Michael Bishop – Transfigurationen

Packende Entdeckungsreise zu den Asadi

Michael Bishop hat seine lange, Aufsehen erregende Novelle „Tod und Bestimmung unter den Asadi“ 1979 zu dem Roman „Transfigurationen“ (ebenfalls bei Heyne) ausgebaut. Doch auch so ist die xenobiologische Story vom Forscher, der langsam die Eigenarten und Abgründe einer Alien-Zivilisation entdeckt, immer noch packend. Das Titelbild passt nur zu Bishops Roman „Das Herz eines Helden“. Die Illustrationen von Klaus D. Schiemann geben die teils gruselige Atmosphäre viel besser wieder.

Der Autor

Michael Lawson Bishop (* 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Autor, der in erster Linie Science-Fiction-Literatur schreibt. Er besitzt einen Master-Abschluss in Englisch der University of Georgia und unterrichtete an verschiedenen Schulen und Universitäten. (Quelle: Wikipedia)

Bishop veröffentlichte 1970 seine erste Kurzgeschichte Piñon Fall, sein erster Roman (A Funeral for the Eyes of Fire) folgte 1975. Zahlreiche Erzählungen und Romane Bishops wurden für diverse Science-Fiction-Preise nominiert. Ausgezeichnet wurde er viermal mit dem Locus Award und zweimal mit dem Nebula Award, 1981 für die Erzählung The Quickening und 1982 für den Roman „Nur die Zeit zum Feind (No Enemy But Time). In diesem Roman, der als sein bekanntestes Werk gilt, geht es um die Zeitreise zur Wiege der Menschheit ins pleistozäne Afrika. Der Roman besticht durch seine Charakterzeichnungen und komplexen Aufbau und verzichtet auf einen technischen Erklärungsversuch der Zeitreise. (Quelle: Wikipedia)

Michael Bishop ist der Autor von „Die Einhorn-Berge“ (1988) und dem preisgekrönten Roman „Nur die Zeit zum Feind“ (1982). Der in den Südstaaten der USA lebende Autor hat sich als Gegner von rassischen Vorurteilen profiliert, nicht nur in diesem Roman, sondern auch in „Brüchige Siege“ (1994). In „Brüchige Siege“ setzt er Mary Shelleys „Frankenstein“-Roman (1818) in einer recht unwahrscheinlichen Umgebung fort: im Georgia des Jahres 1943.

Mehr Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Bishop_(Schriftsteller)

Handlung

Der erste Teil des Romans besteht aus der Novelle „Tod und Bestimmung unter den Asadi“, in der der Anthropologe Egan Chaney auf der fernen Dschungel- und Savannenwelt BoskVeld eine fremde, humanoiden Kultur entdeckt, die weit mehr mit Schimpansen zu tun hat als mit dem Menschen. Seltsame und abstoßende Rituale können Chaney nicht von der Entdeckung einer Pagode abhalten, in der mehrere tausend „Augenbücher“ aufbewahrt sind, möglicherweise Relikte einer verschwundenen Kultur – die Asadi scheinen nicht in der Lage, diese Artefakte herzustellen.

Teil zwei

Nach dem Verschwinden Chaneys werden seine Aufzeichnungen zu einem berühmten Buch auf der Erde. Der Erlös verhilft seiner Tochter Elegy zu einer Uni-Ausbildung. Der zweite Teil schildert ihr eigenes Experiment unter den Asadi. Sie hat einen Schein-Asadi gezüchtet und mitgebracht, eine Kreuzung aus Schimpanse und Pavian, mit farbigen Augengläsern als Tarnung.

Zunächst sieht es für Elegy und den Ich-Erzähler, einen Kolonialbeamten, so aus, als ob der Schein-Asadi, Kretzoi, akzeptiert werden würde. Doch als Elegy nach ihrem verschollenen Vater sucht, stößt sie auf ein Wesen, das mit ihm nichts mehr gemein hat…

Unterm Strich

Der Autor spekuliert kenntnisreich über das fremde theologische System der Asadi und macht sich Gedanken über dessen mögliche Auswirkungen. Dabei legt er eine bizarr anmutende Vorstellungskraft unter Beweis, die immer wieder betroffen macht. So versteht er es, fremdes Denken und Handeln, das uns zunächst unbegreiflich erscheint, glaubhaft und packend darzustellen. Das ist wirklich feselnd. Im zweiten Teil werden die Menschen ihrerseits auf die Probe gestellt. 1980 wurde der Roman für den British Science Fiction Association Award nominiert.

Hinweis

Die Novelle über die Asadi findet sich im Heyne Science Fiction Story Reader 11 und im Heyne SF Jahresband 2000.

Taschenbuch: 427 Seiten
Originaltitel: Transfigurations, 1979
Aus dem Englischen von Walter Brumm;
ISBN-13: 9783453313248

www.heyne.de

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