Kai Meyer – Arkadien erwacht (Arkadien 1)

Um einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten, flieht Rosa Alcantara nach Sizilien, die Heimat ihrer Familie, nachdem sie ihr bisheriges Leben gemeinsam mit Mutter und Schwester in New York verbracht hat. Schon im Flugzeug macht sie Bekanntschaft mit dem mysteriösen Alessandro, der die junge Frau zwar einschüchtert, doch gleichermaßen fasziniert und eine schier magische Anziehungskraft auf sie ausübt. Dann aber erfährt Rosa, dass der junge Mann Spross und künftiger Anführer des mit den Alcantaras verfeindeten Mafia-Clans der Carnevares ist, doch trotz aller Widrigkeiten und dem erbitterten Widerstand der Familien können Rosa und Alessandro nicht voneinander lassen. Immer besser lernen sich die beiden kennen und kommen gemeinsam einem unglaublichen Geheimnis der sizilianischen Clans auf die Spur, das die Schicksale ihrer Familien und ihnen selbst für immer verändern könnte. Doch als wäre dies für die labile Rosa nicht schon genug, fängt auch sie selbst an, sich zu verändern, sowohl hinsichtlich ihres Charakters als auch ihres Körpers: Immer tiefer wird die junge Frau in die Machenschaften der Cosa Nostra hineingezogen und steht vor der Entscheidung, wie sie mit den Grausamkeiten ihrer eigenen Familie umgehen kann, bis sie eines Tages mit einem weiteren Geheimnis der Clans konfrontiert wird und sich in eine Riesenschlange verwandelt. Um Alessandro und Rosa entbricht ein Kampf um die Vorherrschaft innerhalb der Clans und derer untereinander, ausgetragen durch Verrat, Intrigen und Gewalt, und die beiden ziehen in eine verzweifelte Schlacht, dem endlich ein Ende zu machen.

Mysteriöse Mafia-Rivalitäten der Marke „Der Pate“, eine romantische und zugleich verzweifelte Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen a la „Romeo und Julia“, die allen Widrigkeiten standzuhalten versucht, geheimnisvolle Verwandlungen, die Erinnerungen an die „Twilight“-Reihe erwachen lassen, und schließlich jede Menge Anspielungen und Andeutungen auf das sagenumwobene Atlantis – WAS für eine schräge und doch in gewisser Weise geniale Kombination. Zugegebenermaßen eine solche, die zuweilen etwas auf Erfolg und eine möglichst breite Leserschaft kalkuliert wirkt, doch nichtsdestotrotz ohne Zweifel funktioniert. Im ersten Teil „Arkadien erwacht“ der Trilogie, die durch die Teile „Arkadien brennt“ und „Arkadien fällt“ komplettiert wird, werden dem Leser nach und nach die Personen und Schauplätze vorgestellt, die Spannung baut sich Stück für Stück auf, je mehr man in die Personenkonstellationen, die zunächst nicht immer durchschaubaren Charaktere und ihre verborgenen Geheimnisse eintaucht. Umrahmt von der einzigartigen Atmosphäre, die durch die geschichtsträchtige und wunderschöne Kulisse Siziliens geschaffen wird, ermöglicht „Arkadien erwacht“ es schnell, sich der Geschichte hinzugeben, mitzufiebern und dem Alltag für die Zeit des Lesens entfliehen zu können. Positiv fällt außerdem auf, dass es schon im ersten Band ordentlich zur Sache geht, während die Handlung in anderen Büchern, die eine Reihe eröffnen, zugunsten der Vorstellungen der Personen, Hintergründe und Orte zunächst in den Hintergrund tritt, als wolle der Autor sein Pulver nicht zu früh verschießen.

Einzig an Überraschungen fehlt es in „Arkadien erwacht“ zuweilen, sodass die Handlung etwas vorhersehbar wirkt. Dennoch können Fans von kreativer Fantasy-/Science-Fiction-Literatur, die von Trollen, Elfen und Zauberern genug haben und auf der Suche nach neuem, ausgefallenen Lesestoff sind, bedenkenlos zugreifen.

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Taschenbuch: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3551311474

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