TKKG – Das unheimliche Dorf (Folge 213 – Hörspiel zur Tour)

Die Handlung:

Sommer, Sonne, Ferien! Tim, Karl, Gaby und Klößchen sind schon eine Woche mit dem Fahrrad unterwegs und nur noch eine Nacht von der Millionenstadt entfernt, als sie an einem kleinen See dem bewusstlos im Wasser treibenden Arne Aalreiter das Leben retten. Ein Badeunfall?
TKKG sehen sich im angrenzenden Dorf um und stellen fest, dass alle verbliebenen Einwohner ein Motiv für ein Verbrechen gegen Arne Aalreiter haben. Ein dubioser Fall in einem fast ausgestorbenen Dorf, über das man sich unheimliche Geschichten erzählt. Wer wollte Arne Aalreiter im See ertränken? Warum hört man um Mitternacht die Kirchturmglocke schlagen, wo die Dorfkirche doch schon vor vielen Jahren abgebrannt ist? Kommt das Scharren der Pferde im verlassenen Gutshof wirklich von des Teufels Pferdefuß? Und wer steuert eigentlich diese Drohne, die ständig surrend über TKKG kreist? Ein klarer Fall für: TKKG (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nachdem es bei den drei Drei ??? ja nun schon mehrfach und seit langer Zeit besuchertechnisch bei den verschiedenen Live-Tours gut lief und aktuell auch grad mal wieder läuft, traut man sich nun auch mit TKKG auf die Bühne und vor die Fans.

Wie die Sprecher hinter den Rollen aussehen, wissen eh alle und bei den Drei ??? wird das auch eher gefeiert als als Illusionszerstörung aufgenommen.

Die einzige Sorge, die der Fan haben könnte, ist … dass es sich bei diesem Fall-außer-der-Reihe-in-der-Reihe wieder um so ein Brutalo-Abenteuer handelt, in dem Tim wie ein hirnloser Depp agiert und die Bösewichte auch vor Mord und schwerer Körperverletzung nicht zurückschrecken. Sprich, das, was wir seit der Spaltung in TKKG und TKKG JUNIOR auf der TKKG-Seite des Spaßes erleben müssen/dürfen.

Dies ist übrigens eine Studioproduktion und kein Live-Mitschnitt der Bühnenfassung, was sicher der eine oder andere Fan erwartet hat … ich eigentlich auch. Aber ganz so sicher scheint man sich beim Label dann doch nicht zu sein und setzt auf Nummer sicher.

Der Fall:

Die TKKG-Radeltour-Idylle wird schnell getrübt, als sie den im Klappentext erwähnten Arne Aalreiter aus dem See ziehen. So lustig wie der Name des Menschen ist, so unlustig gehts dann auch weiter. Direkt im Anschluss taucht eine ältere Dame auf, orakelt vom Teufel und davon dass eh irgendwie alle sterben werden und verdammt sind und so. TKKG können der Frau genauso wenig folgen wie der Hörer.

Ein perfektes Abenteuer für TKKG also … nicht. Meine Augen taten schon nach wenigen Minuten vom Verdrehen weh. Wird der Autor eigentlich vom Label gezwungen, so was zu schreiben? Auch diese Prämisse passt so gar nicht ins TKKG-Universum.

Wir sind also alle verdammt und werden alle sterben, wenn wir nicht schnell abhauen? Hab ich das richtig so zusammengefasst? Hab ich. TKKG bleiben aber und wollen herausfinden, ob der Badeunfall einer war … oder ob sie vielleicht den einen oder anderen Dämon austreiben können … oder so.

Irgendwie scheinen sie damit aber allein zu sein, denn der Dorf-Sheriff des Dorfes mit den vier Einwohnern macht nicht den Eindruck, als er hätte er ein erweitertes Interesse an irgendeiner Aufklärung. Die orakelnde Dame noch mal zu Wort kommen zu lassen, würde mit Sicherheit auch nur weitere düstere Prophezeiungen bringen. Bleiben nicht mehr viele, die man befragen könnte, oder?

Was geschah vor fünf Jahren in dem Dorf? Welches Motiv für einen Anschlag ist an den Haaren herbeigezogen konstruierter als das nächste? Gabs überhaupt einen? Schmilzt Schokolade schneller in der Sonne, als Klößchen sie essen könnte? Und wer fliegt eigentlich diese Drohne, die dem Hörer hier ständig einen Tinitus beschert, weil es ständig am Sirren ist?

Die letzte Frage können TKKG uns recht zügig beantworten … und schon wieder wird der Stapel mit konstruierten Besonderheiten höher und höher. Denn auch der Drohnenpilot hat seine eigene Story beizutragen und beschuldigt und gruselt wie die anderen vor ihm auch schon.

Irgendwann muss der Hörer sich Notizen machen. Es gibt zwar nur wenige Leute in dem Dorf, aber verdächtig ist jeder … wessen er oder sie verdächtig ist, weicht individuell auch noch voneinander ab. Und wer hier eigentlich mit wem oder gegen wen zugange ist, das ist auch so ’ne Sache.

Abstrus schon, TKKG-untypisch lebensbedrohlich wie gewohnt, völlig überzogen, aber nicht unspannend …

Aber, wie man jemandem etwas mit einem Judo-TRITT aus der Hand SCHLAGEN kann, das hätte ich gern mal erklärt bekommen … Hand und Fuß hat hier so einiges nicht.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Tobias Diakow
Klößchen (Willi) – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Arne Aalreiter – Peter Kaempfe
Eduard Mölllen – Michael Lott
Greta Wessel – Luise Lunow
Mert Schmitz – J+ügen Uter
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

01. Ertrinken
02. Unheimliche Dinge in Hundsheim
03. Unheil hängt über dem Dorf
04. Arthur
05. Der beste Detektiv der Welt
06. So holt man sich eine Platzwunde!
07 Satans Auge
08. Die Botschaft am Zelt
09. Geisterstunde
10. Unsichtbare Pferde
11. Millionengrab
12. Rasiermesserscharf
13. Das Beweisvideo

Technik-Credits:

Buch: Martin Hofstetter nach Motiven von Stefan Wolf
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Svenja Bartsch, Wanda Osten
Geräusche und Effekte: Wanda Osten, André Minninger
Coverillustration: Comicon S.L. nach Artworkvorlagen von R. Stolte
Rahmendesign: KB&B – Gestaltung: Atelier Schoedsack
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda/Büscher
(c) 2018 – Eine Produktion der Sony Music Entertainment Germany GmbH

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Abenteuer ab Nummer 100 und sechs ausgewählte Cover. Dazu gibts noch die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits auf der Rückseite nachzulesen.

Mein Fazit:

Ein weiterer Psycho-Thriller unter dem Decknamen „TKKG“. Das sind keine Kinderhörspiele mehr, die uns hier seit einigen Folgen schon präsentiert werden. Psycho ist hier jeder der Dorfbewohner, psycho ist es, in ein Kinderhörspiel Sätze wie „Drück ab, ich hab‘ es verdient!“ einzubauen oder die TKKG-Bande selbst mehrfach mit dem Tod zu bedrohen. Nicht mit einer Spielzeugpistole und nicht mit stumpfen Klingen einer Schneidemaschine! Entsprechend unüberzeugend ist die Reaktion der Sprecher auf solche Szenen, die sie in den letzten 200 Folgen nicht zeigen mussten.

Die Story selbst ist so konstruiert und zusammengestrickt, dass der unaufmerksame Hörer den Überblick verlieren könnte beim Hören. Deshalb brauchts auch den langen Monolog von Tim am Ende, um allen noch mal die Zusammenhänge zu erläutern.

Das unheimliche Dorf heißt TWIN PEAKS und alle haben einen „Mordsspaß“ … Und der naiv-lustige Abschlusslacher am Ende passt auch nach dieser Folge wieder überhaupt nicht.

Es wäre sinnvoller gewesen, alle neuen TKKG-Abenteuer in einer eigenständigen, neuen Serie unterzubringen. Mit anderen Protagonisten … die auch der Intensität und den neuen Gewaltdarstellungen gerecht werden und älter sind. Es ist ja nicht so, als wären die Fälle jetzt anders oder zu komplex, um von den jüngeren Hörern verstanden zu werden … nein, es gibt einfach nur mehr und oftmals unnötige Gewalt, das ist alles.

Mutig sind die, die entschiedenen haben, mit so einem Fall auf Tour zu gehen! Denn das hier ist nichts für den Altfan und auch nichts für junge Hörer.

Audio-CD
Spieldauer: 74:34 Min.
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
1. Auflage, Dezember 2019

www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

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