Greg Bear – Blutmusik

Darwins Nanotech: Eine Schöpfung kleiner Organismen

Greg Bear schlug 1983 bei der Vergabe von Science-Fiction-Preisen gleich zweimal zu: Seine Erzählung „Blood Music“ und seine Novelle „Hardfought“ erhielten beide – in ihren jeweiligen Kategorien – den begehrten Nebula Award der SF-Kritiker. Auf Bitten seiner Freunde und seines Verlegers baute er „Blood Music“ zu einem Roman aus.

Der Autor

Greg Bear wurde 1951 in San Diego, einer wichtigen US-Marinebasis, geboren und studierte dort englische Literatur. Unter den Top-Hard-SF-Autoren ist er der einzige, der keine naturwissenschaftliche Ausbildung hat. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute dennoch als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren.

Sein „Das Darwin-Virus“, der hierzulande zuerst in einem Wissenschaftsverlag erschien, wurde zu einem preisgekrönten Bestseller. Erst damit konnte sich Bear aus dem Science Fiction-Ghetto herausschreiben, so dass man ihn heute ohne weiteres mit Michael Crichton vergleicht. Nur dass Bear da anfängt, wo Crichton aufhört. Im Jahr 2004 erschienen bei uns „Darwins Kinder“, die Fortsetzung von „Darwin-Virus“, sowie der Roman „Stimmen“. 2006 erschienen die Taschenbuchausgabe von „Darwins Kinder sowie der Roman „Quantico“.

Bear hat eine ganze Reihe von Science Fiction- und Fantasyzyklen verfasst. Die wichtigsten davon sind (HSF = Heyne Science Fiction):
– Die Thistledown-Trilogie: Äon (HSF 06/4433), Ewigkeit (HSF 06/4916); Legacy (bislang unübersetzt).
– Der Amboss-Zyklus: Die Schmiede Gottes (HSF 06/4617); Der Amboss der Sterne (HSF 06/5510).
– Der Sidhe-Zyklus: Das Lied der Macht (06/4382); Der Schlangenmagier (06/4569).

Weitere wichtige Werke: „Blutmusik“ (06/4480), „Königin der Engel“ (06/4954), „Slant“ (06/6357) und „Heimat Mars“ (06/5922). Er hat zudem Beiträge für die Buchreihen des Foundation-, Star-Trek- und Star-Wars-Universums geschrieben.

Seine Romane wurden mit etlichen internationalen Preisen ausgezeichnet, in über 22 Sprachen übersetzt und weltweit millionenfach verkauft. Während der vergangenen 28 Jahre war er außerdem als Berater für die NASA, die U. S. Army, das amerikanische Außenministerium, die International Food Protection Association und das US-Ministerium für Heimatschutz tätig; dabei ging es um Themen wie Privatisierung des Weltraums, Lebensmittelschutz, Grenzen der Mikrobiologie und Genetik sowie biologische Sicherheit. (Amazon.de)

Handlung

In einem kalifornischen Gentechnik-Forschungslabor injiziert sich Vergil Vlam eine Dosis mit neuartigen Biochips, intelligenten Mikroorganismen (sie ähneln stark Nanomaschinen), die alsbald seinen Körper von innen umbauen, um ihn zu optimieren.

Zu spät bemerkt sein Arbeitgeber Vergils Tat; bevor man die „Viren“ töten kann, ist schon die Kanalisation von Los Angeles infiziert. Menschen fallen reihenweise in eine Starre, in der ihr Gehirn mit dem Kollektivbewusstsein der Biochips kommuniziert.

Eine Evolution des menschlichen Geistes und Körpers wird eingeleitet, und bald gleichen die USA einem Niemandsland, in dem alles Leben in fremdartige Strukturen verwandelt worden ist, die sich gegen jeden Eindringling zur Wehr setzen.

Mein Eindruck

Die Horrorvision Bears wird aufgewogen durch seine atemberaubende Vision der neuen Bedingungen menschlicher Existenz: Ermöglicht durch die Symbiose mit den Biochips, entsteht erstmals ein menschliches Kollektiv- oder Schwarmbewusstsein auf der Erde, das schließlich auch nach den Sternen greift.

Fazit

Ein gut fundierter, erschreckender, faszinierender, stets spannender Roman, der sich auch für Leser eignet, die sonst nie SF in die Hand nehmen. Etwas hemmend sich Ulams Tod nach der ersten Hälfte des Romans aus… Bear hat das Thema der Mikroorganismen vielfach verarbeitet, so etwa in „Königin der Engel“ und „Das Darwin-Virus“.

Taschenbuch: 351 Seiten
Info: Blood Music, 1985
Aus dem US-Englischen übertragen von Walter Brumm
www.heyne.de

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