Dorian Hunter – Hochzeitsnacht (Folge 30)

Die Handlung:

Coco Zamis ist weiterhin verschwunden. Ihre Spur führt Dorian Hunter in das Dörfchen Striga nahe Wien, wo sich das Schloss des Grafen Cyrano von Behemoth befindet. Dort soll Coco auf einer schwarzen Messe zur Ehefrau des Grafen erklärt werden – wie es das Schwarze Testament ihres Vaters fordert … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wer zu lange wartet, der wird irgendwann zwangsverheiratet … oder so. Fünf Monate nach dem HEXENSABBAT … mit nervig zickigen Mädchen … soll nun im Gruselkopfkinosaal der Hörer geheiratet und gehochzeitsnachtet werden … gute Vorbereitung dauert halt so seine Zeit.

Alle Wege führen in dieser Folge nach Striga … und im Speziellen zum dortigen Schloss, denn nicht nur Dorian ist auf dem Weg dahin, auch seine Arbeitskollegen … so eine Art Sternenfahrt ins Gruselparadies. Auch Tarzan/Tim aka Sascha Draeger … oder umgekehrt hat einen Termin dort … die Mutter des Charakters, dem er hier seine Stimme leiht, scheint untot herumzustromern und Kinder zu klauen … wie unangenehm.

Die Idee, Sascha Draeger zu verpflichten, halte ich für nicht gelungen. Natürlich ist er ein talentierter Sprecher, keine Frage … leider aber ist er typcastet auf die TKKG-Reihe der Mitbewerber um der Hörer Ohren. Ergo hat der Freund der Jungdetektive immer Tarzan/Tim vor Augen, sobald der Herr Draeger zu hören ist. Das hat mich immer wieder verwirrt. Besonders weil er seine Frau Elke nennt und nicht Gaby und sie ihn Dieter und nicht Tim.

Egal … was ist denn nun eigentlich mit Coco? Jemand soll Dorian umlegen, seine Kollegen sorgen ständig für Comic-Relief-Zwischensequenzen, aber Coco herself ist immer noch nicht aufgetreten. Nach einer halben Hörstunde sagt sie das erste Mal brav „Guten Tag“, als Lebenszeichen sozusagen. Und vielleicht um davon abzulenken, dass Olivaro seine Grammatik bei Meister Yoda im STAR-WARS-Universum gelernt hat.

Ablenken will Coco offenbar auch davon, dass sie vielleicht doch nicht ganz so gehirngewaschen ist, wie Cyrano und Olivaro glauben. Ob sie sich dann wohl doch nicht verheiraten lassen möchte? Eine Viertelhörstunde vor dem Ende startet die Hochzeit dann auch endlich und wir sollen es erfahren … Und nicht nur das … endlich nimmt das Hörspiel mal Fahrt auf, die Hektik steigt und auch das Drama … zusätzlich erfahren wir dann auch, wieso Dieter/Tarzan/Tim zur Feier eingeladen wurde und was seine Zombie-Mutter, die uns immer mal wieder mit etwas Gestöhne in den Ohren liegt, für einen Anteil am Ganzen hat.

Das ist dann auch der spannendste Teil am Hörspiel und er nimmt leider nur einen ziemlich kleinen Raum ein. Den Rest füllen halbminütige Szenenüberblendmusiken und eine für meinen Geschmack zu breit getretene Story. Denn wirklich voran kommen wir nicht. Ein Indiz dafür, dass der COCO-Mehrteiler erst mit der kommenden Folge endet?

Die Sprecher und ihre Rollen:

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Donald Chapman – Frank Felicetti
Dieter Houlkmann – Sascha Draeger
Elke Houlkmann – Marion Elskies
Coco Zamis – Claudia Urbschat-Mingues
Agnes Houlkmann – Tanja Dohse
Cyrano von Behemoth – Lutz Mackensy
Olivaro – Stefan Krause
Barney Childs – Peter Kirchberger
Lena – Ulrike Staats
Victor Shapiro – Jurgen Holdorf
Bethany Bail – Karin Rasenack
Scherrer – Wolfgang Rüter
Skarabatis Toth – Andreas Schmidt
Bürgermeister – Uli Krohm
Betrunkener – Hanns Jörg Krumpholz
Marie – Julia Folster
Michael Zamis – Douglas Welbat
Pfarrer – Achim Buch
Nachbarn – Patrick Bach, Sike Haupt
Sargträger – Martin May, Bodo Primus
Sekretärin – Eva Meckbach

in weiteren Rollen: Michael Bideller, Emmi Bohla, Flemming Draeger, Walter Gontermann, Christina Staats, Daniela Thuar und Ilya Welter

Tracklisting:

01. Was bisher geschah
02. Sommerreifen
03. Zwei Leute mit ’nem Sarg
04. Dorian-Hunter-Theme
05. Ein ganz besonderer Wagenheber
06. Heimkehr
07. Ein Brief vom Anwalt
08. Der alte Scherrer
09. Bastard
10. Ein offenes Grab
11. Ein zweiter Brief
12. Neuer Befehl
13. Die verkaufte Tochter
14. Umgefallen
15. Ein Plan
16. Verschwunden
17. „Schwachkopf!“
18. Die Stimme des Gewissens
19. Trauzeuge
20. Misstrauen
21. Ein geheimnisvolles Buch
22. Offene Fragen
23. „Passen Sie auf Hunter auf!“
24. Klugscheißer
25. Der Bann ist gebrochen
26. Nur ein Job
27. Erinnerungen
28. Pianisten-Dieter
29. Cui bono?
30. Eine wichtige Ankündigung
31. Der Kristall
32. Eine neue mächtige Dynastie
33. „Was gibt es da zu flüstern?!“
34. Reif
35. Der lustige Puppenmann
36. Mutter!
37. Im Spiegelzimmer
38. „Njet Shapiro!“
39. Dorian Hunter Theme II
40. Abgefackelt
41. „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“

Technik-Credits:

Aufnahmen: Alexander Rieft, CSC Studio, Hamburg; Franz Fuchs, Studio Konterfei, Berlin Anna Liebesehl, Studio Süd, Köln
Skript: Dennis Ehrhardt & Andrea Bottlinger
Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign: Alexander Rieß
Schnitt: Jonatan Frieden
Musik: Andreas Meyer
Titelmusik: Joachim Witt
Illustration: Mark Freier
Layout und Realisation: Sebastian Hopf

Die Ausstattung:

Das Cover des Booklets zeigt einen Friedhof, alles wie immer im düsteren Stil der „Dorian Hunter“-Serie gehalten. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält einen Versuch einer Erklärung, warum im Gruselgenre gern auch mal Klang als Waffe benutzt wird oder warum diese oder jene Frage, die sich der aufmerksame Konsument stellen könnte, mal so oder so in diesem Bereich beantwortet wird. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt, die Technik-Credits genannt und etwas Werbung in eigener Sache gemacht.

Die hier aufgeführten Tracknamen entstammen der MP3-Version.

Mein Fazit:

Der COCO-Vierteiler geht in die dritte Runde. Leider erleben wir hier weder eine echte Hochzeitsnacht, noch durchgehend fesselnde Spannung. Die Handlung schreitet so schleppend voran wie die untote Mutter von Tim/Dieter/Tarzan und der Spannungsbogen steigt eigentlich auch erst in den letzten Minuten des Hörspiels wirklich an. Davon können leider auch die vielen tollen Effekte, die guten Sprecher und die immer wieder kreativen … aber für meinen Geschmack zu langen … Szenenüberblendmusiken ablenken.

Das Ganze hätte viel knackiger zusammengefasst werden können. Hier könnte es passieren, dass der eine oder andere Hörer beim Lauschen abdriftet oder beim xten Zombie-Gestöhne die Augen verdreht.

Mal hören, wie das Ganze in der nächsten Folge aufgelöst wird … denn uninteressant ist die Story nicht, ganz im Gegenteil.

1 Audio-CD
Spieldauer: 57:42 Min.
Tracks: 41
Empfohlen ab 16 Jahren

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