Die drei !!! – Eisprinzessin in Not (Hörspiel-Adventskalender)

Die Handlung:

Alle Jahre wieder ermitteln Kim, Franzi und Marie in einem neuen Adventsfall! Doch dieses Mal ist ihr detektivischer Spürsinn gleich doppelt gefragt: Es gibt zwei Fälle zu lösen! Ein Unbekannter lässt seinen Feiertagsfrust an der Weihnachtsdekoration in der Innenstadt aus. Zerstückelte Tannenbäume, zerstörter Schaufensterschmuck, die Ladenbesitzer sind ratlos. Zeitgleicht findet ein Casting für eine Eis-Show statt und Kim, Franzi und Marie sind natürlich mit von der Partie. Doch auch hier geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Werden die drei !!! trotz Castingstress die beiden Fälle bis Weihnachten lösen können? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Verlag setzt die Tradition der „Die drei …“-Hörspieladventskalender zur Freude der Fans auch in diesem Jahr fort. Die Leseratten unter ihnen konnten dieses Abenteuer übrigens schon Anfang September erleben. Waren im letzten Jahr noch die „Engel in Gefahr“ ist diesmal die „Eisprinzessin in Not“. Wer das ist und wie sie da am schnellsten wieder rauskommt, das erzählen uns die Autorinnen in 24 drei bis sieben Minuten langen Kapiteln, die der geduldige Fan in täglichen Häppchen bis Heiligabend hören kann … oder aber in einem Rutsch, wie es sicher die meisten tun. Oder aber … beides. Erst alles auf einmal und dann noch mal einzeln, um festzustellen, ob man nicht irgendwo etwas Neues zu hören findet, das beim ersten Durchgang durch die Ohren geflogen ist. Nicht auf die Ohren, aber auf die Nerven könnte dabei dem einen oder der anderen dabei der klassische Ausrufenzeichen-Adventskalender-Jingle gehen, der am Ende jedes Tracks zu hören ist.

Außerdem gilts ja diesmal gleich zwei Fälle zu lösen, was allerdings die Frage aufwirft: Reichten die Ideen nicht aus, um eine einzelne Idee spannend genug auf 24 Teile aufzuteilen? Und warum nur zwei, warum dann nicht gleich 24 wie die männlichen Kollegen das auch ab uns zu schon erlebt haben in den vergangenen Jahren? Fragen, die wir uns in aller Ausführlichkeit beantworten lassen können. Zwei Stunden Zeit dafür haben wir ja.

Und die beginnen gleich mit einer herben Enttäuschung für eines der Mädchen, wenn ihr Date krankheitsbedingt absagt. Doof zwar, aber so hat Marie mehr Zeit für die beiden Fälle, die es hier zu hören geben wird und für Kim, bei der sie drei Wochen Weihnachtsurlaub macht. Das könnte auf der einen Seite spannend für die Hörer und auf der anderen Seite herrlich entspannend für die Mädels werden … der letztere Teil.

Nebenbei lernen wir so gar etwas, das nichts mit Styling und Klamotten zu tun hat. Wer Julius Cäsar war und dass er eine Schriftverschlüsselung erfunden hat, die Marie für meinen Geschmack etwas zu lang und ausführlich erklärt. Ob wir dieses Wissen jetzt unbedingt für unsere beiden Fälle brauchen, bleibt abzuwarten. Was man gegen Lampenfieber tun kann, das allerdings kann bestimmt auch außerhalb des Hörspiels mal hilfreich sein.

Und auch wenn die Liebe manchmal kompliziert zu sein scheint, wenn sie zuschlägt, dann ist eigentlich alles ganz einfach. Und dass die Mädels gern flirten, wissen wir ja schon, wer diesmal dran ist, das wussten wir noch nicht. Maries Holger liegt flach, da flirtet sie halt mit einem süßen Tee-Verkäufer … und Kim übrigens auch … äh, und Franzi. Moment mal, was ist denn jetzt los? Hörfans, die auch mal über den Tellerrand hören, kennen die Stimme des Love-Interests sogar … „Dick“ von den FÜNF FREUNDEN verdreht hier den Mädels den Kopf … allen dreien sogar … gleichzeitig. Das kann nicht gutgehen!

Dann nehmen die Mädels erst mal die Ermittlungen im Fall der zerstückelten Weihnachtsdeko auf und treffen auf zwei böse Jungs, die ziemlich unglaubwürdig gezeichnet sind. Auf der einen Seite spielen sie die Bad Boys, auf der anderen Seite rechtfertigen und erklären sie sich den Jungdetektivinnen gegenüber, das passt nicht zusammen.

Ziemlich unnötig fand ich auch den ziemlich langen und mächtig erhobenen Zeigefinger der Autorinnen, wenn sie eine Spendensammlerin darüber herziehen lassen, dass die Leute vor Weihnachten Geld für (ihrer Meinung nach überteuerte und unnötige) Geschenke ausgeben, anstatt es zu spenden. Aber auch die fügt sich in ihrer Art noch ins Gesamtbild ein … clever gemacht und ließ mein Gemecker über die Autorinnen doch glatt wieder verpuffen.

Und dann war da ja noch der Fall mit dem Casting, bei dem auch nicht alles sauber zu (eis-)laufen scheint. Zusätzlich sorgt das auch noch für eisige Stimmung unter den Mädels.

Zum Zeitpunkt des CD-Wechsels gibts unterm Strich nur vorschnelle Verdächtigungen aufgrund Indizienlage und Sympathiepunkten und der Fall bei der Schlittschuh-Show ist irgendwie auch nicht richtig fesselnd. Dass der Ausrufezeichen-Titel-Song dann auch die zweite Halbzeit einläutet, lässt vermuten, dass hier schon angefangen wird, Zeit zu schinden. Zum Glück für den Hörer ist das nicht so, im Gegenteil. Denn mit dem ganzen Vorwissen können wir so Wendungen erleben, die es sonst nicht gegeben hätte oder hätte geben können, weil sie die Hörer überfordert hätten.

Allerdings war der Loverboy-Player-Pino-Seitenhandlungsstrang zwar lustig, aber nicht wirklich zielführend und entpuppte sich dann aber auch wirklich als Zeitschinder und Running Gag. Aber, den hab ich dann gern mitgenommen, weil so die Restzeit der CD wenigstens gut gefüllt und der Abschlusslacher garantiert war.

Die vielen Alltagssituationen, die die Serie und die Charaktere so authentisch und für viele Hörerinnen super nachvollziehbar machen, dürfen natürlich auch hier nicht fehlen. Und auch von denen gibts, so liebevoll sie eingebaut sind, mehr und häufiger als sonst zu hören.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Marie Grevenbroich – Merete Brettschneider
Franziska Winkler – Sonja Stein
Kim Jülich – Mia Diekow
Lina – Liza Ohm
Vater Grevenbroich – Achim Buch
Holger – Janek Schächter
Ben – Daniel Kirchberger
Lukas – Jonas Herrmann
Mutter Jülich – Kerstin Draeger
Kommissar Peters – Clemens Gerhard
Anna – Eva Michaelis
Joelle – Nadine Schreier
Leander – Martin Brücker
Miro Karoff – Kai Hendrik Mölller
Paula – Florentine Draeger
Pino – Jannik Endemann
Kevin – Timo Kingel
Nick – Alexander Grimm
Ältere Frau – Ursula Pages
Caré-Besitzerin – Gabi Libbach
Verkäuferin – Maritta Fliege
Weihnachtsbaumverkäufer – Thomas Karallus

Trackliste:

1. Adventsdate mit Hindernissen
2 Ein Koffer und andere Katastrophen
3 Wer macht denn sowas?!
4 Casting und Teetrinken
5 Tatort Rosenstraße
6 Pöbelalarm
7 Die zehnte Eis-Fee
8 Wenn Träume zerplatzen
9 Spiel mit dem Feuer
10 Annas fieser Plan
11 Ein Date für drei
12 Held des Tages
13 Lügen und Geheimnisse
14 Ein verräterischer Haarreif
15 Fast verschüttet
16 Duell der Eisprinzessinnen
17 Drei Racheengel für Pino
18 Vorsicht, verrückter Fan
19 Wer liebt nun wen?
20 Wer zu spät kommt…
21 In der Kälte der Nacht
22 In die falsche Richtung
23 Marie sieht doppelt
24 Finale mit Rosen

Technik-Credits:

Erzählt von Maja von Vogel & Henriette Wich
Hörspiel-Manuskript: Peter Nissen & Hartmut Cyriacks
Regie: Thomas Karallus
Sounddesign & Mischung: Christoph Guder
Ton: Marcus Giersch
Geräuschemacher: Andreas Lück

Aufnahmen: Fährhauston, Hamburg – www.faehrhauston.de
Titelsong:
Musik & Text: Michael Berg / Roman Rossbach
Gesang: Mia, Sonja & Merete
Chor: Michi, Roman & Corinna
Musik: Mount-Music – Michael Berg / Roman Rossbach / Axel Mackenrott
Richtige Songs: Beautiful / Honey / Don’t / Magic / Met A Dog
performed by The Roman Michaels

Die Ausstattung:

Die mit Titelbild und Trackliste bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält Kurzzusammenfassungen jedes der 24 Tracks. Dazu kommen noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und die Technik-Credits für diese Folge.

Für die Aufstellung der Sprecher hat sich der Verlag für einen extrem kleinen, schnörkelig geschwungenen, bunten Zeichensatz entschieden, der das Lesen nicht nur aufgrund seiner Größe erschwert. Es ist auch nicht leicht zu erkennen, ob nun ein „n“ oder ein „r“ gemeint ist. Eine schöne Girly-Idee, leider nicht benutzerInnenfreundlich zu Ende gedacht. Die Technik-Credits hingegen sind wieder im Standard-Drucksatz gehalten und besser zu lesen, wenngleich in einem ziemlich kleinen Schriftgrad gedruckt.

Mein Fazit:

Wer hätte gedacht, die Autorinnen es tatsächlich schaffen, alle Nebensächlichkeiten und scheinbaren Streckungen der Handlungsfäden und vor allem auch die ganzen Charaktere unter einen Hut zu bekommen? Ich hatte bis über die Hälfte der Spielzeit wirklich meine Zweifel.

Und so entsteht ein kurzweiliges Gesamtwerk mit vorschnellen Verdächtigungen, die zum Glück nur vorschnell sind. Bei Fall 1 bin ich wirklich überrascht worden. Bei Fall 2 hingegen war irgendwann mal klar, wer hier welches Spiel spielt und wieso das klappt … die Mädels hingegen haben offenbar einen laaaangen Kombinationsaussetzer und müssen erst mit der Nase drauf geschubst werden, damit auch sie die Hintergründe nachvollziehen können.

Kombiniert mit viel typischem „Mädchenkram“ … im positivsten Sinne gemeint … den alle Hörerinnen aus dem eigenen Umfeld und von den eigenen Freundinnen kennen, kann man sich hier zwei Stunden lang weihnachtlich spannend unterhalten lassen, ein bisschen Flirten, Rumzicken, Schlittschuh laufen, kichernd Heißgetränke schlürfen und auch noch zwei Fälle lösen … oder eigentlich sogar drei. Ho, ho, ho!

2 Audio-CDs
CD1: 12 Tracks – 59:05 Min. Spieldauer
CD2: 12 Tracks – 58:37 Min. Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 9 Jahren
EAN: 888430990722

www.natuerlichvoneuropa.de

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