Garfield, Richard – Magic: The Gathering – Haupt-Set – Themendeck »Luftige Höhen«

_In den Höhen wird defensiv gekämpft_

Blaues Mana verteilt sich auf die Luft und das Meer. Vor allem in den Höhen lauern Kräfte, die nur schwer zu schlagen sind, denn ihre Angriffe können nur schwer, wenn überhaupt, geblockt werden. Im Fall des Themensets „Luftige Höhen“ bedeutet dies, dass man zunächst einmal geduldig einen Hinterhalt aufbauen und schließlich in den entscheidenden Szenarien zustechen muss. Denn Blau ist die Farbe des Verstands; neue Zaubersprüche werden in Windeseile erlernt, ebenso schnell neue Kreaturen erschaffen und dadurch auch Taktiken erdacht, mit Hilfe derer man die Gegner infiltrieren und zum Schluss beherrschen lernt. Das ‚Insel‘-Mana hat eine Menge zu bieten – und dennoch: Es ist vergleichsweise schwierig, es auch souverän zu kontrollieren. In diesem Themendeck wird dies sehr schnell deutlich.

_Kartenmaterial_

• 17x Insel
• 1x Sturmkrähe (common)
• 3x Hornschildkröte (common)
• 1x Marionettenkönig (uncommon)
• 3x Windsceada (common)
• 1x Avior-Fischer (common)
• 1x Azurblauer Sceada (uncommon)
• 1x Archivar (rare)
• 1x Diebische Elster (uncommon)
• 1x Avior-Lüfteleser (common)
• 1x Mahamoti-Dschinn (rare)
• 1x Taschenspielerei (common)
• 1x Telepathie (uncommon)
• 1x Manaleck (common)
• 1x Seelenvernichtung (common)
• 2x Bumerang (common)
• 1x Einsammeln (uncommon)
• 1x Das Auge des Kraken (uncommon)
• 1x Stab der Verdammnis (uncommon)

_So spielt man das blaue Deck_

Blaues Mana ist in erster Linie darauf ausgelegt, den Gegner aus der Ruhe zu bringen und ihm beim Ausüben seiner Zaubersprüche und Angriffe vorab die Kraft zu rauben. Offensiv ausgerichtete Spieler werden sich beim Umgang mit dem Themendeck anfangs sicherlich schwertun, weil die Schlagkraft der Kreaturen eher schwach ist und Vorteile lediglich darin bestehen, dass man aus der Luft angreifen kann oder eben durch eigene Zauber die Eigenschaften des Gegenübers übernimmt oder sogar feindliche Karten in sein Deck transferiert.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der eigenen Geduld. Man darf sich von Beginn an nicht in die Enge drängen lassen, selbst wenn der Gegenspieler mit kleineren Offensivkräften permanente Attacken streut. Durch die starke Verteidigung der blauen Kreaturen ist man relativ sicher geschützt; die Hornschildkröte und die Sceadas lassen so schnell nichts anbrennen, und wenn alle Stricke reißen, greift der Marionettenkönig ein und hindert eine gegnerische Kreatur daran, überhaupt eine Handlung vorzunehmen.

Wenn man dann doch selber zum Angriff übergeht, ist die effektivste Waffe sicherlich die massive Luftdominanz. Nicht eine einzelne Kreatur spielt hier die Macht aus, sondern das effiziente Kollektiv mit Figuren wie der Sturmkrähe und dem Mahamoti-Dschinn. Nicht minder erfolgreich sind die Zauber des blauen Manas; sie ersticken den Zauber der feindlichen Magie oft schon im Keim und neutralisieren seine Kräfte wie etwa die Seelenvernichtung. Mit dem Bumerang lassen sich schließlich drohende Zauber einfangen und auch Gegner kurzzeitig zum Aussetzen zu zwingen.

Das entscheidende Element des blauen Mana ist dann aber die Möglichkeit, in einer Runde mehrere Karten ins Spiel zu bringen. Mit Karten wie dem Archivar oder der diebische Elster kann man umgehend eine weitere Karte nachziehen und sich so schneller als der Gegenspieler verstärken. Sind diese beiden Figuren erst einmal aktiv im Spiel, öffnen sie elementare Hintertürchen und legen das Fundament für die stärkeren Offensivkreaturen, mit denen man dann Schritt für Schritt die Wesen des Feindes auslöscht. Solange man nur geduldig genug ist und die treffenden Momente abpasst …

_Fazit_

Das blaue Set ist sicherlich keines, welches man zum Einstieg in das neunte Hauptset wählen sollte. Es werden definitiv Vorkenntnisse und wichtige Kniffe vorausgesetzt, um mit dem eher defensiv ausgerichteten Deck adäquat umgehen zu können, und selbst dann ist das Spiel mit dem Mana von Luft und Wasser noch ein schwieriges Unterfangen. Dabei spielt besonders das Glück beim Nachziehen eine Rolle, denn wenn die elementaren Kreaturen und Sprüche nicht im ersten Drittel des Kartenstapels positioniert sind, gerät man schnell ins Hintertreffen, selbst wenn man so schnell keine Kreatur verlieren wird – dafür sind die Verteidigungswerte der meisten schlichtweg zu stark. Dazu benötigt man schon eine gewisse Ausdauer, denn Kollektivschläge wird man wegen der eher schwächer ausgerüsteten Offensivkreaturen sicher nicht ausführen können. Es wird also eine ganze Weile dauern, bis man den Gegner in den Griff bekommt, und sollte dieser in der entsprechenden Zeit bereits eine gesunde Angriffswelle vorbereiten können, wird es womöglich sehr, sehr eng und der Weg, das Spiel zu kontrollieren, eventuell sogar zur Sackgasse. Dies sollte man sich auf jeden Fall bewusst machen, wenn man sich auf diese Art des Manas einlässt.

Auf der anderen Seite bedeutet die Kontrolle über das Mana auch, dass man sich in Sachen Taktik und Strategie bereits zum Kreise der fortgeschrittenen „Magic“-Spieler zählen darf, eben weil es so schwierig ist, es zu beherrschen. Abzuwägen, wann der richtige Zeitpunkt zum Angriff ist bzw. wann man besser eher in die Defensive geht, ist hierbei entscheidend und setzt einige Erfahrungswerte und somit auch gezieltes Training voraus. Großartige Experimente sind hingegen meist zum Scheitern verurteilt, das lehrt mich nach intensiver Probe jedenfalls die eigene Erfahrung.

Mir persönlich sagt das blaue Set nicht so ganz zu, weil man schon ziemlich von der Reihenfolge des Kartenstapels abhängig ist. Es gibt zwar eventuell Möglichkeiten, den Nachschlag zu beschleunigen, doch sollten die wenigen wirklich siegbringenden Karten bis zum Schluss verborgen bleiben, wird man kaum noch Chancen haben, den Vorteil, den der Gegner in der Zwischenzeit erzielen konnte, wieder auszugleichen bzw. ihn sogar umzudrehen. Natürlich kann man diesbezüglich auch von vornherein Glück haben, doch alleine darauf zu spekulieren, ist nicht wirklich der Sinn des eigentlichen „Magic: The Gathering“-Spiels. Als Ergänzung und zum Erlernen neuer Taktiken ist „Luftige Höhen“ sicherlich nicht schlecht; für den echten Zweikampf jedoch hat es im Vergleich zu „Schon wieder tot“ oder „Armee der Gerechtigkeit“ klar das Nachsehen.

http://www.magicthegathering.de/
http://www.universal-cards.com
http://www.wizards.com/

|Siehe ergänzend dazu:|

[Magic: The Gathering 9. Edition – Schnelleinstieg]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3335
[Magic: The Gathering – Haupt-Set – Themendeck »Armee der Gerechtigkeit«]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3337
[Magic: The Gathering – Haupt-Set – Themendeck »Schon wieder tot«]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3370
[Magic: The Gathering – Zeitspirale – Themendeck »Remasuri-Entwicklung«]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3371
[Magic: The Gathering – Zeitspirale – Themendeck »Kreuzritter der Hoffnung«]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3372

[Outlaw]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1864 (The Gathering: Kamigawa-Zyklus, Band 1)
[Der Ketzer]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2645 (The Gathering: Kamigawa-Zyklus, Band 2)
[Die Hüterin]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3207 (The Gathering: Kamigawa-Zyklus, Band 3)
[Die Monde von Mirrodin]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2937 (Magic: The Gathering – Mirrodin #1)

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