Die drei ??? und der schreiende Nebel (Folge 162)

Die Handlung:

Als die drei ??? Post von einem alten Bekannten erhalten, ahnen sie noch nicht, was für ein gefährliches Abenteuer sie erwartet. Der rätselhafte Hilferuf führt sie mitten in die Einöde von South Dakota. Dort werden sie Zeugen unfassbarer Ereignisse, die eine abgelegene Prärie-Ortschaft heimsuchen. Welches dunkle Geheimnis steckt hinter dem unheimlichen Nebel, der die Einwohner in Angst und Schrecken versetzt? Und was hat es mit den grässlichen Schreien auf sich, die immer wieder aus den weißen Schwaden dringen? Die drei Detektive nehmen die Ermittlungen auf – und geraten selbst in die Fänge des Nebels … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Vom Klappentext her könnte uns hier ein Fall für Mulder und Scully … und noch einen Mulder … erwarten. Erwartet hätte ich aber, dass Oliver Rohrbeck den Ort des Grusels richtig aussprechen kann … er sagt nämlich „Thous Dakota“ statt „South Dakota“ … zumindest aber der Tonregie hätte das auffallen müssen.

Oder wird es gar ein Horror-Schocker vom Stil „The Fog – Nebel des Grauens“? Werden wir es womöglich gar nicht erst erfahren, weil der Ermittlungs-Auftrag direkt am Anfang gleich wieder zurückgenommen wird? Na hoffentlich nicht. Zum Glück sind die Jungdetektive nun erst recht neugierig geworden … und die Hörer schon lange.

Und dann dieser seltsame Anruf, der klingt wie eine Mischung aus klassischem EUROPA-Commander-Perkins-Stimmenverzerrer und dem Anruf, den die drei schon im „Gespensterschloss“-Fall bekommen haben: „Weeeeeeeeegbleiiiiiiiiibeeeeeeeen“. Ich persönlich hatte an dieser Stelle hier keine Gänsehaut, sondern musste ob dieser Mischung grinsen.

Egal, nun aber ab nach Thous Dakota … Flugtickets haben die Jungs ja schon. Und nachdem die drei und der Hörer vor Ort die gleichen Soundeffekte von vorhin noch einmal hören durften, erklärt Justus auf seine enzyklopädische Art und Weise den Jüngsten unter den Lauschern, was Nebel eigentlich ist und wie er entsteht.

Was aber nützt uns das in Verbindung mit diesem Gruselnebel und den Hetzattacken gegen ihren alten Bekannten aus Folge 41 „… und das Volk der Winde“, den ehemaligen Professor für Völkerkunde Arnold Brewster?

Die Gruselstimmung und das Stirnrunzeln der Hörer nehmen mit jeder Hörminute weiter zu und zwischenzeitlich klopft auch der Film „Poltergeist“ an die Tür der Jungs oder sinds gar „The Walking Dead“? Was sind denn nur diese „Phasen“, von denen ständig geredet wird? Und was sind das für Kreaturen im Nebel? Das sind mehr Fragezeichen als der Hörer seit Langem in einem ???-Fall zu hören bekam.

Und obwohl er schlaue Reden schwingen kann, die sein Wissen offenbaren, kommt bei aller Recherchearbeit Peter auf die zündende Idee, was der Rätselsatz der Folge bedeuten könnte. Sozusagen als ausgleichende Gerechtigkeit, weil er … wie sollte es auch anders sein … angsttechnisch am meisten zu leiden hat in dieser Folge. Bei den Effekten und den Schreckmomenten in diesem Hörspiel kann und wird es bei den jüngeren Hörern auch gut und gern zu Schlafstörungen und Alpträumen kommen.

Die Spannung steigt und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Aber das, was dann am Ende rauskommt, damit rechnet sicher kaum ein Hörer. Was für ein Story-Konstrukt sich da entfaltet … alle Achtung an den Autor … und alles noch logisch erklärt … sogar die Sache mit dem Nebel.

Lowlight der Sprechergarde war für mich in dieser Folge Erkki Hopf als Martin Ishniak. Im Vergleich zu allen anderen Sprechern, die ihren Job super und sehr lebendig agierend machen, klingt er steril, abgelesen und extrem darauf bedacht, möglichst jedes Wort perfekt auszusprechen, was zwangsläufig zu einer unnatürlichen Sprechweise führt.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Thomas Fritsch
Justus Jonas – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw – Jens Wawrczeck
Bob Andrews – Andreas Fröhlich
Arnold Brewster – Host Naumann
Grace Daggett – Ingeborg Christiansen
Captain Patrick Hold – Christian Rode
Hank Tornby – Edgar Hoppe
Mike Cobble – Gordon Piedesack
Martin Ishniak – Erkki Hopf
Samuel Cobble – Eckart Dux
William Prescott – Eberhard Haar
Jim Sesto – Gustav-Adolph Artz

Trackliste:

1. Warnung aus South Dakota
2. Fort Stockburn
3. Phase 1
4. Fremde unerwünscht
5. Phase zwei
6. Dem Grauen auf der Spur
7. Schwierige Recherchen
8. Die große Bedrohung
9. Schatten der Vergangenheit
10. Furcht und Hoffnung
11. Der Nebel lichtet sich

Technik-Credits:

Based on characters created by Robert Arthur
Erzählt von Hendrik Buchna
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Stahlberg, Betty George, Morgenstern
Cover-Illustration: Silvia Christoph
Design: Atelier Schoedsack

Die Ausstattung:

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Doppelseite voller Live-Tourdaten der „Phonophobia“-Tour, die 2014 stattfinden wird. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die nächste Folge 163 „… und der verschollene Pilot“. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.

Mein Fazit:

Hier weiß man lange nicht, wo man eigentlich ist. Bei AKTE X? Beim POLTERGEIST? Oder gar beim NEBEL DES GRAUENS? Die Verwirrung steigt, aber auch die Spannung nimmt stetig zu. Zwar finden die Jungs immer mal ein paar Bröckchen heraus, im Großen und Ganzen bleibts aber bis ganz zum Schluss ziemlich undurchsichtig (Na? Undurchsichtig? Nebel? …).

Und weils wirklich bis zum Ende immer interessanter, verzweigter und spannender wird, geb ich hier trotz fehlendem Abschlusslacher die volle Punktzahl. Mir hats über eine Stunde viel Spaß gemacht, bei diesem Fall dabei gewesen zu sein.

1 Audio-CD mit 1:12 Std. Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
EAN: 887254003229

www.natuerlichvoneuropa.de

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