Gaspard, Jan / Lueg, Lars Peter – Macht! (Offenbarung 23, Folge 8)

_Schädel & Knochen und das Spiel um die Macht_

Was bisher bloße Verschwörungstheorie war, wird Realität: Die geheimnisvollsten Tragödien, die skrupellosesten Verbrechen werden entschlüsselt. Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein, denn auch das letzte Rätselt wird gelöst.

1963 wurde der US-Präsident John F. Kennedy ermordet, wenige Jahre später sein Bruder Robert, auch sein Sohn kam unter mysteriösen Umständen ums Leben. Zahllose Theorien machen die Mafia, die amerikanische Regierung selbst, die Kubaner oder gar einen Fluch dafür verantwortlich. Doch Georg Brand aus Berlin offenbart, dass der unter ungeklärten Umständen gestorbene Hacker Tron einen viel simpleren, banaleren und umso glaubwürdigeren Grund für die Kennedy-Todesfälle ermittelt hatte. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Über Jan Gaspard ist nichts bekannt, und es scheint sich um ein Pseudonym zu handeln (siehe Webseite von |LPL records|). Jedenfalls zeichnet er nach Angaben des Booklets für „Idee, Konzeption, Recherche & Buch“ verantwortlich.

Für die praktische Umsetzung dieser Steilvorlage sorgte hinsichtlich Regie, Produktion & Dramaturgie Lars Peter Lueg, seines Zeichens Verlagsleiter von |LPL records|. Für den „heiligen Geist“ in Form von „Inspiration“ sorgte Koproduzent Marc Sieper. (Es dürfte auch eine Menge „Transpiration“ gegeben haben, wenn man Thomas A. Edison glauben darf.) Schnitt, Musik und Tontechnik lagen in den kompetenten Händen von Andy Matern.

Andy Matern wird von zwei Spezialisten unterstützt. Markus Wienstroer bearbeitete die Gitarren – das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.

|1. Staffel von „Offenbarung 23“:|
1) [„Wer erschoss Tupac?“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1934
2) [„Tupacs Geheimnis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1948
3) [„Die ‚Titanic‘ darf nie ankommen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2012
4) [„Die Krebs-Macher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2015

Einschub: [„Offenbarung 23 – Machiavelli“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2472

|2. Staffel:|
5) [„Das Handy-Komplott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2576
6) [„Der Fußball-Gott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2577
7) [„Stonehenge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2590
8) [„Macht!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2591

|3. Staffel:|
9) [„Gier!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3104
10) [„Die traurige Prinzessin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3113
11) [„Die Hindenburg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3131
12) [„Der Piratenschatz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3136

|4. Staffel:|
13) [Das Wissen der Menschheit]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3885
14) Das Bernsteinzimmer
15) Durst!
16) Krauts und Rüben

Mehr Infos: http://www.offenbarung23.de und http://www.vertraue-niemandem.net

Hinweis: Die vier Rückseiten der vier Booklets der zweiten Staffel ergeben ein Zusammensetzbild (vulgo: Puzzle), auf dem das Reichtagsgebäude vor einem brandroten Himmel zu sehen ist. Auf dem Platz vor dem Gebäude zeichnet sich dunkel das Emblem der Serie ab. Außerdem ergibt sich ein Internetadresse: http://www.vertraue-niemandem.org.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

In der Riege der Sprecher finden sich etliche einschlägig vorbelastete Herrschaften, die man schon aus dem Hause |LPL records| kennt. Als da wären:

David Nathan spricht die Hauptfigur Georg Brand alias T-Rex und klingt wie Johnny Depp.
Marie Bierstedt spricht Tatjana Junk alias Nolo, die Freundin von „Tron“, mit der Stimme von Kirsten Dunst und Kate Beckinsale.
Oliver Siebeck spricht einen Reporter.
Dagmar Berghoff spricht eine Nachrichtensprecherin und klingt wie Dagmar Berghoff (logo!).
Dietmar Wunder spricht T-Rex’ besten Kumpel Kim Schmittke und klingt wie Cuba Gooding jr. bzw. Adam Sandler.
Till Hagen spricht Ian G. und klingt wie Jonathan Pryce in „Fluch der Karibik“.
Lutz Riedel spricht LKA-Mann Wim Banner und klingt wie Timothy „James Bond“ Dalton.
Reiner Schöne spricht Roy Adams, Sicherheitschef von Rupert Murdoch.
Jürgen Kluckert spricht Patrick und klingt wie Morgan Freeman.
Torsten Michaelis spricht Tupac Amaru Shakur und klingt wie Wesley Snipes.
Benjamin Völz spricht Boris F. alias „Tron“ und klingt nach Keanu Reeves oder James Spader.
Arianne Borbach spricht Margo und klingt wie Catherine Zeta-Jones.
Lutz Mackensy spricht den Druidengroßmeister Saint Clair mit der Stimme von Rowan Atkinson oder Al Pacino.
Tilo Schmitz spricht Herrn Brand senior und klingt wie Ving Rhames oder Michael Clarke Duncan.
Friedrich Schoenfelder spricht die „Stimme der Wahrheit“, die nach David Niven, Peter Cushing oder Vincent Price klingt.
Helmut Krauss ist der Erzähler und hört sich verdächtig nach Marlon Brando oder Samuel L. Jackson an.

_Vorgeschichte_

Der Berliner Informatikstudent Georg Brand, in Hackerkreisen als „T-Rex“ bekannt, ist auf eine Verbindung zwischen dem besten deutschen Hacker Boris F. alias „Tron“, und dem Rapper Tupac Shakur gestoßen. Alle möglichen Leute, die Geheimnisse aufdecken oder vertuschen wollen, interessieren sich auf einmal für T-Rex. Während Georg mit Trons ehemaliger Freundin Tatjana Junk alias Nolo anbandelt, meldet sich Tron quasi aus dem Jenseits: Er ist seit 1998 offiziell tot. Ist er das wirklich? Jedenfalls gibt Nolo Georg eine „Chiffre“ nach der anderen in die Hand. Chiffren sind eine Umschreibung für Hinweise auf die Geheimnisse, die Tron vor seinem Tod aufgedeckt hat – brisanter Stoff sozusagen.

_Handlung_

|PROLOG|

Live-Reportage aus Dallas: Am 22.11.1963 wird der amtierende US-Präsident John Fitzgerald Kennedy vor laufender Kamera in seinem Paradeauto erschossen und stirb auf dem Weg ins Krankenhaus.

|Haupthandlung.|

Georg Brand hält sich immer noch im irischen Glynne Castle auf, wo ihm der Informatiker Ian G Gesellschaft leistet und Geschichten erzählt. Es ist schon fast Mitternacht, als er die Rede auf die Kennedys bringt. Was hat die Whiskymarke mit dieser Familie zu tun? John Patrick Kennedy hatte die Importlizenz dafür und machte damit gute Geschäfte, wegen seiner Mafiakontakte übrigens auch während der Prohibition. Die Fitzgeralds stammten übrigens aus der Gegend um Glynne Castle, bevor JFKs Vorfahren im 19. Jahrhundert auswanderten. Sie wahren als Weiberhelden in Irland sehr gut angesehen, doch in den Staaten bekamen sie es mit den puritanischen Protestanten aus Neu-England zu tun – ein ewiger Konflikt.

Ian G lotst Georg in ein echt irisches Pub namens „Pendragon“, das immer noch geöffnet hat. Dort verschwindet Ian G, aber dafür nimmt sich Patrick des Neuankömmlings an. Und der hat noch mehr Geschichten über die Kennedys auf Lager. Wichtiger ist aber sein Hinweis auf ein bemerkenswertes Foto an der Wand. Es zeigt zehn Männer in Abendgarderobe, die Patrick als die Mörder JFKs bezeichnet. Jedenfalls soll das der Mann, der das Foto machte, gesagt haben. Er nannte sich Boris F. und ist besser als Hacker Tron bekannt.

Am Sonntagnachmittag ruft Georg seinen Kumpel Schmittke in Berlin an. Er hat herausgefunden, wer drei der Männer auf dem Foto sind. Unter ihnen sind der Mörder Ché Guevaras und ein Watergate-Einbrecher. Dieser heißt Frank Sturges, ein Mann aus dem Hochadels Bostons, der auch die Geliebte Castros anwarb, damit sie Waffen nach Dallas schmuggelte. Das war wohl im November 1963 … Die Kennedys waren in Neu-England Außenseiter, weil sie dem geheimen Eliteklub der Yale-Absolventen, dem [Skull & Bones]http://de.wikipedia.org/wiki/Skull__%26__Bones Club, angehörten.

Da klopft es an der Tür. Saint Clair tritt ein. Georg dachte, der Großmeister der Druid Society sei längst verschollen, nachdem die Agentin Margo ihn auf dem Weg nach Stonehenge niedergeschlagen hatte. Saint Clair bietet sich als Verbündeter an. Georg kann seine Hilfe gebrauchen, um Durchblick zu bekommen. Doch bevor der Mann zu erzählen beginnt, lässt er sich von T-Rex auf den neuesten Stand bringen und erfährt so von seinem Interesse an den Kennedys. Er reicht dem Hacker einen Drink.

Die Skull & Bones sind quasi die Nachfolgeorganisation der Ingolstädter Illuminaten aus dem 18. Jahrhundert, nur mit dem Unterschied, dass der Zugang viel stärker limitiert und die Mitgliedschaft somit viel elitärer ist. Mehrere Minister und Präsidenten, darunter George W. Bush, gehörten und gehören dem Geheimklub an. Über das Bankhaus Brown & Harriman waren sie während des 2. Weltkriegs mit dem Thyssenkonzern verbunden und verdienten kräftig am Krieg. Die Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft gehört seit der Gründung der Yale-Universität zu ihrem Programm. Leute wie Roosevelt und Kennedy, die anderen Klubs wie etwa den Freimaurern angehörten, wollten häufig ihre monopolistische Politik durchkreuzen.

Georg erleidet einen Schwächeanfall. Kaum genesen, bringt ihn Saint Clair nach New York, aber unter dem Decknamen Viktor F., als Halbbruder von Boris F. Sie reisen nach Deer Island, in die Höhle des Löwen: das Freizeitquartier des Skulls & Bones Clubs. Dort erfährt Georg von seinem Gastgeber Roy Adams, wer JFK wirklich umbrachte und auch den Grund dafür. Hier begegnet er seinem eigenen Schicksal – das jedes Drachentöters, wenn der Drache stärker ist.

_Mein Eindruck_

Das Schluss dieser 2. Staffel trifft den Hörer recht heftig und unerwartet, muss er doch von seinem geliebten Helden unerwartet Abschied nehmen. Es soll laut Absage noch eine weitere Episode mit dem Titel „Wir“ kommen. Aber warten wir’s mal ab, ob die noch so berauschend wird, wenn die bisherige Hauptfigur gerade abserviert wurde.

Es stimmt schon, was in der Einleitung gesagt wurde: Die Erklärung für die Morde an den drei Kennedys – wovon Nr. 2 und 3 gar nicht im Hörspiel erwähnt werden – erscheint nun im Rückblick recht plausibel. Die jahrhundertelange Animosität zwischen katholischen Iren und protestantischen Angelsachsen hat sich in der Neuen Welt fortgesetzt: Symbolisiert wurde sie zwischen dem Roten (Wales) und dem Weißen Drachen (England), wie in einer der Artus-Schriften von Merlin prophezeit. Dann taucht das Symbol des Drachentöters, des Hl. Georg, auf, als dessen Reinkarnation nun Georg Brand erscheint.

Aber die Sache mit den Farben haut letzten Endes nicht hin: Der Skull-&-Bones-Vertreter reklamiert nämlich die Farbe Rot für sich und die Republikaner, was aus diesen Herrschaften den Roten Drachen macht. Dabei waren es doch die gälischen Waliser, die den Roten Drachen in ihrem Wappen zum Nationalsymbol erhoben hatten. Und die waren anscheinend eng mit den Iren verbunden. Na ja, was soll’s. Es ist nur eine Spielerei mit Symbolen.

Wesentlich mehr Sinn ergibt, dass es JFK war, der mit seinem Präsidentendekret, der Executive Order 11.11.10, im Juni 1963 der Zentralbank den Garaus machen wollte. Doch diese bestand und besteht praktisch aus zwölf Privatbanken, die auf diese Weise die Lizenz zum Gelddrucken hatten. Zu gerne leihen sie der Regierung gegen anständige Zinsen Geld, etwa um Kriege zu führen oder die Steuern zu senken. Dass sie daran stets verdien(t)en, versteht sich von selbst. Proportional dazu wuchs und wächst ihr Einfluss auf die Politik. Selbstredend sind viele – ob es alle sind, wird nicht spezifiziert – dieser zwölf Bankhäuser mit dem Skulls & Bones Club verbunden. Wenn sie also dem US-Präsidenten George W. Bush Geld leihen, dann einem ihrer eigenen Mitglieder.

Diese Zusammenhänge, so interessant sie auch sein mögen, werden leider in langen Monologen vorgetragen, die keinerlei Spannung aufkommen lassen. Dies ist die ernsteste und in dramaturgischer Hinsicht langweiligste Episode der beiden Staffeln. Zeit, eine kreative Pause einzulegen.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Es ist schon lustig, wenn man in einem Serienhörspiel all jene Schauspieler sprechen hört, die man sonst mit bildschirmfüllenden Actionkrachern oder großartigen Romanzen in Verbindung bringt: Catherine Zeta-Jones, Ving Rhames, Johnny Depp und George Clooney. Das hebt die Handlung, die ansonsten leicht etwas trivial hätte wirken können, doch gleich eine Stufe höher, verleiht ihr den Glanz von Hollywood.

Besonders David Nathan als T-Rex hat mir gefallen, denn man hört immer einen leichten ironischen Zungenschlag bei ihm heraus. Etwas Humor hatte die Hörspielserie bislang nämlich dringend nötig. Paranoia ist ja schön und gut, aber sie ist schwer die ganze Zeit zu ertragen. Diese Episode ist durchgehend relativ ernst und Georg Brand hat wenig zu lachen, genau wie wir.

_Geräusche und Musik_

Alle Geräusche sind natürlich aus der Realität entnommen und verleihen der Handlung den Anstrich von Filmqualität. Aber sie kommen nie den Dialogen in die Quere, sondern sind in dieser Hinsicht zurückhaltend.

Die Musik fungiert meist als Pausenfüller: Fetzige Gitarren, für die Markus Wienstroer verantwortlich zeichnet, und schließlich etwas wie Elektro-Rock. Mir gefielen mehr die Gitarren. Zum Glück fehlt nun die Rapmusik, weil ich mit Rap nur wenig anfangen kann.

_Unterm Strich_

Was für ein stimmungsmäßiger Absturz gegenüber der vorhergehenden Episode „Stonehenge“! Geradezu eine kalte Dusche. Eine ermüdende Abfolge relativ langer Monologe breitet ein deprimierendes Panorama vom Imperium des Geheimbundes des Skulls & Bones vor uns aus. Nein, auch unser bisheriger Held T-Rex bekommt nicht den Hauch einer Chance und wird eiskalt abserviert. Die Firma dankt und erwartet Besserung.

Das mit 78 Minuten ungewöhnlich lange Hörspiel ist von |Lübbe| und |LPL records| natürlich gewohnt sorgfältig produziert worden und es gibt an der Technik nichts auszusetzen. Die Stimmen der Hollywoodschauspieler verleihen der ansonsten etwas trivialen Handlung etwas Glanz.

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