Feist, Raymond – Lehrling des Magiers, Der (Die Midkemia-Saga 1)

Mit diesem Buch eröffnete Feist seinen Zyklus um die Fantasy-Welt Midkemia und schuf sogleich einen Klassiker: ein umfassendes Universum verschiedener Welten.

Allerdings macht sich hier der Einfluss von Tolkien noch sehr stark bemerkbar: Es gibt unterschiedliche Elbenvölker, desweiteren Drachen, Kobolde, Zwerge und natürlich Zauberer und Recken. Immerhin sind die Frauenfiguren weitaus lebensechter und realitätsnaher gezeichnet als beim alten Meister (sogar die Elfenkönigin!).

_Der Autor_

Raymond Feist, geboren 1945 in Los Angeles, studierte an der Universität San Diego und war Fotograf und Spielerfinder, ehe er mit dem Schreiben begann. Fast alle seine Romane spielen auf der erfundenen Welt Midkemia, die zu Anfang ein regelrechter Mittlerde-Klon war, mit Elfen und Zwergen, die sich dann aber rasch weiterentwickelte und auch gewisse Science-Fiction-Elemente enthält. Dazu gehört der „Spalt“, den ich immer als Dimensionstor aufgefasst habe, und der das „magische“ Tor zur Welt Kelewan bildet – in beide Richtungen. Die Midkemia-Romane sowie die Krondor-Saga wurden auch zu Rollenspielen verarbeitet; sie dürften mehr als zwei Dutzend Bände umfassen, speziell in den gesplitteten deutschen Ausgaben bei Goldmann/Blanvalet.

_Handlung_

Pug ist ein Waisenkind und hat kaum Chancen im Leben. Sein einziger Freund ist der Halbelf Tomas. Da nimmt ihn der Magier Kulgan in die Lehre, und es zeigt sich, dass Pug – er rettet damit Carline, der Tochter des Herzogs, das Leben – über eine neuartige Methode verfügt, Magie anzuwenden. Pug ist ein Held, Tomas hingegen lediglich ein unscheinbarer Schwertkämpfer – vorerst.

Beide können zeigen, was in ihnen steckt, als Soldaten von einer anderen Welt in den Westen des Königreichs einfallen. Die Armeen überfallen alles in der Nähe der Berge, deren Minen sie ausbeuten wollen. Pug, nunmehr in den herzoglichen Hofstaat aufgenommen, reist mit Kulgan und Herzog Borric über die Berge nach Osten, um den jungen König Rodric von der Gefahr zu unterrichten. Leider fallen den Angriffen von Dunkelelben viele Begleiter zum Opfer, und Tomas verschwindet in den Minen.

Herog Borric wird zum Befehlshaber der Armeen des Westens ernannt, und auch Pug kann nicht zurück in die Heimat reisen, um Borrics Tochter Carline seine Liebe zu beweisen. Der verschollene Tomas findet in der Höhle eines sterbenden Drachen eine wundersame Rüstung und ein erstklassiges Schwert: Die Rüstung wird nie schmutzig und das Schwert nie schartig. Nachdem er gehört hat, dass Pug bei einem Angriff auf die Eroberer gefangen genommen wurde, kämpft Tomas noch härter gegen die Tsurani. Mit knapper Not entkommen er und seine Zwergenfreunde zu den guten Elben und zu Königin Aglaranna.

Der Rest des Buches ist ausgefüllt mit dem Kampf um die Burg von Herzog Borric, Crydee. Hier beweist sich Prinz Arutha als genialer Soldatenführer. Die Tsurani ziehen sich geschlagen zurück.

_Kurzes Fazit_

„Der Lehrling des Magiers“ ist also nur die erste Hälfte der Geschichten um Pug und Tomas. Die Fortsetzung heißt „Der verwaiste Thron“. Dies ist bunte Fantasy der unterhaltsamsten Art und lässt sich jedem jung gebliebenen Fantasy-Anhänger guten Gewissens empfehlen. Wer jedoch etwas anderes als Tolkien-Imitatoren mag, der suche woanders.

|Originaltitel: Magician: Apprentice, 1982
Aus dem US-Englischen übertragen von Dagmar Hartmann|