Die drei ??? Kids und du – Zirkus der Rätsel (Band 17)

Der Verlag sagt:

Interaktiver Krimispaß: 1.000 Spuren und der Leser hat die Wahl.

Justus, Peter und Bob brauchen deine Hilfe: Ein Fall und 1.000 Spuren – welche davon ist wichtig, welche führt in die Irre? Du entscheidest!

Ein neuer Fall für Die drei ??? Kids: Das knifflige Rätsel um den Wanderzirkus können die Kultdetektive nur mit Hilfe ihrer Leser lösen. An jedem wichtigen Wendepunkt entscheiden sie, wie und wo es weitergeht.

Ein neuer aufregender Fall für die drei ??? Kids – natürlich mit deiner Hilfe. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dies ist kein normales „Drei ???“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 1980ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

Und wer die Jungs schon immer mal aktiv bei der Lösung eines Falles unterstützen wollte, der hat hier … in eingeschränkt vorgegebenem Rahmen … die Chance dazu. Ob es hier allerdings „1000 Spuren“ gibt, denen man nachgehen kann, wie es das Cover verspricht oder „tausend Rätsel“, wie es im Klappentext steht, darf man getrost bezweifeln. Von dem Personenregister, das es vor den normalen ???-Kids-Abenteuergeschichten nicht gibt, sollte man sich nicht einschüchtern oder verängstigen lassen. Die Namen muss man nicht auswendig lernen, um hier zu bestehen. Das sollte man eher als nützlichen Anlaufpunkt sehen, zu dem man immer wieder zurückkehren kann … als einzige Konstante in diesem Fall sozusagen, denn schließlich wird dieser Mitmach-Fall nicht von vorn nach hinten durchgelesen.

Die Leser werden vielmehr, je nachdem für welchen der vorgegebenen Vorschläge des Autors sie sich nach einem kurzen Krimihäppchen entschieden haben, wild blätternd im Buch hin und hergeschickt … das wäre dann der interaktive Teil, von dem die Verlagswerbung spricht. Entscheidet man sich nicht so, wie der Autor es gern gehabt hätte oder wie er es für unlogisch erachtet … oder einfach nur unglücklich vorschnell … dann gehts zurück zu der Szene, von der aus man in die Sackgasse gestartet war. Also heißt es beim Lesen „Aufpassen und überlegen! Und nicht einfach zu schnell über die Zeilen rasen.“ Zum einen würde der Leser zu viel verpassen, was wichtig wäre und zum anderen sich selbst um den Spaß bringen, den so ein verzweigter Mithilfekrimi mit sich bringt. Denn so ein Buch liest man in der Regel mehrmals … schließlich möchte der echte Fan doch auch wissen, was ihn erwartet hätte, wenn er sich für einen anderen Weg entschieden hätte.

Hätte, hätte, Fahrradkette … was ist denn nun mit dem Fall? Worum gehts und wie kommen die Jungs überhaupt zum Zirkus? Gar nicht! Der Zirkus kommt zu ihnen … direkt auf den Schrottplatz von Onkel Titus. In Form eines Wohnwagens … den der Zirkusdirektor auf dem Gelände parkt. Auch eine Idee … wenns mal schlecht läuft mit den „Wertstoffen“, könnte man ja aus dem Gebrauchtwarencenter einen Campingplatz machen. Aber bitte nur Gäste, die Fälle mitbringen …

Bevor ich mit den Jungs allerdings im Zirkuszelt ermitteln konnte, geriet ich auch schon an einer Abzweigung in eine Autoren-Sackgasse … nur weil ich den Jungs etwas Gutes tun wollte. Nicht nur das … ich wurde auch komplett zum Anfang zurückgeschickt und nicht zu der Abzweigung von der ich gekommen war. Das ist nicht nett und trübte direkt den Spaß! Zumal kurze Lesezeit später bereits wieder eine Möglichkeit angeboten wird, den Jungs eine Leckerei zukommen zu lassen, was den Leser in exakt die gleiche Sackgasse bringt … falls er sich nicht rechtzeitig fragt, woher er die angebotene Seitenzahl kennt …

Ist man aber endlich mal auf der richtigen Fährte … oder zumindest auf der, die der Autor wünscht … dann gibts mehrere Ungereimtheiten auf dem Zirkusgelände und ein Sammelsurium von Fällen, die das Ganze wirklich zu einem „Zirkus der Rätsel“ machen. Von Sabotage bis Diebstahl wird einiges geboten und wir machen uns zusammen mit den Jungs auf, den oder die Übeltäter zu finden und das oder die Motive zu hinterfragen.

Sackgassen gibts übrigens hier gefühlt mehr als echte Spuren und so passierte es mir ziemlich oft, dass ich wieder zurückblättern musste, um eine andere Route zu nehmen. Dennoch kommt dabei weniger Frust auf, als man vermuten könnte, auch wenn hier und da der „richtige“ Weg nicht der ist, den der Leser gern gehen würde oder der ihm logisch erscheint. Zwischendurch gibts auch noch Wortwitze und die Jungs machen sich lächerlich … vorsätzlich.

Die Autoren:

Boris Pfeiffer wurde 1964 in Berlin geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er machte Abitur, wurde Buchhändler und Taxifahrer, studierte Sprachwissenschaften und Landschaftsplanung an der TU-Berlin und Drehbuch an der Berliner Filmhochschule. Anschließend arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an verschiedenen Theatern. 1994 wurde sein erstes Theaterstück für Kinder am Berliner GRIPS Theater uraufgeführt. 2003 erschien sein erstes Kinderbuch: ‚Kira und Buttermilch‘. Inzwischen hat er über …

Ulf Blanck leitet eine Werbeagentur und ist als Autor und Radiomoderator für verschiedene Rundfunksender tätig. Er hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und gehört seit Start der Reihe „Die drei ??? Kids“ zum Autorenteam. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Viele Sackgassen lauern auf den Leser, der sich nicht in die vom Autor gewünschte Richtung bewegt und die „falsche“ Entscheidung trifft. Man darf hier weder vorschnell handeln noch den Jungs etwas Leckeres gönnen … schon heißt es wieder „Und so endet der Fall …“ und der Leser muss zurückblättern.

Da dies in diesem Abenteuer recht häufig passiert, dauert es etwas, bis wir zusammen mit den Jungs die Rätsel lösen können, die uns hier rund um den Zirkus geboten werden. Selbst die beliebten Satzrätsel sind mit dabei und am Ende treffen wir jemanden wieder, den die Hörspielfreunde unter den FRAGEZEICHEN-Fans schon länger kennen.

Laminierter Pappband: 144 Seiten
Mit Illustrationen von Kim Schmidt
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
ISBN-13: 978-3440145852

www.kosmos.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)

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