Die drei ??? – Die Rache des Untoten (Band 178)

Die Handlung:

Bob soll ein Vermögen erben! Nur hat er von seinem Wohltäter noch nie etwas gehört. Schnell stellt sich heraus, dass auch andere Menschen ein ähnliches Schreiben erhalten haben. Die drei ??? brechen gemeinsam mit ihnen zu einer Reise auf. Ihr Ziel: eine verlassene Hütte im „Tal der Klapperschlange“. Plötzlich verschwindet eine junge Frau und es wird klar: Jemand hat es auf die Reisegruppe abgesehen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Es klappert die Schlange am rauschenden Bach .. klipp, klapp … und wir sollten schleunigst mal recherchieren, ob das Ganze nicht zu einem Teenie-Slasher-B-Movie verkommt, wenn es eine verlassene Waldhütte gibt, Untote und eine junge Frau nicht mehr. Aber wenn ich den Klappentext so lese, erinnere ich mich an die vielen Werbeschreiben im Briefkasten … damals … die alle mit „Sie haben gewonnen!“ angefangen haben. Aber auch jetzt noch … die E-Mails der Nigeria-Mafia, die mich als Alleinerben von irgendeinem Gönner eingesetzt hat, von dem ich noch nie gehört habe … aber im Vorfeld soll ich erst mal Beabeitungsgebühr überweisen. Bob wird doch nicht etwa auf so eine Abzocke hereinfallen? Und wenn nein, warum eigentlich nicht?

Aber bevor wir uns im Wald ermorden lassen, gibts erstmal eines der beliebten Satzrätsel per Post. Justus weiß zwar, wer der darin erwähnte griechische Dichter ist, das bringt die Jungs und uns aber nicht weiter, denn die verfolgte Spur führt zu noch mehr kryptischen Worträtseln … da hat sich der Autor aber austoben wollen.

Eher bedächtig gehts auf der stundenlangen Bustour zu, die uns ins Klapperschlangental bringt. Hier lernen wir auch die „üblichen Verdächtigen“ kennen … die Mitreisenden der Jungs. Lass mich raten … einer der Mitreisenden ist in Wirklichkeit der Initiator dieser Tour? Dann wären wir allerdings wirklich in einem B-Movie, denn die Nummer gabs schon viel zu oft. Und im Wald werden sie auf der Vermisstensuche auch noch getrennt? Da verdreht man ja die Augen.

Aber wir wären hier nicht bei den Drei ???, wenn der erste Eindruck gleich der Richtige wäre und man schon am Anfang wüsste, worum es geht, wer der Täter ist und was er bezweckt. Bis der Leser das herausgefunden hat, erfährt er unter anderem noch was „Posthum“ bedeutet, dass es nicht „Vererber“, sondern „Erblasser“ heißt, keiner im ganzen Roman ein Smartfon zu besitzen scheint (was ich sehr unwahrscheinlich finde), welche Symptome bei Klapperschlangenbissen auftreten und was man in diesem Fall nicht tun sollte.

Das Abenteuer im Wald ist dann so gar nicht untot oder gar außerirdisch abgehoben, sondern extrem gut durchdacht und prima konzipiert. Auf die Auflösung kommt der Leser nicht von allein, da braucht er die Hilfe der Jungs und vor allem des Autors, der die Detektive am Ende noch mal alles schön sorgfältig aufdröseln lässt, was zur Hölle grad passiert ist und warum.

Der Autor:

Marco Sonnleitner war bereits in seiner Kindheit großer Fan der drei Detektive und ist seit dem Frühjahr 2003 im Autorenteam. Als Deutschlehrer an einem Gymnasium kennt er die Zielgruppe bestens. Gekonnt setzt er seine vielen Ideen in Texte mit starken, witzigen Dialogen um. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Mit einer offensichtlich fingierten Einladung zum Erbengemeinschaftstrip in den dunklen Wald fängts an … und dann wirds gemein, brutal und sogar blutig. Wer hier aber wirklich sein Unwesen treibt und vor allem warum, das ist weit ab von dem, was der Leser vermutet. Und auch wenn er meint, zwischendurch immer mal wieder etwas mehr zu wissen als die Jungs, so täuscht er sich meist. Denn der Autor hat immer noch mal eine Drehung und eine weitere Wendung im Gepäck, sodass die Lösung dieses Falles ebenso clever ist wie der spannende Weg dahin.

Laminierter Pappband: 144 Seiten
ISBN-13: 978-3440141205

www.kosmos.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (5 Stimmen, Durchschnitt: 4,60 von 5)

Über 180 weitere Rezensionen zu den DREI FRAGEZEICHEN findet ihr in unserer Datenbank!