Dorian Hunter – Verrat (Folge 22.1)

Die Handlung:

Auf der Suche nach Informationen über seine vergangenen Leben stößt Dorian Hunter auf Aufzeichnungen aus der Zeit der spanischen Inquisition. Im Jahre 1506 wird das Mädchen Esmeralda der Hellseherei angeklagt und gezwungen, fortan mit der Inquisition zusammenzuarbeiten. Ihre erste Aufgabe ist es, etwas über einen jungenden Mann herauszufinden: Juan Garcia de Tabera … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal machen sich die Schöpfer der Serie an die Umsetzung des DÄMONENKILLER-Romans mit der Nummer 19, „Die Vampirin Esmeralda“. Der soll zum einen so ausführlich nacherzählt werden, dass direkt zwei Hörspiele daraus entstanden und zum anderen deutet der ursprüngliche Titel darauf hin, dass Esmeralda womöglich gar keine Hexe ist, sondern ein Vampir. Vielleicht ist deshalb bei der Betitelung der Hörspiele nur der Name der Dame geblieben. Die Fratze des Romancovers wurde zum Glück auch nicht wiederverwertet.

Nachdem Dorian Hunter nun sein Aufeinandertreffen mit John Sinclair in der letzten Folge erstmal verdauern muss, spendieren ihm die Macher seiner eigenen Serie also eine Dilogie, rund um die Hellseherin Esmeralda, deren zweiter Teil „Vergeltung“ heißt und womöglich Ende August 2013 erscheinen wird.

Los gehts mit Recherche. Norbert Helnwein liegt im Krankenhaus und hat jede Menge Langeweile und freie Zeit und so DDOSt er das Faxgerät von Dorian Hunter mit Infos zur Spanischen Inquisition Anfang des 16. Jahrhunderts und einer eventuellen Reinkarnation Hunters in diesem Zusammenhang. Und während Dorian sich die Seiten durchliest, blendet die Tontechnik geschickt immer wieder in die Vergangenheit zurück und wir sind live dabei, wie der Dienerin Esmeralda der Hexen-Prozess gemacht wird. Dass sie den Tod von Christoph Columbus vorausgesagt haben soll, haben die Serienmacher geschickt in unsere Realität mit eingebunden. Woran Columbus gestorben ist, wurde nämlich in der Tat nie geklärt, nur dass.

Nebenbei bekommen wir auch noch mal in Erinnerung gebracht, dass Olivaro ja Asmodi als Chef der Schwarzen Familie abgelöst hat und sich selbst nun „Magus VII.“ nennt. Was er allerdings im Schilde führt, das erschließt sich dem Hörer erstmal nicht … gut so, wär ja auch langweilig.

Als Dorian dann während der Lesung, zu der die Sichtung der vielen Faxe vom Anfang der Folge gerät, auf den Namen Juan Garcia de Tabera stößt, überlappen die Tontechniker die Vergangenheitssynchro und die von Dorian Hunter so lang, dass aus dem interessanten Effekt recht schnell nervige Verwirrung wird, weil aus jedem Lautsprecher nun eine eigene Stimme zu hören ist … und das Ganze ist auch nicht synchron, was zusätzlich unangenehm zu hören ist. Der Fan wusste es schon vorher, der Hörspielfreund könnte nun feststellen, dass wir es hier mit einer der Wiedergeburten von Dorian Hunter zu tun haben, nach denen der Dämonenkiller sucht.

Bei allem Talent als Sprecher, irgendwie ging mir Felicetti als Donald Chapman gehörig auf den Sender. Diese ganzen unnötigen und unlustigen Bemerkungen, die er Dorian Hunter und auch dem Hörer ständig ins Ohr wirft, fingen recht schnell an recht stark zu nerven.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Dorian Hunter: Thomas Schmuckert
Norbert Helnwein: Hasso Zorn
Esmeralda: Kaya Marie Möller
Lucero: Volker Brandt
Coco Zamis: Claudia Urbschat-Mingues
Juan Garcia de Tabera: Constantin von Jascheroff
Matthias Brandstätter: Eberhard Prüter
Donald Chapman: Felicetti
Olivaro: Stefan Krause
Diego de Deza: Ronald Nitschke
Hassan El-Kali: Karim Chamlali
Trevor Sullivan: Konrad Halver
Skarabäus Toth: Andreas Schmidt
Alfredo Fuenseca: Gerald Paradies
Norman Winter: Detlef Tams
Martha Pickford: Regina Lemnitz
Marcin Cohen: Frank Gustavus
Lilian Hunter: Iris Artajo

in weiteren Rollen: Susanne Meikl, Wolfram Mucha und Thomas Nero Wolf

Technik-Credits:

Ein Hörspiel von Marco Göllner nach einer Story von Ernst Vlcek
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie, Tonproduktion: Marco Göllner
Aufnahmen: Gary Stack im Studio Konterfei, Berlin; Tom Klenner, Schlosstonstudio, Seefeld; Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg; Gary Stack im Studio Cube Audio, Göttingen
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Die Ausstattung:

Das Cover des Booklets zeigt offenbar Esmeralde herself, die über die Schulter auf ein burgähnliches Gebäude zurückschaut. Alles wie gewohnt im düsteren Stil der „Dorian Hunter“-Serie gehalten. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält Infos von Marco Göllner für die, die die Folge noch nicht gehört haben, aber sich nicht mehr an die Ereignisse aus der Folge 20, „Devil’s Hill“, erinnern und einen tröstenden Infoblock für die, die nach dem Hören mindestens genauso viele Fragen haben wie vorher.

Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Und dann gibts noch ein paar Infos zu den Taschenbuch- und eBook-Ausgaben von „Dorian Hunter“ sowie eine Folgenliste der bereits erschienenen Episoden und der kommenden Folge 22.2.

Mein Fazit:

So wirklich viel Action und Abenteuer gibts in dieser ersten Folge der Doppel-ESMERALDA nicht zu hören, eher jede Menge Erklärungen, Nachforschungen, geschmiedete Pläne und Rückblenden in die Zeit der Hexenverfolgungen Anfang des 16. Jahrhunderts in Spanien.

Ich gehe mal stark davon aus, dass sich der turbulentere Teil dieser Erzählung erst im zweiten Teil entfalten wird, somit ist diese Folge zwar unterhaltsam, aber wird sicher nur von den wenigsten Fans mehrfach gehört werden … zumindest nicht als Einzelfolge. Da trifft es Coco Zamis genau, wenn sie wenige Minuten vor dem Ende der Folge sagt: „Ich blicke da auch noch nicht so ganz durch.“ Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Episode als Doppel-CD zu veröffentlichen oder wenigstens zeitgleich mit der Nächsten und nicht im Abstand von diversen Wochen.

1 Audio-CD
Spieldauer: 66 Min.
Tracks: 22
Empfohlen ab 16 Jahren
UPC: 0602537137442

www.folgenreich.de
www.marcogoellner.de

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