Die drei ??? Kids und du – Geheimnis der Indianer (Band 18)

Inhalt:

Justus, Peter und Bob brauchen deine Hilfe: Ein Fall und 1.000 Spuren – welche davon ist wichtig, welche führt in die Irre? Du entscheidest!

Ein Regenbogen um Mitternacht? Unmöglich! Doch der geheimnisvolle Indianer hat die drei ??? beauftragt genau danach zu suchen. Was hat es dabei mit dem seltsamen Hoop-Tanz auf sich?

Ein neuer aufregender Fall für die drei ??? Kids – natürlich mit deiner Hilfe. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dies ist kein normales „Drei ??? Kids“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 1980ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

Und wer die Jungs schon immer mal aktiv bei der Lösung eines Falles unterstützen wollte, der hat hier … in eingeschränkt vorgegebenem Rahmen … die Chance dazu. Ob es hier allerdings „1000 Spuren“ gibt, denen man nachgehen kann, wie es das Cover verspricht oder „tausend Rätsel“, wie es im Klappentext steht, darf man getrost bezweifeln. Von dem Personenregister, das es vor den normalen ???-Kids-Abenteuergeschichten nicht gibt, sollte man sich nicht einschüchtern oder verängstigen lassen. Die Namen muss man nicht auswendig lernen, um hier zu bestehen. Das sollte man eher als nützlichen Anlaufpunkt sehen, zu dem man immer wieder zurückkehren kann … als einzige Konstante in diesem Fall sozusagen, denn schließlich wird dieser Mitmach-Fall nicht von vorn nach hinten durchgelesen.

Die Leser werden vielmehr, je nachdem für welchen der vorgegebenen Vorschläge des Autors sie sich nach einem kurzen Krimihäppchen entschieden haben, wild blätternd im Buch hin und hergeschickt … das wäre dann der interaktive Teil, von dem die Verlagswerbung spricht. Entscheidet man sich nicht so, wie der Autor es gern gehabt hätte oder wie er es für unlogisch erachtet … oder einfach nur unglücklich vorschnell … dann gehts zurück zu der Szene, von der aus man in die Sackgasse gestartet war. Also heißt es beim Lesen „Aufpassen und überlegen! Und nicht einfach zu schnell über die Zeilen rasen.“ Zum einen würde der Leser zu viel verpassen, was wichtig wäre und zum anderen sich selbst um den Spaß bringen, den so ein verzweigter Mithilfekrimi mit sich bringt. Denn so ein Buch liest man in der Regel mehrmals … schließlich möchte der echte Fan doch auch wissen, was ihn erwartet hätte, wenn er sich für einen anderen Weg entschieden hätte.

Der Fall

Woher kennen die Jungs denn einen echten Indianerhäuptling … oder er sie? Und … ist am Ende des Regenbogens wirklich ein Topf voller Gold? Das wird sehr schnell beantwortet, bis zur Auflösung der zweiten Frage, müssen wir ein wenig … blättern.

Erst mal lassen wir die Puppen tanzen. Nein, nicht so ganz. Um Puppen gehts hier schon .. die heißen hier „Katsinas“ und sind in der Regel aus Wurzeln gebastelte Botschafter zur Geisterwelt, die man jungen Mädchen in die Hand drückt, damit sie nützliche Sachen lernen. Junge Mädchen gibts hier aber keine und nützliche Sachen … na ja, im Grunde ist jedes Wissen nützlich.

Und getanzt wird auch, aber die Jungs müssen zum Glück nicht mitmachen, das übernimmt ein Hopi-Indianer. Diesen Stamm gibts übrigens genauso wie den Tanz auch „im echten Leben“.

Im Grunde erfahren wir recht schnell, worum es hier wem geht und nach einer Entführung jagen wir den Bösewichtern hinterher. Dass ich dabei in so ziemlich jeder Sackgasse gelandet bin, die das Buch zu bieten hat, fand ich nach den ersten paarmal nicht mehr lustig.

Es war für mich nie nachvollziehbar, warum mein Weg grundsätzlich der falsche war. Hier habe ich mich nicht als Detektiv gefühlt, sondern extrem bevormundet. Ganz nach Gutdünken wählt der Autor einen Weg, den wir gehen müssen, damit wir ans Ziel kommen. Das Prinzip ist ja bekannt und das ist ja auch ok … aber die Auswahlmöglichkeiten sollten dabei logisch nachvollziehbar unterschiedlich und vor allem erklärbar richtig oder falsch sein. Was hier falsch ist, das erfahren wir teilweise erst nach ein paar Seiten, nach deren Lektüre ich mich mit jedem „Fehlschlag“ mehr gefragt habe, ob ich hier meine Zeit vergeude.

Der Fall an sich ist eine schöne Geschichte und wird kindgerecht spannend erzählt … nur entweder ist er für diese Art von Abenteuer nicht geeignet oder dem Autor ist es nicht gelungen, ihn in dieses Genre zu transportieren. Beides führt schnell zu Frust beim Leser.

Der Autor:

Boris Pfeiffer wurde 1964 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er machte Abitur, wurde Buchhändler und Taxifahrer, studierte Sprachwissenschaften und Landschaftsplanung an der TU-Berlin und Drehbuch an der Berliner Filmhochschule. Anschließend arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Theatern. 1994 wurde sein erstes Theaterstück für Kinder am Berliner GRIPS Theater uraufgeführt. 2003 erschien sein erstes Kinderbuch: ‚Kira und Buttermilch‘. Inzwischen hat er über …(Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Hier habe ich wirklich jede Sackgasse besucht, weil ich offenbar so gar nicht mit den vom Autor gewünschten Entscheidungen vorankommen wollte. Ständig wurde ich wieder zurückgeworfen, weil ich mich zu vorsichtig oder zu vorschnell oder nach Meinung des Autors einfach „falsch“ entschieden habe. Nachvollziehen konnte ich diesmal so gut wie nie, warum meine Entscheidung denn „falsch“ gewesen sein soll. Ganz einfach, weil der Autor es so sagt. Erklärbar ists eher nicht gewesen.

Und so obsiegte diesmal bei mir der Frust, obwohl das Abenteuer selbst spannend und abwechslungsreich erzählt wird. Das hätte ich mir allerdings lieber als reinen Roman gewünscht und nicht als Sackgassensammlung.

Laminierter Pappband: 144 Seiten
Mit Illustrationen von Jan Saße
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
ISBN-13: 978-3-440-15079-5

www.kosmos.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

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