte Abitur, wurde Buchhändler und Taxifahrer, studierte Sprachwissenschaften und Landschaftsplanung an der TU-Berlin und Drehbuch an der Berliner Filmhochschule. Anschließend arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Theatern. (Aus der Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Die Idee, die Drei ??? Kids als Musical-Version auf die Bühne zu bringen, ist spannender und am Ende bestimmt auch unterhaltsamer als dieser Fall. Der dient offenbar in der Hauptsache dazu, auf genau das aufmerksam zu machen.

Lustig und spannend fängts an, dann aber gibts vom Autor einige offensichtliche Schubser in die gewünschte Richtung. Das war mir diesmal zu einfach, zu leicht, zu schnell und die üblichen unerwarteten Wendungen habe ich leider auch vermisst. Nachfragen sollte der aufgeweckte Leser hier besser nichts, so interessant das ganze Storykonstrukt von außen betrachtet auch ist.

Vielleicht macht dieses Abenteuer in der Hörspielfassung ja mehr Spaß, gehts hier schließlich um Töne, Musik und die, die damit Geld verdienen … wollen.

Hardcover: 128 Seiten
Mit 30 Illustrationen von Jan Saße
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
1. Auflage, Juli 2018
ISBN-13: 978-3-440-15941-5

www.kosmos.de

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