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Fünf Freunde verfolgen den Wilderer (Folge 74)

_Besetzung_

Erzähler – Lutz Mackensy
Julian – Ivo Möller
Dick – Jannik Endemann
Anne – Theresa Underberg
George – Alexandra Garcia
Tante Fanny – Ursula Sieg
Cora – Heidi Berndt
Charles: Gernot Endemann
Jo – Mia Diekow
Brendan – Tobias Schmidt
Russel – Christian Senger
Lenny – Patrick Bach
Jason Carter: Douglas Welbat
Lady Wollington – Sabine Schmidt-Kirchner
Imelda Meade – Elga Schütz
Laura – Stephanie Kirchberger

_Story_

Anlässlich der Hochzeit ihrer alten Bekannten Cora reisen die fünf Freunde nach Nottingham, um den Feierlichkeiten beizuwohnen und auch Jo wiederzutreffen. Allerdings werden die Hochzeitsvorbereitungen von einigen Vorfällen im Revier von Charles Hamilton, dem ortsansässigen Förster und Coras zukünftigem Mann, überschattet. Gleich mehrere grausam getötete Tiere werden binnen kürzester Zeit entdeckt und legen die Vermutung nahe, dass das Gebiet von Wilderern heimgesucht wird. Während Charles‘ Kollegen bereits Überschichten zur Hege des Waldes schieben, und auch der Förster selber der Verzweiflung nahe ist, schreitet auch noch die Forstbehörde ein und droht, das Revier an jemand anderen zu vergeben. An eine glückliche Feier ist da kaum noch zu denken.

Die fünf Freunde jedoch sind fest entschlossen, der Sache auf die Spur zu kommen und die Wilderer aufzuspüren. Allerdings ist Schnüffelei in der ländlichen Umgebung Nottinghams absolut nicht gerne gesehen. Lady Wollington, der Bauer Jason Carter und die merkwürdige Imelda Meade stellen sich den Jugendlichen immer wieder in den Weg, machen sich somit aber auch prompt verdächtig. Umso schwieriger ist es jedoch für die Junior-Detektive, aus der wachsenden Zahl Verdächtiger den tatsächlichen Missetäter herauszufiltern – und dies, noch bevor Hamilton endgültig seinen Posten verliert.

_Persönlicher Eindruck_

Während die Umbenennung der drei Detektive aus Rocky Beach einen erneuten qualitativen Einbruch ihrer Hörspiel-Serie bewirkte und TKKG nach der sprachlichen Neuorientierung seit geraumer Zeit ein eher ambivalentes Gesamtbild ergibt, sind die „Fünf Freunde“ ihrer charmanten Ausstrahlung all die Zeit über stets treu geblieben. Man könnte dies jetzt auch negativ auslegen und von einer mangelnden Weiterentwicklung reden, was angesichts der teils naiven Charaktere auch phasenweise angebracht wäre, jedoch ist die konsequente Stiltreue wohl letzten Endes doch der Auslöser dafür, dass die „Fünf Freunde“ als einzige Serie des einstigen Triumvirats bis heute von schärferer Kritik verschont blieb.

Dieser Umstand soll sich auch im Anschluss an die neueste Hörspielveröffentlichung der britischen Schnüffelnasen nicht ändern, wenngleich die Story inhaltlich – zumindest im Rahmen der Serie – recht hart ist. Die Beschreibung der Tiermorde, gleichzeitig aber auch der zwischenmenschliche Umgang sind fast schon ungewöhnlich heftig, wobei man dies natürlich jederzeit im Kontext der bisherigen Erscheinungen verstehen muss. Doch der Action-Teil, wenn man ihn denn so nennen darf, ist in „Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ doch vergleichsweise groß.

Des Weiteren ist die nunmehr schon 74. Episode der Reihe eine ziemlich spannende. Die Frage um Charles‘ Zukunft als Förster will erörtert werden, aber auch die Suche nach dem Wilderer ist etwas verzwickter und leitet die Hörer selber zum munteren Miträtseln an. Mehrere Wendungen stellen die Handlung ständig auf den Kopf, und als schließlich das Ergebnis präsentiert wird, dürfte so mancher Laiendetektiv vor den heimischen Boxen doch ein wenig überrascht über die Auflösung sein. Genau so stellt man sich einen guten, lebendigen Jugend-Krimi vor.

Die Sprecher lassen unterdessen auch nichts anbrennen, wenngleich die fünf Hauptdarsteller bei ihrer Ankunft in Nottingham schon ein wenig Süßholz raspeln und der Humor nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Es stellt sich jedenfalls heraus, dass die gesamte Besetzung ambitioniert bei der Sache ist, und das kommt dem Hörspiel sowie auch der guten Atmosphäre der Story merklich zugute.

Insgesamt hinterlässt „Fünf Freunde verfolgen den Wilderer“ einen richtig anständigen Eindruck und überzeugt mit spannungsvoller Story, charmanten Figuren und teils auch fein eingewobener Action. Oder anders gesagt: Episode 74 bringt alle Voraussetzungen mit, welche die Serie nach all den Jahren weiterhin zur festen Konstanten im deutschen Hörspiel-Universum machen!

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Minninger, André – TKKG – Erpresser fahren Achterbahn (Folge 156) (Hörspiel)

_Ein schweres Erbe_

Im März dieses Jahres hatten die eingefleischten TKKG-Fans harte Zeiten durchzustehen. Erfinder und Ideengeber Rolf Kalmuczak alias Stefan Wolf erlag im Alter von 68 Jahren den Folgen einer langwierigen Krankheit und hinterließ damit das vielleicht größte Fundament der deutschen Hörspiel-Geschichte. Sowohl für den Verlag als auch für Stammregisseurin Heikedine Körting stand indes fest, dass damit nicht das Ende der populären Detektiv-Reihe besiegelt ist. Auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen wird es auch künftig neue Geschichten aus der Welt von TKKG geben, wenngleich die grundlegenden Themen stets im Rahmen des Wolf’schen Ideebereichs konstituiert bleiben.

André Minninger ist nun der erste Nachfolger des großen Autors und beerbt die Legende mit einem Hörspiel, welches noch auf Motiven Wolfs beruht. Mit seinem Tod wird sein Lebenswerk also noch nicht mit sofortiger Wirkung von der Bildfläche verschwinden. Ganz im Gegenteil: Die Inspiration reicht, so beweist das vielversprechende „Erpresser in der Achterbahn“, scheinbar noch für weitere Highlights mit Tim, Karl Gabi und Klößchen.

_Besetzung_

Erzähler – Wolfgang Kraven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Niki Nowotny
Klößchen – Manou Lubowski
Gaby – Veronika Neugebauer
Stefan Rüter – Gosta Liptow
Herr Rüter – Wolf Frass
Rita Möller – Traudel Sperber
Gunnar Steppke – Lutz Richter
Felix – Rasmus Borowski
Frau Klamm – Elga Schütz
Volker – Nico König
Ansage Breakdancer – Robert Missler
Angestellter – Patrick Bacj
Polizist – Lutz Mackensy
Ettel – André Minninger
Kommissar Glockner – Edgar Bessen

_Story_

Weil seine Eltern derzeit einige Fahrgeschäfte auf dem ortsansässigen Rummelplatz betreiben und sein Privatlehrer erkrankt ist, nimmt der selbstbewusste Stefan Rüter für zwei Wochen am Unterricht der staatlichen Schule teil. Der junge Mann berichtet begeistert von den Karussells und lädt Tim, Karl, Klößchen und Gaby alsbald zu einigen Probefahrten auf den Achterbahnen und dem Breakdancer seines Vaters ein. Vor Ort kommt es dabei zu einem verheerenden Zwischenfall; auf einem Fahrgeschäft explodiert eine Bombe und hinterlässt genau dort, wo Gaby und Tim just zwei Minuten zuvor noch gesessen hatten, nur noch Asche und Verwüstung.

TKKG nehmen sich der Sache an und müssen ihren neuen Freund sogar mit Nachdruck aus dem Gefängnis befreien, da seine Fingerabdrücke am Tatort aufgetaucht waren. Mit aller Macht suchen sie den wahren Schuldigen und erfahren dabei, dass Herr Rüter, Stefans Vater, bereits seit geraumer Zeit von einer intriganten Erpresserbande bedroht wird. Die Zeit eilt, denn ein weiterer Drohbrief verheißt für das kunterbunte Treiben auf dem Rummel nichts Gutes …

_Persönlicher Eindruck_

Anlässlich der neuesten, nunmehr bereits 156. Episode um die vier Hobby-Detektive ist zunächst einmal Aufatmen angesagt; „Erpresser in der Achterbahn“ ist ein würdiger Nachfolger zu den letzten, teils etwas schwächelnden Folgen und sowohl inhaltlich als auch sprachlich (ein großer Kritikpunkt der letzten Teile) weitestgehend souverän. Tim und seine Gefährten stellen sich einem tatsächlich spannenden Fall, der auch den Zuhörer zwischenzeitlich grübeln lässt, wer denn nun tatsächlich hinter dem gewaltigen Delikt steckt bzw. welche Figur auf Rüters Rummelplatz Dreck am Stecken hat. Offensichtlich gibt es einen größeren Verdächtigenkreis, angeführt von Stefans Stiefmutter Rita Möller über den spielsüchtigen Gunnar Steppke, der sein gesamtes Hab und Gut an Herrn Rüter verkaufen musste, bis hin zu einigen suspekten Gestalten in den einzelnen Buden des Jahrmarkts, deren verschrobene Kommentare sich nicht näher deuten lassen. Selbst die beiden unsympathischen Schulkameraden Felix und Volker lassen sich dieser Gruppe hinzufügen, testen sie doch gerade alle verbotenen Laster des Heranwachsens aus und profilieren sich damit vor ihren pflichtbewussten Mitschülern. Insofern also eine typische TKKG-Geschichte mit rasantem Aufbau, hohem Tempo und actionreichem Finale.

Woran es indes mangelt, ist die Motivation bei manchem Sprecher. Die Ansager des Rummelplatzes sind nun wirklich einschläfernd und würden in der Realität sicherlich niemanden in ihre Fahrgeschäfte locken. Zwar unterlegt dies die etwas bedrückte Atmosphäre der Geschichte, es ist aber dennoch unpässlich, weil es der Authentizität der Story deutlich widerspricht. Auch das plötzliche Ende verblüfft ein wenig, jedoch überschlagen sich in den Schlusssequenzen die Ereignisse und nehmen dem Plot ein Stück weit seine bis dahin hervorragende Struktur. Die Sprache hingegen ist diesmal ganz in Ordnung, auch wenn die euphorischen Floskeln eher einem anderen Jahrzehnt zuzuordnen sind. Allerdings hat man dergleichen bei TKKG auch schon kritischer anmerken müssen.

Unterm Strich bleibt somit ein gelungener Einstieg für Minninger, der sich die Gelegenheit auch nicht nehmen lässt, selber für ein kurzes Gastspiel einige Sprecherparts beizusteuern. „Erpresser fahren Achterbahn“ gehört definitiv zu den besseren TKKG-Hörspielen der vergangenen Monate und kann Fans des modernen Teils der Serie ohne nennenswerte Einschränkungen empfohlen werden.

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Wolf, Stefan – TKKG – Es geschah in einer Regennacht (Folge 153) (Hörspiel)

_Besetzung_

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Niki Nowotny
Klößchen – Manou Lubowski
Gaby – Veronika Neugebauer
Wespe – CÄSAR
Markus Dilch – Rainer Schmidt
Olaf Zackler – Miachael Bideller
Gehrmann – Helgo Liebig
Dr. Lohm – Herbert Tenningkeit
Kassiererin – Halla von der Osten
Martens – Eric Schaeffler

Regie: Hekedine Körting

_Story_

Tim und Gaby werden bei einem nächtlichen Spaziergang unbewusst mit einem Einbruch ins Kunstmuseum konfrontiert, als Tim den just entlaufenen Oscar auf einer nahe gelegenen Baustelle sucht. Die beiden Diebe gehen kein Risiko ein und strecken den überraschten Tim kurzerhand nieder, bevor dieser realisieren kann, was überhaupt geschieht. ALs er wieder bei vollem Bewusstsein ist, entdeckt er am Tatort einen kleinen Zettel, den die Verbrecher bei ihrem Raub verloren hatten. Es handelt sich dabei um einen Abholschein für die Wäscherei, den die TKKG-Bande schließlich als ersten Hinweis an sich nimmt, um in diesem neuen Fall zu ermitteln. Doch schon bald stellen sie fest, dass hinter dem Diebstahl mehr steckt als das Interesse an den Bildern. Das Diebesgut stammt ursprünglich von einem längst tot geglaubten Maler, der nach seinem letzten Aufenthalt in Südtirol spurlos verschwunden war.

Als kurze Zeit später weitere Gemälde dieses Künstlers auftauchen, macht Karl eine wertvolle Entdeckung; ein Bild aus dem Herzen Veronas enthält Details, die dem Künstler nur dann bekannt sein können, wenn er diesen Ort nach seinem Verschwinden aufgesucht hat. Möglicherweise ist der Mann sogar noch am Leben, was das charmante Detektiv-Quartett dazu veranlasst, die Ermittlungen zu verschärfen. Allerdings sind ihre Gegner dieses Mal gemeingefährlich …

_Meine Meinung_

Ehrlich gesagt bin ich vom neuesten Hörspiel der TKKG-Serie ziemlich enttäuscht. Die Story ist zwar zu Beginn noch recht vielversprechend und in den ersten Minuten auch reich an Action, doch schon nach kurzer Zeit schleicht sich gepflegte Langeweile ein, unter anderem, weil einfach zu viele Ereignisse vom Zufall geprägt und deshalb nicht mehr glaubwürdig erscheinen. Nimmt man die Geschichte mit dem Zettel aus der Wäscherei noch als Künstlerpech (nomen est omen) hin, ist Stefan Wolf bei der weiteren Fährtensuche seiner vier Detektive nicht mehr sonderlich erfinderisch gewesen und stellt den Hörer dabei gleich mehrfach vor vollendete Tatsachen. Neue Spuren entsteigen urplötzlich dem Nichts und bauen nur selten auch konsequent auf vorherigen Situationen auf. Darüber hinaus spielt sich das Hauptelement der Handlung in nur fünf Minuten ab; der Rest besteht aus zweifelhaftem Geplänkel, für die Erzählung unvorteilhaften Dialogen und dem permanenten Versuch, die vielen Defizite wieder auszugleichen. Doch leider gelingt dies nicht. Die Story endet ähnlich unschlüssig wie die Überleitung zwischen den vielen Erzähleinheiten inmitten des Plots. Ein schier rasantes, aber irgendwie völlig aus dem Handlungsstrang losgelöstes Action-Szenario unter Einbeziehung bis dato eher unscheinbarer und kaum vorgestellter Charaktere, danach ein Geständnis, und schon ist’s aus – ohne dass man den Eindruck vermittelt bekommen hat, die Geschichte wäre fertig zu Ende erzählt.

Den Sprechern kann man indes keine Vorwürfe machen; sowohl die Protagonisten als auch die Nebendarsteller haben einen makellosen Auftritt und verleihen dem Hörspiel auch ausnahmslos den erforderlichen Unterbau. Sieht man mal von manchen platten, sprachlich etwas sehr lockeren Dialogen ab – besonders Veronika Neugebauer alias Gaby bedient sich eines vermehrt umgangssprachlichen Wortschatzes – ist zumindest dies noch auf normalem Niveau. Das Problem ist einzig und allein die Geschichte, die inhaltlich zwar interessant sein könnte, insgesamt aber einfach zu holprig erzählt wird und schlussendlich fast eindruckslos am Hörer vorbeirauscht. Wie heißt es so schön: Ein Satz mit X – das war wohl nix. „Es geschah in einer Regennacht“ ist definitiv einer der schwächsten Fälle der TKKG-Reihe.

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Lanzelot – Ritter ohne Furcht und Tadel (Europa-Originale 23)

Story

Dulac, der Ritter vom See, lebt ein friedliches Leben an den Gewässern seiner Umgebung. Erst als der alte Gwendap nach langer Reise zurückkehrt, soll sich dies ändern, denn er hat beschlossen, dem Jüngling Dulac den letzten Feinschliff in der Ausbildung zum Ritter zu verpassen. Dulac ist wissbegierig und lernt schnell, so dass der Reise zu König Arthur und der Aufnahme in die Tafelrunde nichts mehr im Wege steht. Doch auf der Reise dorthin muss Dulac erst noch einige Abenteuer bestehen und entdeckt nach einem harten Kampf in einer Drachenhöhle auf einem Grabstein eine uralte Prophezeiung, der zufolge er der Königssohn Lanzelot ist, der eines Tages die edle Elaine ehelichen soll. Dulac alias Lanzelot ist von der Offenbarung verblüfft, macht sich jedoch daran, sie zu verwirklichen. Nachdem er am Königshof zum Ritter geschlagen wurde, begibt er sich auf die Suche nach Elaine, um sein Schicksal zu besiegeln.

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