Christensen, James C. / Foster, Alan Dean / James, Renwick Saint – Reise der Basset, Die

Die Familie von Prof. Aisling wird quasi entführt, um den Elfen König Oberons gegen die bösen Trolle beizustehen. Dieses nette Abenteuer zwischen diversen Fabelwesen wurde von Hallmark Pictures mit Beau Bridges in der Hauptrolle verfilmt („Die Unicorn und der Aufstand der Elfen“).

_Die Autoren_

Alan Foster, geboren 1946 und aufgewachsen in Los Angeles, begann bereits 1971, phantastische Erzählungen zu veröffentlichen. Am bekanntesten ist er für seine Future History des Humanx Commonwealth, eine Gemeinschaft von Welten, in der Menschen (human) und die insektoiden, aber friedliebenden Thranx koexistieren. Dabei müssen sich sich der echsenartigen Aann erwehren, die in das Commonwealth eindringen wollen. Der erste Roman, „Das Tar Aiym-Krang“, erschien 1972. Eine der Hauptfiguren der losen Serie ist der Junge Flinx. Noch heute schreibt Foster Romane, die in diesem Privatkosmos spielen. Foster ist einer der bekanntesten Verfasser von Romanfassungen (novelizations) bekannter SF-Filme, darunter „Star Wars“, „Alien“, „Outland“ und zehn „Star Trek Logs“.

Die Illustrationen stammen von James C. Christensen, einem preisgekrönten Graphiker. Über Renwick Saint James war nichts Näheres in Erfahrung zu bringen.

_Handlung_

London im Jahr 1850: Algernon Aisling, Professor für Mythologie des Altertums, sticht an Bord der |Basset| wie weiland Charles Darwin mit der „Beagle“ in See. Mit an Bord: seine zwei Töchter Miranda, 16, und Kassandra, fast 10; des Weiteren auch einige charmante Zwerge und zahlreiche nichtsnutzige Kobolde. Innen ist die |Basset| größer als außen und beherbergt eine hervorragende Bibliothek – Aisling fühlt sich wohl, während Kassandra von der Besatzung entzückt ist und Miranda misstrauisch wird.

Auf seiner Forschungsreise erhält der Professor vom Feenkönig Oberon den Auftrag, „die Tür zwischen den beiden Welten offenzuhalten“. Die wissenschaftlichen Kollegen Aislings nämlich frönen dem krassesten Materialismus, der nichts mit Fabelwesen anfangen kann. Die Besatzung der |Basset| begegnet verschiedenen Exemplaren davon und nimmt sie mit, doch stellen sie sich meist ganz andersartig dar als in den Mythen geschildert.

Harpyien etwa kochen für ihr Leben gern Suppe, der Manticor und die Sphinx – beide mit Löwenkörper und Flügeln ausgestattet – bändeln miteinander an, der Minotaurus hingegen ist ziemlich tumb. Ernst wird es, als die Expedition von bösartigen Trollen angegriffen, jedoch von einem leibhaftigen Drachen gerettet wird. Miranda, die nicht an all diese Wunder geglaubt hatte, macht Bekanntschaft mit einem Einhorn und kann den von der Medusa versteinerten Zwerg Sebastian wieder zum Leben erwecken.

_Fazit_

In „Die Reise der Basset“ werden nicht nur die Mythen hinterfragt, sondern auch unser menschliches, oftmals allzumenschliches Verhalten. So wirkt zum Beispiel der Zauber nicht mehr, als der Professor voll Habgier an dem erbeuteten Schädel eines Drachens hängt und er den Glauben an die Mythen vergisst. Daher kommt es zu dem Unglück, das zu der Versteinerung des Zwerges führt. Dass alles noch gut wird, hat der Professor nur seinem wiedergefundenen Glauben an die Wunder zu verdanken.

Die Höhepunkte des Buches sind stets die hervorragenden Zeichnungen und farbenfroh ausgeschmückten Illustrationen von James C. Christensen, einem preisgekrönten Graphiker. Die Texte stammen von Renwick St. James und dem bekannten SF- und Fantasy-Autor Alan Dean Foster („Alien“). Das schön ausgestattete Buch lässt sich bedenkenlos jedem Kind zwischen acht und achtzig zu Weihnachten empfehlen. Auch wenn die Seejungfrauen, Nymphen und Feen nicht gerade verschwenderisch mit verhüllenden Textilien ausgestattet sind – aber welches Fabelwesen ist das schon?

Leider ist das fabel-hafte Buch längst vergriffen. Wer es einmal zwischen |eBay| und |Amazon| finden sollte, dürfte über den hohen Preis erstaunt sein, der mittlerweile dafür verlangt wird.

|Originaltitel: Voyage of the Basset, 1996
168 Seiten
Aus dem US-Englischen von Ulrike von Sobbe|

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