John Sinclair Classics – Der Fluch aus dem Dschungel (Folge 26)

Die Handlung:

Die Maske stammt aus einer Epoche, die Jahrhunderte zurückliegt. Gerüchte ranken sich um ihre Zauberkräfte – und um die Macht ihres ursprünglichen Besitzers, des Magiers Ochuko! … Als Sheila Hopkins die Maske in einem Antiquitätenladen in Amsterdam ersteht, ahnt sie nicht, welches Unheil sie heraufbeschwört – und dass Ochukos Diener ihr bereits auf den Fersen sind …! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 122 gemacht, der erstmalig am 13. Januar 1976 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Später erschien die Geschichte auch in der zweiten Auflage der JOHN-SINCLAIR-Heftromanserie als Nummer 27. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine komplette Neuinterpretation der Thematik.

Und die dreht sich heute offenbar um eine afrikanische Totenmaske … die gleich zu Anfang durch mehrere Hände geht und bei Bill und Sheila landet. Dass mit der Maske irgendwas los sein muss, merken wir schnell, denn nicht nur Antiquitätensammler und -Jäger sind hinter dem Kunstwerk her … anscheinend auch Auftragsdiebe. Der Diebstahl allerdings läuft nicht ganz rund und ist storytechnisch ziemlich in die Länge gezogen. Schon dramatisch, klar, aber für ein Hörspiel darfs ruhig etwas knackiger sein als für einen Zwei-Stunden-Krimi. Und was die Maske denn nun so besonders macht, das wissen wir nach über einer halben Hörstunde immer noch nicht. Offenbar ist einfach nicht genug Story-Material zum Verhörspielen vorhanden gewesen.

Auch John Sinclair tritt erst eine Viertelstunde vor Schluss in Erscheinung und gesellt sich zu den anderen … die immer noch mit dem Diebstahlshandlungsfaden beschäftigt sind. Und dann … plötzlich und unerwartet … hat die Maske mal einen Gastauftritt. Bis dahin hat der Hörer vergeblich auf den Fluch und dessen Auswirkungen gewartet.

Dann verreisen wir und erleben, was man in der Urschreitherapieklasse auf der Schauspielschule lernt … klingt überzeugend. Der Dramateil hingegen, ist dabei ein wenig sehr klischeehaft überzogen. Unfreiwillig komisch fand ich dabei die Frage: „Hat es ihn erwischt?“ … kurz nachdem man „ihn“ todesschreien gehört hat. „Wonach hört es sich denn an?“ war dann meine Gegenfrage, die ich dem Lautsprecher gestellt habe.

Die Sprecher und ihre Rollen:

John Sinclair – Dietmar Wunder
Erzählerin – Alexandra Lange
Bill Conolly – Detlef Bierstedt
Sheila Hopkins – Daniela Hoffmann
Johan van Doolen – Uli Krohm
Luuk van Dyke – Gordon Piedesack
Mandra Korab – Dirk Hardegen
Lem Dayton – Philipp Baltus
Abraham Kuz – Peter Weis
Piet Dreesen – Michael Bideller
Lizzy – Julia Fölster
Ochuko – Dieter Brandecker

sowie: Ilya Welter, Achim Schälke, Oliver S. El-Fayoumy, Jürgen Holdorf und Bodo Primus

Technik-Credits:

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
John Sinclair Theme 2015 by CAIN
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

Die Ausstattung:

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält sämtliche Cover der bereits veröffentlichten Folgen „Classics“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Der Fluch aus dem Dschungel hat offenbar irgendwas mit extremer Langeweile zu tun, denn die legt sich bleiern über diesen Fall. Übernatürliches gibts nur ganz am Ende mal ganz kurz. Vorher passiert gefühlt nichts, was nicht in jedem Krimi schon mehrfach als Seiten- oder Minutenschinder benutzt worden wäre. John ist auch nur am Rande beteiligt und das auch nur ganz am Ende. Er ist eher für die Zusammenfassungen zuständig. Unterm Strich ein Fall, der nicht zwangsläufig hätte vertont werden müssen, weil er alles andere als ein Klassiker ist und auch kein Wiederhörpotenzial besitzt.

Lustigerweise ist die Romanvorlage schon ein Meilenstein im Sinclairversum … denn in der trifft John das erste Mal auf Professor Zamorra, den „Meister des Übersinnlichen“, dessen eigene Romanserie auch schon seit 1974 läuft und läuft und läuft. Der wurde in diesem Hörspiel aber gestrichen und durch Mandra Korab ersetzt, der wiederum im Heftroman nicht auftaucht. Wobei aber auch das Heft nicht wirklich prickelnd ist, davon abgesehen … Die Punkte von mir gibts vor allem für die Sprecher und die Effekte, denn die sind wie gewohnt prima.

Audio-CD
Spieldauer: 53:36 Min.
Tracks: 15
ISBN-13: 978-3-7857-5245-6

www.luebbe.de

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