EXIT – Das Spiel – Die drei ??? – Das Haus der Rätsel

Der Verlag sagt:

Die drei ??? haben zum Detektivtreffen ins „Haus der Rätsel“ eingeladen. Doch die Gäste finden das Haus verlassen vor. Plötzlich hören sie Schreie und bemerken, dass der Eingang hinter ihnen verschlossen ist. Was ist los? Wo sind Justus, Peter und Bob? Gelingt es den Spielern den Fall zu lösen und den Ausgang zu finden?

Bei „EXIT – Das Spiel“ entdecken die Spieler mit etwas Kombinationsgabe, Teamgeist und Kreativität nach und nach immer mehr Gegenstände, knacken Codes, lösen Rätsel und kommen der Freiheit Stück für Stück näher. Dabei müssen auch ungewöhnliche Wege beschritten werden. So darf das Material geknickt, beschriftet oder zerrissen werden. Ist das Geheimnis einmal gelüftet, kann das Event-Spiel kein zweites Mal gespielt werden. Das macht den Spieleabend zu einem besonderen Highlight. Live-Escape-Feeling im Einsteiger-Level.

ACHTUNG! Für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet. Erstickungsgefahr, da kleine Teile verschluckt oder eingeatmet werden können. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nachdem die drei ??? bereits im Band 189, „… und die Kammer der Rätsel“ aus mehreren „Escape Rooms“ entkommen mussten, erfreut sich das Spielschema laut Verlag immer noch großer Beliebtheit.

Mit dem Unterschied, dass man bei „Real Life Escape Rooms“ die Räume nicht so zerstören darf, dass nach einem höchstens noch die Sintflut kommen kann … ist bei der Zuhause-Version das Wegwerfprinzip angesagt. Aufmachen und kaputtspielen, so wie früher … wobei das früher zumindest von den schenkenden Eltern her nicht so geplant war.

Ists also eine clevere Marketingidee, wenn man ein EXIT-Spiel nicht zweimal spielen kann, weil der Verlag im Zweifel des Gefallens mehr verdienen kann als durch einen einmaligen Kauf? Oder ist diese Art zu spielen den Preis eines nach der Benutzung zu entsorgenden Einkaufs wert? Lässt sich die Grundidee auf keinen Fall wiederverwertbar verwirklichen? Weiterverschenken oder noch mal entspannter mit anderen Freunden spielen ist also nicht. Steht auch auf dem Karton noch mal extra hervorgehoben drauf!

Folie ab, Karton auf, los gehts!

…. von wegen. Losspielen is‘ noch nich … Menno. Erst mal müssen wir das Booklet durchlesen, in dem steht, was im Karton steckt und was wir zusätzlich noch bereitstellen müssen. Bleistift, Papier, Schere … so was alles. Und ganz wichtig ist offenbar, dass wir uns extremen Druck beim Rätseln machen, denn in der Erklär-App zum Spiel gibts einen Timer, den wir starten können. Alternativ tuts aber auch jede handelsübliche Uhr.

Denn auf der Rückseite des Booklets, das uns neben der Spielvorbereitung auch das Szenario schildert, in dem feststecken, ist eine Urkunde abgedruckt, in die wir unseren Namen eintragen können … so wirs denn aus dem Haus auch rausgeschafft haben. Und wieder sehen wir den Timer-Druck, denn im Feld für die Spieldauer gibts sogar einen Eintrag für Sekunden. Gibts irgendwo eine Rangliste im Internet? Man weiß es nich und kanns im Nachspielhinein eh nicht beweisen, so man seine einmalige Partie nicht videotechnisch dokumentiert hat … und selbst da weiß keiner, ob der Spielende das Spiel nicht schon zum dritten Mal zerspielt.

Spielvorbereitung

Schere, Papier, Bleistift, Filzstift? Check!
Dekodierscheibe, Holzkugel, Papplupe und „kaputte“ Visitenkarte … aka „Seltsame Teile“? Check!
Ein dicker Stapel mit Spielkarten … die wir zwar sortieren müssen, aber nicht genau angucken dürfen. Wie genau das geht? Einfach nicht umdrehen, das reicht.
Meine Güte riechen die nach Chemie, das ist ja schlimm. Ich hatte direkt Halsschmerzen davon.

Nachdem der Spieltisch nun voller Kartenstapel und Zusatzmaterial ist, kanns nun endlich losgehen mit dem Escapen, richtig?

Los gehts (die Zweite)

Richtig! Nach sieben Seiten Erklärung und Einführung dürfen wir nun endlich das Booklet zur Seite legen und das Spielheftchen aufschlagen, das uns den ersten Raum beschreibt und das erste Rätsel anbietet. Weiterblättern is‘ aber erst, wenn wir das Rätsel gelöst und den Woohoo-ich-darf-hier-raus-Code gefunden haben! Ehrensache und so.

Passend dazu gibts eine Rätselkarte, auf der weitere Infos … oder das, was die Autoren dafür halten … angeboten werden, damit wir auf den dreistelligen Zahlencode kommen, der an der mitgelieferten Dekodierscheibe einzustellen ist. Dann bekommen wir in einem Sichtfeld eine Zahl angezeigt, deren zugehörige LÖSUNGSKARTE wir dann ziehen … sie umdrehen … und hoffen, dass unsere Lösung die Richtige war.

Wenn dem so ist, gehts weiter in den nächsten Raum mit der oder den nächsten Rätselkarten, die wir nun ziehen dürfen. Welche das sind, steht immer auf der aktuellen Lösungskarte drauf.

Für jedes Rätsel gibts jeweils 2 Tippkarten (einfacher Schubser und deutlicher Schubser in Richtung Auflösung) und eine Lösungskarte … falls man mal komplett vernagelt ist und einfach nicht auf die Lösung und den Code kommt.

Auch wenn das Spiel ab 10 ist und die niedrigste Schwierigkeitsstufe bietet, habe ich die Lösungskarte nicht nur einmal benutzen müssen … ich gebs zu. Zum einen, weil ich seeeeeeeeeehr ungeduldig bin und zum anderen kam ich auch wirklich nicht immer auf die Lösung … oder einfach nur nicht schnell genug (für meinen Geschmack).

Außerdem gehöre ich zu der Sorte Mensch, die extrem diskussionsfreudig ist, wenn sich ihnen eine Lösung nicht sofort und vollinhaltlich erschließt. Gepaart mit einer Logikschwäche ist das nicht gerade die beste Voraussetzung, aber die Autoren hatten für jede meiner Fragen eine auch für mich nachvollziehbare Antwort parat, die mich verstummen ließ.

Und was sind das jetzt für Rätsel?

Ohne zu spoilern kommt man mit Logik und ein wenig um die Ecke denken hier immer zum Ziel. Wenn man sich die Doppelseite mit den Rätselbildern und die zugehörige Rätselkarte genau ansieht … dann wurde sogar mir irgendwann klar, wie zur Hölle ich da am Ende auf drei Ziffern kommen soll … und wie ich im Idealfall auch noch zu den richtigen gelange.

Die Rätsel sind schon hier und da mit etwas Nachdruck in Richtung DREI ??? verschoben worden, was aber nicht künstlich wirkt, sondern eher einfallsreich und kreativ.

Der Inhalt:

1 Decodier-Scheibe
87 Karten
3 seltsame Teile
1 Buch
1 Spielanleitung

optional kann man sich noch eine „Erklär-App“ mit einem „atmosphärischen Soundtrack“ aus dem AppStore seines Vertrauens herunterladen, die nebenbei ablaufen kann.

Die Autoren

Inka und Markus Brand leben mit ihren Kindern in Gummersbach. Beide haben schon seit ihrer Kindheit immer sehr gerne gespielt. Mittlerweile haben sie zahlreiche Kinder- und Familienspiele veröffentlicht. Von „Monster-Falle“, mit dem sie beim Deutschen Kinderspielepreis gewonnen haben bis zum Kennerspiel des Jahres ist alles dabei.(Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Ein Spiel, das auch allein gespielt nicht einsam macht, sondern richtig gut unterhalten kann. Jeder noch so diskussionsfreudige Spieler bekommt von den Autoren die passende Antwort und jeder noch so Logikresistente Tipps als Schubser an die Hand gegeben.

Wir suchen die drei Jungdetektive aus Rocky Beach und arbeiten uns Raum für weiter voran durchs Haus der Rätsel. Wer sich den zusätzlichen Druck durch eine laufende Stoppuhr noch geben möchte, kann den Stress beim Spiel ein wenig erhöhen … vielleicht auch um extrem langsam denkenden Mitspielern ein wenig in den virtuellen Hintern zu treten.

Wer extrem gut in räumlichem Denken ist, der muss hier nix zerschneiden und kann das Spiel nach dem eigenen Durchlauf noch weiterverschenken. Bei einem der Rätsel wirds aber extrem knifflig … da müsste man das Rätsel schon kopieren und dann zerstückeln, um auf die Lösung zu kommen … sonst ists wirklich hart.

Als Zwischendurchgeschenk, als Mitbringsel für den nächsten Spieleabend oder einfach für sich selbst … hier haben wirklich 1-4 Spieler über eine Stunde Spaß und eine gute Rätselzeit.

Hut ab vor den kreativen Einfällen und tollen Rätselideen der beiden Autoren. Vorwissen in Sachen DREI ??? ist übrigens nicht Voraussetzung fürs Spielen, es macht dann nur noch ein wenig mehr Spaß.

Gesellschaftsspiel für 1-4 Spieler ab 10 Jahren
Ausgedacht von Inka und Markus Brand
Spieldauer: 45-90 Minuten
Level: Einsteiger
Maße: 13x18x4 cm
Besprochene Auflage: 1 (Oktober 2017)
EAN: 4002051694043

www.kosmos.de

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