Point Whitmark – Das Moor der Vergangenen (Folge 37)

Die Handlung:

Wer kann sagen, wie viele Menschen im Laufe der Jahrhunderte draußen in den Sümpfen versunken sind? Auf einem Ausflug in die Dead Man’s Marsh entkommt Derek nur mit Glück der kalten Umarmung des Morastes. Er schwört Stein und Bein, eine leibhaftige Moorleiche habe ihn mit sich in die Tiefe zerren wollen. Vor Einbruch der Nacht finden die Jungen Zuflucht in Minghella Hall, deren Besucher sich mysteriösen Behandlungen unterziehen. Besitzt die uralte Erde des Moores gar die Macht, den Tod zu überwinden? Erneut erscheint das namenlose Mädchen … und lockt Jay, Tom und Derek an den Ort, wo die längst Vergangenen auf ihre Rückkehr warten. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Aufgrund „studiotechnischer Probleme“ immer wieder verschoben, dürfen wir nun ein Jahr nach der letzten Folge endlich im Moor versinken. Das tun gleich zu Anfang wohl auch einige Verbrecher. „Wohl“, weil der Hörer keine Info darüber bekommt, was wirklich grad vorgeht … und leider klingen die Sprecher auch nur dann überzeugend, wenn sie Sprüche klopfen, nicht, wenn es ihnen an den Kragen geht.

Bald aber wird klar, dass es hier ein Moorabenteuer geben wird. Die Idee ist nicht neu und wurde bereits in jeder Gruselserie, die etwas auf sich hält, verwurstet. Und sogar Sherlock Holmes hatte schon so seine Erfahrungen im torfigen Untergrund sammeln können. So viele Zusatzinfos zu den Eigenheiten von Moorlandschaften wie in diesem Hörspiel, gabs aber selten. Das kennt man sonst nur von Monologen eines allwissenden Junior-Detektivs einer anderen Jugendhörspielserie.

Aber langweilig scheints bei der Point-Whitmark-Variante auch nicht zu werden. Klar, dass einer der Jungs im Moor versinkt, aber die seltsamen Leute, die daraufhin die Bildfläche betreten, halten das Interesse des Hörers hoch. Durchgedrehte Esoteriker? Oder gar Kultisten? Und diese Namen … Shlocker klingt nach „Schocker“ und Franklander könnte für „Frankenstein“ stehen. Könnte passen, eine Leiche gibts ja wohl auch.

Aber irgendwie lässt sich dieses Hörspiel nicht in ein Genre pressen. Mal gruseliger Moor-Mystery-Horror, aber nicht durchgängig, mal Edgar-Wallace-Krimi, aber auch nicht durchgängig und dann gibts auch immer wieder Stellen, an denen der Hörer lachen kann. Ob das aber ein Sechsjähriger, der hier laut Verlag auch zugreifen kann, auch tut? Und auch der Abschlusslacher schießt für meinen Geschmack am Ziel vorbei und direkt unter die Gürtellinie … wörtlich genommen.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Jürg Löw
Jay Lawrence – Sven Plate
Tom Cole – Kim Hasper
Derek Ashby – Gerrit Schmidt-Foss
Constable – Dieter Memel
Carter – Ralf Lohmann
Mrs Tweed – Dagmar Heller
Mr Shlocker – Axel Lutter
Edna Gillycuddle – Eva-Maria Kurz
Minerva Abercrombie – Barbara Fröhlich
Herman – Martin Schmitz
Professor Franklander – Andreas Mannkopff
Viola – Rieke Werner

Technik-Credits:

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg

Die Ausstattung:

Die schwarz bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der 36 weiteren erschienen Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Endlich gibts Neues von den Betreibern des Senders … den Rest kennt jeder Fan ja. Leider kann sich diese Folge nicht auf ein Genre festlegen und der daraus resultierende Genre-Mix aus Mystery-Grusel und Detektivgeschichte führt über weite Strecken zu vielen Fragen und voranschreitender Verwirrung.

Mitraten kann der Hörer hier leider auch nicht, sondern bekommt am Ende alle Daten, Fakten und Lösungen in einem Abschlussmonolog präsentiert, der am Ende alles aufklärt und das Genre dann doch bestimmt. Dennoch überzeugen die Sprecher und die gewohnt passend abgemischte Musik mit den zahlreichen Effekten für eine interessante Stunde Kopfkino.

Grad für die jüngsten Hörer der Zielgruppe könnte das durchaus clever gebaute Konstrukt hinter dieser Folge aber ein wenig zu verschachtelt sein.

1 Audio-CD
Spieldauer: 59 Minuten
Tracks: 10
EAN: 0887254383826
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren

http://www.point-whitmark.de

Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)