Die drei ??? – Schrecken aus der Tiefe (Band 192)

Die Handlung:

Aufregung am Black Lake: Ein Mann wird beim Angeln unter Wasser gezogen. Nach seiner Rettung stammelt er immer dieselben Worte: „Im See ist ein Monster!“ Die drei ??? gehen dem Rätsel auf den Grund … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie jetzt? DIE DREI ??? UND NESSIE? Aber lebt(e) Nessie nicht in einem Loch in Schottland? Dann kanns ja eigentlich nicht sein … oder gibts vielleicht einen transatlantischen Tunnel zwischen den beiden Seen? Wir werden es zusammen herausfinden …

Gar nicht albern, sondern eher dramatisch gehts auch direkt rein ins Abenteuer, das wir zu Land, zu Wasser und …. zu unter Wasser erleben (werden). Wenn jemand zu ertrinken droht, dann sollte man doofen Witze reißen, sondern helfen. Aber … was drohte denn den Angler unter Wasser zu ziehen? Hat er vielleicht nur einen Autoreifen am Haken gehabt oder gibts im schwarzen See wirklich ein Ungeheuer? Es würde mich ja freuen, wenn mal ein ???-Autor plausibel eins erfinden würde … glaube aber eher dran. Ob die Jungs jetzt Peter vorschicken, damit er da unten mal dem Rechten sieht? Und … wird Peter wohl ziemlich die Muffe gehen, wenns so sein sollte? Aber vielleicht hben die Detektive ja Glück und es ist gar kein „Peterfressosaurus“, sondern nur ein Krokodil …

Aber mal im Ernst? Jemand hat das Ding fotografiert … und zwar nicht in Schwarzweiß und verwackelt, sondern so überzeugend, dass davon sogar im Fernsehen berichtet wurde. Nicht nur die drei Rocky Beachboys treibts danach noch mal zurück zum See. Aber, wie gut lassen sich da jetzt wohl vernünftige Nachforschungen anstellen, wenn die halbe USA vorbeischaut, um ein Selfie mit dem Monster zu machen?

Falls das Monster nicht echt sein sollte … wovon immer noch auszugehen ist … stellt sich kurzfristig die Frage, wer von dem plötzlichen Rummel profitieren könnte. Ein Bootsverleih vielleicht oder verspricht sich die örtliche Gastronomie einen kurzen Gewinnschub, solange die Suchenden noch Lust haben zu suchen?

Dann gesellt sich zu dem Monster auch noch ein Dämon hinzu, der kleine, segelnde Jungs verängstigt … und ein Hinweis, der den abenteuergestählten Dauerfan „Na super, so was hatten wir doch auch schon öfter!“ sagen lässt. Insgeheim hoffen und erwarten aber alle Leser eine überraschende Wendung, mit der nur der Autor rechnen konnte.

Nun kommt aber endlich der erwartete Tauchgang … und … nachdem ich die Stelle mehrfach gelesen habe, weil ich mir sicher war, etwas übersehen zu haben, konnte ich es nicht glauben. Die Jungs stecken sich Gartenschläuche auf ihre Schnorchel, um tiefer tauchen zu können. Die Idee hätte von einem Kleinkind stammen können, das das Wort „Pendelatmung“ nicht kennt … bei der man seine ausgeatmete Luft ab einer Schnorchellänge von nur 40 cm schon wieder einatmet und die ab 60 cm zu Gesundheitsschäden führt, weil sie den Schlauch nicht verlässt. Und die im Roman erwähnten Taucher im Mittelmeer, die das auch so gemacht haben, sind davon krank geworden und haben die Wissenschaft erst auf dieses Problem aufmerksam gemacht! Selbst wenn man ein Ausblasventil an der Tauchmaske hat, so wäre der Wasserdruck bereits ab einem Meter Tiefe ohne Kompressorhilfe zu stark, um frisch und frei von der Leber wegzuatmen.

Also … bitte nicht in der Form nachmachen, wie es hier im Roman beschrieben wird!

Nach der Meckerei werden wir aber doch noch mal kreativ unterhalten und Justus setzt sogar schon 20 Seiten vor dem Ende mit der Erklärung des Ganzen an. Interessant zusammengestrickt und alles nachvollziehbar gehts zum Endspurt und am Ende wissen wir dann nicht nur wer hier was vorhatte, sondern auch, dass es wirklich ein echtes Monster im See gibt …

Der Autor:

Marco Sonnleitner ist seit seiner Kindheit großer Fan der drei ??? und seit dem Frühjahr 2003 im Autorenteam. Er sprüht nur so vor Ideen und es gelingt ihm mühelos, diese gekonnt in Texte mit starken, witzigen Dialogen umzusetzen. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Abgesehen von einer haarsträubend gesundheitsgefährdenden Ausnahme, gibts hier handfeste ???-Kost vom Autor serviert. Der Leser kann hier und da mitraten und am Ende ergibt alles einen Sinn und nachvollziehbar sind die Zusammenhänge dann auch.

Dies ist kein spektakulärer Fall, der den Leser nur so über die Seiten flitzen lässt, aber er ist interessant und spannend genug, um den Fan bei Laune zu halten. Und am Ende freuen wir uns schon auf den Abschlusslacher der Hörspielfassung und können uns bis dahin ein Grinsen nicht verkneifen.

Laminierter Pappband: 144 Seiten
Illustrationen von Silvia Christoph
Vom Verlag empfohlen ab 10 Jahren
Besprochene Auflage: 1 (März 2017)
ISBN: 978-3-440-14834-1

www.kosmos.de

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