Die drei ??? – Dein Fall – Das Rätsel der Smart City (Band 5)

Die Handlung:

Justus, Peter und Bob ziehen als Testbewohner in eine computergesteuerte ‚Smart City’. Doch schnell häufen sich seltsame Vorfälle: Peter wird im Bad eingeschlossen und die Sauna heizt sich immer weiter tödlich auf. Nur mit Hilfe ihrer Leser schaffen es die drei ???, aus dem Labyrinth an falschen Spuren herauszufinden.

Dein Fall! – Hier wirst du zum vierten Detektiv und entscheidest selbst, wie die Geschichte weitergeht! Welche Spur ist die richtige? Dein Spürsinn ist gefragt! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Find your Fate

Dies ist kein normales „Drei ???“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 1980ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

Und wer die Jungs schon immer mal aktiv bei der Lösung eines Falles unterstützen wollte, der hat hier … in eingeschränkt vorgegebenem Rahmen … die Chance dazu. Ob es hier allerdings „1000 Spuren“ gibt, denen man nachgehen kann, wie es das Cover verspricht, darf man getrost bezweifeln. Von dem Personenregister, das es vor den normalen ???-Abenteuergeschichten nicht gibt, sollte man sich nicht einschüchtern oder verängstigen lassen. Die Namen muss man nicht auswendig lernen, um hier zu bestehen. Das sollte man eher als nützlichen Anlaufpunkt sehen, zu dem man immer wieder zurückkehren kann … als einzige Konstante in diesem Fall sozusagen, denn schließlich wird dieser Mitmach-Fall nicht von vorn nach hinten durchgelesen.

Die Leser werden vielmehr, je nachdem für welchen der zwei oder drei vorgegebenen Vorschläge des Autors sie sich nach manchmal nur einer halben Seite schon entscheiden müssen, wild blätternd im Buch hin und hergeschickt. Zur besseren Orientierung druckt der Verlag senkrecht am Rand eines jeden Abschnitts eine Info dazu ab, von welcher Seite des Buches aus man hierhier gelangt ist. Das ist besonders vorteilhaft, wenn sich der Weg, den man eingeschlagen hat, als unvorteilhaft erwiesen hat und man sich doch noch mal umentscheiden möchte.

Wenn aber dort steht, dass der Leser entweder von Seite 11 oder 56 oder 134 an diese Stelle gelangt ist und entsprechend dann in eine jeweils andere Richtung weiterblättern soll, frage ich mich schon, ob ich hier ein Abenteuer erleben kann oder ob ich mir die ganze Zeit auch noch Notizen machen muss, von welcher Seite ich gekommen bin?

Es gibt ja Leser, die halten die Spannung nicht aus und lesen grundsätzlich das letzte Kapitel eines Buches als erstes … die gibts wirklich. Das ist hier schlecht möglich … aus oben beschriebenen Gründen. Es gibt halt nicht nur ein Ende und Schluss ist nicht zwangsläufig auf der letzten Seite.

Der Fall …

… klang für mich vorab nach einer Neuauflage von WESTWORLD („Die Älteren unter Ihnen erinnern sich!“) oder jeder anderen Geschichte, in der ein Computer(system) Menschen in Gefahr bringt, weil es falsch programmiert wurde oder den Menschen eigentlich schützen will. Wie verhält es sich denn in der Computerstadt? Und … wie smart ist die city wirklich? Ein Roman, der den Nerv der Zeit trifft, weil das INTERNET OF THINGS genau auf ein solches Szenario hinarbeitet. Eher früher als später werden wir alle vernetzt wohnen. „Datenschützer schlagen Alarm, …“

Lustig ist, dass man hier auch die Gelegenheit bekommt, das Abenteuer komplett zu umgehen. Man muss nur das Angebot ablehnen, in die Smart City einzuziehen, dann kann man sich auch schon wieder in die Sonne legen. Beides wäre allerdings langweilig … aber möglich. Was erwartet uns denn nun in der Computerstadt und wie kann der Leser behilflich sein … bei was auch immer passiert?

Und das „was“ passiert schon ziemlich schnell … und niemand anderem als natürlich Peter. Mit schweißtreibenden Beklemmungen verfolgte ich seine ersten Erlebnisse da waren wir dann zu zweit, Peter und ich, die beide davon ausgingen, dass mit „Chloe“, dem Big-Brother-Computerprogramm der automatisierten Stadt, nicht alles glatt läuft. Zufall, Sabotage, Spionage? Bestimmt aber gehts um Geld, gehts letztendlich ja fast immer … oder um Rache.

Nicht nachvollziehbar fand ich eine der Sackgassen, vor der ich mich höflich zurückgehalten habe, um anderen nicht zu erzählen, wie sie ihren Job zu machen haben. Der Autor sieht dieses Verhalten als „falsch“ an … und mein Aufenthalt in der Stadt war vorüber. Also, zurückgeblättert, nachgesehen, von welcher Seite ich gekommen war, wieder zurückgeblättert und dann der anderen Lösungsmöglichkeit gefolgt … auch wenn ich der nicht zustimmte. Letztendlich gehts bei diesen Abenteuern immer darum, was der Autor gern hätte, der Rest ist Illusion, aber eine gut unterhaltende.

Eine andere Sackgasse empfand ich als wesentlich angenehmer. Da wars für mich dann zwar kurz vor Schluss auch vorbei, aber ich habe sogar noch einen Epilog bekommen, was nun passiert … und wogegen die ??? oder ich nichts etwas machen konnten.

Der Autor:

Christoph Dittert studierte Germanistik, Literatur- und Buchwissenschaft und hat zahlreiche Romane in fantastischen Romanserien veröffentlicht. Dabei hat er maßgeblich zur “Perry Rhodan”-Serie beigetragen. Er erfüllt sich mit eigenen Fällen der Reihe „Die drei ???“ einen Kindheitstraum. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Dass etwas in der Smart City nicht stimmt, wird den Jungs und dem Leser schnell klar. Das turbulente und kurzweilige Abenteuer, das uns durch dieses Buch schickt, ist gut durchdacht, bietet interessante Charaktere und hier und da spannende Cliffhanger, aber auch Sackgassen. In zwei davon bin ich getappt, mit einer war ich nicht wirklich einverstanden.

Aber die Geschichte ist spannend und wendungsreich genug, um gut zu unterhalten. Und beim hektischen Blättern hat der Leser sogar die eine oder andere Sekunde Zeit, über das gerade Gelesene nachzudenken.

Laminierter Pappband: 144 Seiten
Vom Verlag empfohlen ab 10 Jahren
ISBN: 978-3440148310

www.kosmos.de

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